21.09.2026 | 04:30
SpaceX braucht Rohstoffe! MP Materials, Standard Lithium und Strategic Resources wollen Angebote schaffen!
Der Rohstoffhunger von SpaceX ist riesig. Für Raketen, Satelliten und Batteriesysteme benötigt das Unternehmen von Elon Musk große Mengen unterschiedlichster strategischer Materialien. Dazu zählen Seltene Erden für Hochleistungsmagnete, Lithium für Batteriesysteme sowie Titan und Eisen für hochbelastbare Komponenten und Stahlkonstruktionen. Dabei steht SpaceX exemplarisch für die weltweite Nachfrage. Für das Angebot wollen Unternehmen wie Strategic Resources, MP Materials und Standard Lithium sorgen. Sie entwickeln Rohstoffvorkommen, die für zentrale Anwendungen der Raumfahrtindustrie und zahlreiche weitere Schlüsselbranchen benötigt werden. Strategic Resources setzt auf Eisen, Titan und Vanadium, MP Materials auf Seltene Erden und Standard Lithium auf Lithium. Günstig erscheint nur eine Aktie.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , MP MATERIALS CORP | US5533681012 | NYSE: MP , STRATEGIC RES INC. | CA86277X4093 | TSXV: SR
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Strategic Resources: Großes Potenzial auf beiden Seiten des Atlantiks
Kanada und die Europäische Union wollen ihre Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Industriepolitik und resilienten Lieferketten deutlich vertiefen. Die Nordamerikaner könnten sogar zum „assoziierten“ Mitglied der EU werden. Strategic Resources ist hier gewissermaßen bereits einen Schritt weiter. Denn das Unternehmen entwickelt bereits Rohstoffprojekte auf beiden Seiten des Atlantiks. Damit positioniert sich Strategic Resources zwischen nordamerikanischen Rohstoffvorkommen und dem europäischen Bedarf an sicheren Bezugsquellen für Eisen, Vanadium und weitere strategisch wichtige Materialien.
Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht der strukturell steigende Bedarf an hochwertigen Eisenerzpellets. Diesen will Strategic Resources mit dem BlackRock-Projekt im kanadischen Québec adressieren. Die Zahlen der Machbarkeitsstudie unterstreichen die langfristige Dimension des Projekts. Für den Southwest-Bereich weist Strategic Resources nachgewiesene und wahrscheinliche Erzreserven von rund 127,8 Mio. Tonnen mineralisiertem Gestein aus, die eine geplante Minenlaufzeit von 39 Jahren ermöglichen. Für Southwest und den angrenzenden Armitage-Bereich werden darüber hinaus gemessene und angezeigte Mineralressourcen von rund 325,5 Mio. Tonnen mineralisiertem Material sowie weitere 73,3 Mio. Tonnen abgeleitete Ressourcen angegeben. Das Gestein enthält auch Magnetit sowie Vanadium und Titan. Die Mineralisierung erstreckt sich über rund 20 Kilometer, sodass über den derzeitigen Minenplan hinaus zusätzliches langfristiges Entwicklungspotenzial besteht.
Um die Wertschöpfung zu verlängern, will das Unternehmen eigene Verarbeitungskapazitäten aufbauen. Am Tiefwasserhafen von Saguenay soll eine Anlage mit einer Kapazität von rund 4 Mio. Tonnen DR-Grade-Pellets pro Jahr entstehen. Der Standort verfügt über günstigen Wasserkraftstrom, Pipeline-Erdgas sowie direkten Zugang zu internationalen Absatzmärkten.
Das Mustavaara-Projekt in Finnland ergänzt BlackRock um ein zweites strategisches Vanadium- und Eisenerzprojekt in Europa. Mustavaara war bereits von 1976 bis 1985 in Produktion und gehörte gemeinsam mit dem nahe gelegenen Otanmäki zeitweise zu den bedeutenderen Vanadiumquellen weltweit. Heute verfügt das Projekt über eine NI-43-101-konforme gemessene und angezeigte Ressource von rund 103,7 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 15,36 % Magnetit und 0,90 % Vanadium im Magnetitkonzentrat. Hinzu kommen weitere 42,2 Mio. Tonnen abgeleitete Ressourcen. Besonders interessant ist das zusätzliche Explorationspotenzial entlang einer rund 18 Kilometer langen magnetischen Anomalie.
Die adressierten Absatzmärkte reichen weit über die klassische Stahlproduktion hinaus. DR-Grade-Pellets und hochreines Roheisen sind vor allem Vorprodukte für CO₂-armen Stahl. Dieser wird beispielsweise im Automobilbau, im Maschinenbau, in der Bauindustrie und für Infrastruktur benötigt. Vanadium wird insbesondere als Legierungsmetall eingesetzt, um hochfeste Stähle für Gebäude, Brücken, Pipelines, Werkzeuge und Spezialanwendungen herzustellen. Außerdem arbeitet Strategic Resources mit Tyfast Energy zusammen, um das Potenzial im Bereich fortschrittlicher Batteriematerialien zu erschließen. Aus Titan werden wiederum Titanpigmente und Titanwerkstoffe. Sie werden unter anderem in Farben und Beschichtungen sowie in anspruchsvollen industriellen Anwendungen eingesetzt. Damit deckt BlackRock mehrere Endmärkte ab, die von Dekarbonisierung, Infrastrukturinvestitionen und dem Ausbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe profitieren können.
Standard Lithium: PEA reicht Anlegern nicht
Standard Lithium soll künftig einen großen Teil des Lithiumbedarfs der USA decken. Die Aktie hat im laufenden Jahr mehr als 50 % an Wert verloren. Anleger warten auf die finale Investitionsentscheidung für das South West Arkansas Projekt.
Daher konnte die kürzlich veröffentlichte positive vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) für das Franklin-Projekt im Osten des US-Bundesstaates Texas nicht für Kursimpulse sorgen. Das Projekt wird über die Partnerschaft Smackover Lithium gemeinsam mit Equinor entwickelt und soll eine Produktionskapazität von bis zu 70.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität pro Jahr erreichen. Über die modellierte Laufzeit von 20 Jahren wird mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von rund 65.000 Tonnen gerechnet.
Basis für die PEA ist ein Lithiumcarbonatpreis von 22.400 USD je Tonne. Die durchschnittlichen Cash-Betriebskosten werden mit 4.226 USD je Tonne Lithiumcarbonat angegeben. Die All-in-Kosten sollen bei 5.054 USD je Tonne liegen. Die Wirtschaftlichkeit fällt laut PEA robust aus. Der unverschuldete Kapitalwert nach Steuern liegt bei 5,0 Mrd. USD und die interne Rendite bei 24 %. So könnte sich das Projekt bereits innerhalb von 3,1 Jahren amortisieren.
Zusätzlich zum Lithium bietet Franklin weiteres Potenzial durch Brom und Kali. Die PEA untersucht bereits eine mögliche Bromproduktion von 50.000 Tonnen pro Jahr, während Kali bislang noch nicht in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einfließt und damit zusätzliche Upside bieten könnte. Als nächster Schritt soll das Projekt in eine Preliminary Feasibility Study überführt werden, deren Abschluss für 2027 vorgesehen ist. Parallel sollen weitere DLE-Tests durchgeführt sowie die Potenziale von Brom und Kali detaillierter untersucht werden.
Jefferies hatte vor der Meldung die Coverage mit einer Halteempfehlung gestartet. Die Analysten sehen Chancen in der DLE-Strategie und der Partnerschaft mit Equinor. Zugleich verweisen sie aber auf noch offene Meilensteine wie Finanzierung, Skalierung und weitere Abnahmeverträge. Daher sehen die Analysten den fairen Wert der Aktie derzeit bei 2,90 CAD und damit auf dem aktuellen Niveau.
MP Materials: Zahlen enttäuschen
MP Materials gilt als einer der wichtigsten Hoffnungsträger der USA, um die Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden und Permanentmagneten zu verringern. Das Unternehmen betreibt mit Mountain Pass die bedeutendste Seltene-Erden-Mine der USA und baut zugleich Verarbeitung und Magnetproduktion im eigenen Land aus. Das US-Verteidigungsministerium unterstützt MP Materials beim Aufbau einer durchgängigen heimischen „Mine-to-Magnet“-Lieferkette. An der Börse hat sich die Euphorie 2026 allerdings abgekühlt. Die Aktie hat im laufenden Jahr rund 14 % an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung liegt bei 8,4 Mrd. USD.
Dass die Bewertung weiterhin sportlich ist, zeigt der Blick auf die jüngsten Quartalszahlen. Trotz operativer Fortschritte wurden diese von Anlegern verhalten aufgenommen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 89 % auf 108,5 Mio. USD. Das bereinigte EBITDA lag bei 28,5 Mio. USD nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Dennoch blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 20,3 Mio. USD, entsprechend einem Verlust von 0,11 USD je Aktie. Bereinigt lag das Ergebnis je Aktie mit -0,01 USD nur knapp unter der Gewinnschwelle.
Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch höhere Anlaufkosten im Magnetgeschäft, steigende Personalkosten sowie zusätzliche Zins- und Abschreibungsaufwendungen. Gleichzeitig treibt MP Materials den Ausbau der vertikalen Integration weiter voran. Positiv sind die Fortschritte bei der Magnetqualifizierung, der Ausbau der 10X-Anlage sowie ein neuer langfristiger Liefervertrag für Gadolinium mit einem US-Kunden aus der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie. Operativ geht es damit klar voran, doch die Profitabilität muss mit dem weiteren Hochlauf erst noch nachhaltig nachziehen.
Fazit
Strategic Resources, Standard Lithium und MP Materials adressieren drei Rohstoffbereiche, die für die westliche Industrie und auch für den Ausbau der Raumfahrtwirtschaft an Bedeutung gewinnen. Strategic Resources punktet vor allem mit großen Ressourcen, mehreren Rohstoffen und Projekten in Kanada und Europa. Das Unternehmen wird derzeit erst mit 14,8 Mio. CAD bewertet. Standard Lithium bringt über 750 Mio. CAD auf die Börsenwaage. Die Smackover-Projekte verfügen über erhebliches Potenzial, doch die finale Investitionsentscheidung und Finanzierung sorgen weiter für große Unsicherheit. MP Materials ist strategisch besonders wichtig für die US-Lieferkette bei Seltenen Erden. Die Bewertung ist allerdings bereits sehr hoch.
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