10.08.2026 | 05:30
Wolframknappheit sorgt für Schlagzeilen und 100 % Kurspotenzial! Almonty, Indus Holding, Lockheed Martin
China dominiert den Wolframmarkt und der Westen bekommt die Folgen immer stärker zu spüren. Die NZZ warnt vor einer gefährlichen Rohstoffabhängigkeit, während Exportkontrollen und fehlende Alternativen die Versorgung zusätzlich verschärfen. Genau in dieses Umfeld stößt Almonty Industries. Das Unternehmen betreibt bereits Wolframminen in Portugal, Südkorea und bald auch in den USA. Gleichzeitig explodieren die Preise. Wolframcarbid hat sich seit Jahresbeginn laut Indus-Chef Johannes Schmidt etwa verdreifacht. Davon profitiert nicht nur Almonty, sondern auch die Beteiligungsgesellschaft Indus, die ihre Jahresprognose bereits zweimal angehoben hat. Zusätzliche Nachfrage bringt die Aufrüstung der USA. Aufgrund der leeren Munitionslager macht die Trump-Regierung Druck auf Lockheed Martin und Co. Für Anleger könnte der Wolfram-Boom damit gerade erst begonnen haben.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
INDUS HOLDING AG | DE0006200108 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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„Einmal abhängig, immer abhängig“
Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) beschrieb am vergangenen Dienstag in dem Artikel „Einmal abhängig, immer abhängig“ am Beispiel Wolfram, wie schwer sich Europa und andere westliche Staaten damit tun, ihre Rohstoffabhängigkeit von China zu verringern. Wolfram besitzt den höchsten Schmelzpunkt aller chemischen Elemente und ist wegen seiner Härte für zahlreiche industrielle Anwendungen wie beispielsweise gehärtete Werkzeuge, Elektromobilität sowie panzerbrechende Munition kaum zu ersetzen. Entsprechend gravierend ist die Abhängigkeit Europas. China hat über Jahrzehnte nicht nur die Förderung, sondern teilweise auch die Weiterverarbeitung an sich gezogen. Daher kann die chinesische Regierung heute ihre Marktmacht über Exportbeschränkungen ausspielen. Gleichzeitig fehlen in Europa größere strategische Reserven und Lieferanten. Neue Minen benötigen viele Jahre bis zur Produktion, weshalb zusätzliche Förderung außerhalb Chinas und eine höhere Recyclingquote aus Sicht der Branche entscheidend sind, um die strukturell angespannte Versorgungslage zu entschärfen. Und es gibt zum Glück noch Almonty Industries.
Während neue Bergbauprojekte häufig an langwierigen Genehmigungsverfahren, Widerständen und hohen Investitionshürden scheitern, hat Almonty Industries frühzeitig auf bestehende Minen gesetzt. CEO Lewis Black kaufte in Phasen niedriger Wolframpreise bereits erschlossene Standorte und konnte damit Entwicklungszeiten verkürzen. Mit der Panasqueira-Mine in Portugal verfügt Almonty über eine seit mehr als 135 Jahren produzierende Wolframmine und damit über eine operative Basis innerhalb der EU. Während zahlreiche europäische Minen in der Vergangenheit unter dem Druck niedriger chinesischer Preise verschwanden, blieben dort Know-how, Infrastruktur und Fachkräfte erhalten. Die Produktionskapazität von Panasqueira wird derzeit ausgebaut. Die Hoffnung für die westliche Wolframversorgung und der Treiber für die Almonty-Aktie befindet sich jedoch in Südkorea.
Sangdong-Mine essenziell für westliche Wolframversorgung
Dort befindet sich die Sangdong-Mine. Sie liegt in einer politisch stabilen, westlich orientierten Jurisdiktion und soll nach dem Hochlauf einen relevanten Beitrag zur Versorgung außerhalb Chinas leisten. In der ersten Ausbauphase werden rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat pro Jahr erwartet, womit Sangdong etwa 5 % des westlichen Bedarfs abdecken könnte. Noch in diesem Jahr will Almonty mit der zweiten Ausbauphase beginnen, um die Produktionskapazität noch einmal zu verdoppeln und damit die Bedeutung für den Westen weiter zu erhöhen.
Almonty Industries: Aktie feiert Comeback mit +30 %
Mit dem Hochfahren der Produktion in Sangdong gehörte die Almonty-Aktie zu den Highflyern der ersten Monate des Jahres. Bis April schoss das Wertpapier an der NASDAQ von 8 USD auf über 23 USD. In den vergangenen Wochen gab es dann eine nicht überraschende, wenn auch heftige Korrektur bis knapp unter 11 USD. Vergangene Woche feierte die Almonty-Aktie dann ein fulminantes Comeback und legte fast 30 % zu. Als nächstes könnte der Abwärtstrend gebrochen und das alte Hoch ins Visier genommen werden. Denn Analysten sind weiterhin bullisch. Cantor Fitzgerald empfiehlt die Almonty-Aktie mit einem Kursziel von 25,50 USD zum Kauf. Die Experten erwarten, dass das Rohstoffunternehmen im kommenden Jahr einen Gewinn von 3,07 USD je Aktie erzielen wird. Derzeit notiert die Aktie knapp über 14 USD. Die Analysten von D.A. Davidson sehen den fairen Wert der Almonty-Aktie sogar bei 33 USD.
Indus profitiert von Wolframknappheit
Die Wolframknappheit sorgt in diesem Jahr bei Indus-Aktionären für Freude. Denn die Beteiligungsgesellschaft ist über eine Tochter im Wolframcarbid-Handel aktiv. Aufgrund der höheren Preise hat man innerhalb weniger Monate die Jahresprognose zweimal erhöhen können. Im Interview mit "4investors.de" beschreibt Indus-Chef Johannes Schmidt den Wolframmarkt als außergewöhnlich angespannt. Rund 80 % des weltweit geförderten Wolframs stammen nach seiner Einschätzung aus China, das seit Anfang 2025 mit restriktiven Exportkontrollen zusätzlichen Druck auf die Versorgung ausübt. Da Wolframcarbid aufgrund seiner extremen Härte in vielen Anwendungen kaum wirtschaftlich zu ersetzen ist, kann sich die Industrie kurzfristig nicht von China abkoppeln. Indus versucht deshalb, die eigene Versorgung über breiter gestreute Bezugsquellen, langfristige Liefervereinbarungen und eine höhere Recyclingquote abzusichern. Eine grundlegende Verschiebung der chinesischen Dominanz erwartet Schmidt erst langfristig.
Auch bei den Preisen sieht der Indus-CEO weiterhin eine Ausnahmesituation. Seit Anfang 2026 hat sich Wolframcarbid nach seinen Angaben etwa verdreifacht, zuletzt hätten sich die Notierungen auf sehr hohem Niveau stabilisiert. Wann es zu einer Normalisierung kommt, sei offen. Es gibt übrigens auch Stimmen, dass das aktuelle Preisniveau von rund 3.000 USD je MTU eher die neue Normalität ist, da China die Preise künstlich niedrig gehalten hatte, um westliche Unternehmen aus dem Markt zu drängen und sich dies inzwischen nicht mehr leisten kann. Und neue westliche Minenprojekte brauchen relativ hohe Preise, damit sich die Entwicklung lohnt. Eine Ausnahme ist Sangdong. In der hochgradigen Mine produziert Almonty zu Kosten von unter 130 USD je MTU. Die Marge ist aktuell also gigantisch.
Für Indus bedeuten die hohen Preise derzeit zwar höhere Umsätze und Ergebnisse, sie erhöhen aber zugleich die Kapitalbindung im Working Capital. Davon sollte die Indus-Aktie weiter profitieren. Im Anschluss an die Prognoseanhebung haben die Analysten von NuWays ihre Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 37 EUR auf 41 EUR angehoben. Am Freitag schloss die Aktie bei 31,20 EUR.
US-Regierung befeuert Wolframnachfrage
Und noch ein Treiber für den Wolframmarkt. Die leeren Munitionslager der USA werden zunehmend zum sicherheitspolitischen Alarmzeichen. Nach Monaten hoher Belastung durch internationale Konflikte muss Washington seine Bestände nun mit enormem Tempo wieder auffüllen. Die Regierung drängt die Rüstungsindustrie zu einem Produktionssprung, wie ihn die Branche seit Jahrzehnten kaum gesehen hat. Lockheed Martin soll etwa die Fertigung wichtiger Lenkflugkörper massiv hochfahren, während bei der von Raytheon produzierten Tomahawk die Kapazitäten ebenfalls stark ausgeweitet werden sollen. Für den Wolframmarkt ist das brisant. Die USA haben keine eigene Wolframproduktion und ab dem 1. Januar 2027 darf das US-Verteidigungsministerium bei bestimmten Wolframprodukten grundsätzlich kein Material mehr beschaffen, das in China abgebaut, raffiniert, getrennt, geschmolzen oder produziert wurde. Auch davon sollte Almonty profitieren. Zumal man derzeit in den USA eine Mine in Produktion bringt.
Fazit
Wer vom Wolfram-Boom profitieren will, kommt an der Almonty-Aktie eigentlich nicht vorbei. Die Aktie ist zwar volatil, aber die fundamentalen Daten sprechen für weiter steigende Kurse. Laut Analysten sind vom aktuellen Niveau 100 % möglich. Und praktisch alle Research-Studien basieren auf niedrigen Wolframpreisen in den kommenden Jahren. Unternehmen wie Indus profitieren zwar kurzfristig, haben aber auch Beschaffungsrisiken und Wolfram ist eben nur ein Teil des Geschäfts.
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