26.06.2026 | 04:30
ROHSTOFFKRIEG und UNTERBEWERTUNG! D-Wave Quantum, MP Materials, Strategic Resources Aktie!
Im "Rohstoffkrieg" mit den USA lässt China wieder die Muskeln spielen. In Japan verschärft sich bei schweren Seltenen Erden die Lage. Und vor wenigen Tagen hat Peking zehn US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Die US-Regierung reagiert bisher erstaunlich zurückhaltend. Auch die Aktie von MP Materials ist noch nicht angesprungen. Vor einer Neubewertung steht nach Ansicht von Experten die Aktie von Strategic Resources. Die Kanadier bauen eine Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zur Stahlindustrie und Batteriefertigung auf. Die Aktie erscheint günstig. Günstig ist D-Wave Quantum sicher nicht. Zudem ist das Wertpapier auch in diesem Jahr sehr volatil. Dennoch raten Analysten zum Kauf.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099 , MP MATERIALS CORP | US5533681012 | NYSE: MP
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Strategic Resources mit Neubewertungspotenzial
Strategic Resources positioniert sich als wichtiger Lieferant für hochwertiges Eisenerz. Dies ist essentiell für eine klimafreundlicher werdende Stahlindustrie. Das BlackRock-Projekt verfügt über Eisen, Vanadium sowie Titan. Es wäre die erste Mine dieser Art in Nordamerika. Derzeit steht die Pelletieranlage am Hafen von Saguenay in Québec im Fokus. Ihre Kapazität soll von 1,5 Mio. Tonnen auf jährlich 4 Mio. Tonnen erweitert werden. Nach Angaben von CEO Sean Cleary wurden für die Genehmigung sämtliche Unterlagen eingereicht. Zudem wurden bereits sämtliche Fragen des Umweltministeriums von Québec beantwortet.
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung sind jedenfalls gegeben. Die Anlage liegt an einem strategisch günstigen Tiefwasserhafen. Zudem besteht Zugriff auf weitere Industrieflächen. Gleichzeitig wird das Projekt sowohl von der Regierung Québecs als auch auf föderaler Ebene unterstützt. Hinzu kommen finanzstarke Anteilseigner wie Orion Mine Finance.
In den kommenden Quartalen dürfte sich der Fokus auf die technische Planung und die Finanzierung verlagern. Bis Ende des Jahres will Strategic Resources die Engineering-Arbeiten und die Bauvorbereitung weitgehend abschließen. Für die Errichtung der Anlage werden rund 500 Mio. USD veranschlagt. Davon soll der überwiegende Teil durch Fremdkapital finanziert werden. Bei planmäßigem Verlauf könnten die Finanzierungsgespräche Anfang 2027 abgeschlossen und der Baubeginn im Sommer 2027 erfolgen.
Das Marktumfeld spielt Strategic Resources in die Karten. Die Stahlindustrie sucht nach Rohstoffen, die sich für emissionsärmere Produktionsprozesse eignen. Hochreine Pellets aus Québec könnten insbesondere in Europa gefragt sein, wo der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM den Druck auf Lieferketten mit hohem Emissionsprofil erhöht. Strategic Resources verbindet damit mehrere attraktive Faktoren: Zugang zu Infrastruktur, politische Unterstützung, belastbare lokale Partnerschaften und ein Produkt, das auf die Dekarbonisierung der Stahlindustrie zugeschnitten ist.
Für die Experten von researchanalyst.com bietet Strategic Resources erhebliches Neubewertungspotenzial. Die aktuelle Marktkapitalisierung liege bei unter 20 Mio. CAD. Dagegen sehen frühere Machbarkeitsstudien den Projektwert bei bis zu 2 Mrd. CAD. Rückenwind liefern die Gespräche zur Projektfinanzierung, die Ausrichtung auf CO₂-ärmeren Stahl sowie zusätzliche Optionen durch Vanadium-Batteriematerialien und eine mögliche Produktion in Finnland.
https://youtu.be/ha8A2-FPIwk?si=a2oFSk-vcijGTP1m
D-Wave: Aktie jetzt kaufen?
Die Aktie von D-Wave Quantum ist weiterhin nichts für schwache Nerven. In den ersten vier Monaten des Jahres fiel der Kurs von rund 30 USD auf 13 USD. Dann löste die Ankündigung milliardenschwerer US-Investitionen in die heimische Quantencomputerindustrie eine kräftige Sektorrally aus. So stieg die D-Wave-Aktie bis Anfang Juni wieder auf rund 30 USD. Anschließend kam es erneut zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Inzwischen notiert das Wertpapier rund 20 % niedriger bei 24 USD. Aus Sicht von Mizuho bietet sich damit derzeit eine Kaufchance. Die Analysten haben zuletzt ihr Kursziel für die Aktie von D-Wave von 29 USD auf 35 USD angehoben.
Operativ gab es zuletzt eine Produktankündigung. D-Wave hat einen neuen Simulator für Gate-Model-Quantencomputing angekündigt. Er soll Entwicklern künftig eine fehlerbewusste Programmierung ermöglichen. Anders als bei idealisierten Simulationen sollen Nutzer dabei Einblick in auftretende Fehler erhalten und Anwendungen sowie Fehlerkorrekturverfahren näher an den realen Eigenschaften künftiger Quantenprozessoren entwickeln können. Grundlage ist laut Unternehmen die Dual-Rail-Technologie von D-Wave.
Der Simulator soll über die Cloud-Plattform Leap verfügbar werden und bis zu 21 Qubits unterstützen. Vorgesehen sind ein idealisierter Simulationsmodus sowie eine Hardware-Emulation, Monte-Carlo-Simulationen für die Dynamik von Quantensystemen und die Einbindung in das Ocean SDK. Damit richtet sich das Angebot vor allem an Entwickler und Forschungsteams, die Algorithmen und Workflows vorbereiten wollen, bevor D-Waves geplante Gate-Model-Systeme verfügbar sind.
MP Materials: China lässt die Muskeln spielen
Im "Rohstoffkrieg" zwischen den USA und China ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Zumindest in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung. Doch China lässt bei Seltenen Erden wieder die Muskeln spielen. Im Mai verschärfte sich insbesondere für Japan die Versorgungslage bei schweren Seltenen Erden weiter. Für Terbium- und Dysprosiumoxid wurden praktisch keine Lieferungen mehr registriert. Bei Yttriumoxid kamen lediglich geringe Mengen an. Gleichzeitig brachen Chinas Exporte von Seltenerdmagneten im Vergleich zum April um 35 % ein. Damit bleiben die bereits 2025 eingeführten Genehmigungspflichten für strategisch wichtige Seltene Erden und Magnete ein wirksames geopolitisches Druckmittel – gerade für Hersteller aus den Bereichen Verteidigung, Elektronik, Elektromobilität und Hochleistungsmagnete.
Am 22. Juni folgte der nächste Schritt. Peking hat zehn US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Darunter sind die Seltenerd-Unternehmen MP Materials und USA Rare Earth sowie der Motorenhersteller Aveox. Für diese Firmen dürfen chinesische Dual-Use-Güter, also Waren, Software und Technologien mit ziviler und militärischer Verwendung, nicht mehr geliefert werden. Die Maßnahme gilt als Reaktion auf neue US-Beschränkungen gegen chinesische Unternehmen und zeigt, wie eng der Rohstoffkonflikt inzwischen mit dem Technologie- und Verteidigungswettbewerb zwischen Washington und Peking verknüpft ist. Bemerkenswert ist, dass die US-Regierung und insbesondere Präsident Donald Trump auf die jüngsten Maßnahmen gegen die strategisch wichtigen US-Unternehmen bislang öffentlich nicht erkennbar reagiert haben. Mit MP Materials und USA Rare Earth sind immerhin zwei zentrale Player für den Aufbau einer unabhängigen amerikanischen Lieferkette für Seltene Erden betroffen.
Die Aktie von MP Materials konnte davon bisher nicht profitieren. In der Vergangenheit ging es für das Wertpapier bei solchen Konflikten nach oben. Denn Chinas Vorgehen unterstreicht, wie strategisch wichtig eine unabhängige nordamerikanische Lieferkette für Seltene Erden geworden ist. Und genau in diesem Bereich positioniert sich MP Materials mit der Mountain-Pass-Mine und dem geplanten Ausbau der Verarbeitung und Magnetproduktion in den USA.
Fazit
Bei der Aktie von Strategic Resources ergibt sich eine spannende Kaufchance. In den kommenden Monaten sollte positiver Newsflow die Aktie antreiben und aus der Seitwärtsbewegung führen. Quantum-Aktien stehen derzeit im Schatten des KI-Hypes. Dies kann sich jedoch jederzeit wieder ändern. Allerdings bleibt die Aktie von D-Wave teuer und volatil. MP Materials ist eine Wette auf Seltene Erden in den USA. Dass das Land diese kritischen Rohstoffe braucht, ist keine Frage.
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