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18.09.2026 | 04:30

Panik oder Kaufchance? SFC Energy, TeamViewer, Almonty Industries

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Bildquelle: Gemini KI generiert

Panik bei Almonty? Die Aktie ist innerhalb weniger Tage von 16 EUR auf 12 EUR abgesackt. Doch Anleger sollten die Ruhe behalten. Wie in der Vergangenheit könnte es sogar eine Kaufchance sein. Die Kursziele der Analysten reichen bis 33 USD. Außerdem ist die Story voll intakt. Wolfram ist weltweit knapp und immer mehr Länder beschränken den Export. Gleichzeitig erweitert Almonty seine Wolfram-Produktion und verdient auf dem aktuellen Preisniveau prächtig. Überzeugend waren auch die Halbjahreszahlen bei SFC Energy. Dennoch läuft die Aktie seitwärts. Doch Analysten sind optimistisch. Optimismus ist auch bei TeamViewer zurück. Mehr und mehr Anleger sehen das deutsche Softwareunternehmen als KI-Gewinner statt als KI-Verlierer. Die Aktie feiert ein Comeback.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , SFC ENERGY AG | DE0007568578 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Grund zur Panik?

    Nichts für schwache Nerven ist derzeit die Aktie von Almonty Industries. Das Wertpapier des Wolfram-Produzenten ist in wenigen Tagen von 16 EUR auf 12 EUR gefallen. Dies ist jedoch kein Grund zur Panik. Zum einen stieg die Aktie zuvor innerhalb weniger Wochen von 10 EUR auf 16 EUR. Damit war sie überkauft und ein Rückgang keine Überraschung. Und auch historisch gehört zur Almonty-Aktie eine ordentliche Portion Volatilität. Die Gründe für steigende Kurse sind weiterhin vorhanden. Der Wolframpreis zeigt keine Schwäche und ermöglicht Almonty traumhafte Margen. Die Nachfrage nach dem kritischen Metall ist ungebrochen. Das Angebot wird durch Exportbeschränkungen wie zuletzt in den USA und Simbabwe limitiert. Während die Produktion in der Megamine im südkoreanischen Sangdong weiter hochgefahren wird, erweitert Almonty die Mine in Portugal und bereitet den Produktionsstart in den USA vor. Analysten sehen weiterhin deutlich höhere Kurse und nach unten sichert ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 300 Mio. USD den Kurs ab.

    Kürzlich hat man eine weitere Expansion bekannt gegeben. So haben Almonty und die Regierung Ruandas eine strategische Partnerschaft zum Ausbau des ruandischen Wolframsektors vereinbart. Dafür soll die Regierung 25 % an der neu gegründeten Almonty Rwanda Pty Ltd erhalten, während Almonty 75 % hält. Im Gegenzug bringt Ruanda unter anderem die rund 32 km² große Shyorongi-Explorationskonzession sowie eine Lizenz für die Mineralaufbereitung ein. Ziel ist es, bestehende Wolframproduktion, neue Aufbereitungskapazitäten und weitere Exploration in einer gemeinsamen Plattform zu bündeln. In Ruanda will Almonty nicht nur Explorationsprojekte vorantreiben, sondern gleichzeitig auch vorhandenes Material kaufen. Der Wolfram-Konzern will Erz, Vorkonzentrate und Rückstände von bestehenden, auch kleineren ruandischen Minenbetreibern ankaufen, aufbereiten und exportieren.

    Strategisch passt die Partnerschaft in Almontys Plan, eine stärker westlich ausgerichtete und nachvollziehbare Wolfram-Lieferkette aufzubauen. Die Kooperation kam nach Angaben des Unternehmens über eine Vermittlung des US-Außenministeriums zustande und steht im Zusammenhang mit dem US-Ruanda-Rahmen für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Besonders relevant ist dabei, dass die USA ab dem 1. Januar 2027 die Beschränkungen für bestimmte Wolframmaterialien aus definierten Herkunftsländern entlang der gesamten Lieferkette verschärfen. Für Almonty eröffnet Ruanda damit die Chance, zusätzliche, dokumentierbare Wolframquellen für westliche Industrie-, Technologie- und Verteidigungskunden zu erschließen.

    Analysten sehen bei der Almonty-Aktie weiterhin massives Kurspotenzial. Zuletzt hat Jefferies die Coverage mit einem Kursziel von 26,25 USD gestartet. Damit liegt man eher am unteren Ende der Kursziele. So sehen die Analysten von D.A. Davidson den fairen Wert der Almonty-Aktie bei 33 USD. Die deutschen Experten von GBC Research trauen der Wolfram-Aktie einen Anstieg auf 30 USD zu.

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    SFC Energy: Analysten bullisch

    Nicht nur bei Almonty, auch bei der Aktie von SFC Energy brauchen Anleger derzeit Geduld. Seit Juni läuft der Kurs seitwärts. Dabei wurden für das erste Halbjahr Rekordmargen und ein Rekordauftragsbestand gemeldet. Einen wesentlichen Beitrag leistet ein Großauftrag aus der Ukraine, wo die Brennstoffzellensysteme vor allem zur nahezu geräuschlosen und schwer erkennbaren Stromversorgung beziehungsweise Batterieladung eingesetzt werden. Im Interview mit dem "Börsenradio" betonte CEO Peter Podesser, dass das Wachstum breiter aufgestellt ist. Selbst ohne den Ukraine-Auftrag stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %. Auch das zivile und industrielle Geschäft wächst kontinuierlich um rund 20 %. In der Ukraine baut SFC zudem Service-, Reparatur- und lokale Wertschöpfungsstrukturen auf.

    Für Indien erwartet das Unternehmen nach vorübergehenden politischen Budgetverschiebungen eine Rückkehr auf den Wachstumspfad. Freigegebene Mittel sowie eine gut gefüllte Projekt- und Auftragspipeline sollen zunächst für eine Belebung sorgen. Stärkere Impulse stellt Podesser insbesondere ab 2027 in Aussicht. Zusätzliche Wachstumschancen sieht SFC durch eine Beteiligung in Singapur und neue Reformer-Technologien, mit denen das Unternehmen sein Angebot und seine internationale Präsenz weiter ausbauen will.

    Analysten erwarten bei SFC steigende Kurse. Besonders bullisch ist First Berlin. Angesichts des Rekordauftragsbestands von 105 Mio. EUR fühlen sich die Analysten mit ihrer Schätzung am oberen Ende der Unternehmensprognose wohl. Sie trauen SFC sogar eine noch bessere Entwicklung zu, wenn die im vierten Quartal zu erwartenden Lieferengpässe bewältigt werden. Die Analysten sehen den fairen Wert der SFC-Aktie bei 31 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier knapp über 20 EUR.

    TeamViewer: Vom KI-Verlierer zum KI-Gewinner?

    Ein Comeback feiert derzeit die Aktie von TeamViewer. Seitdem die Aktie im März ein Allzeittief markiert und die Marke von 4 EUR getestet hat, geht es aufwärts. Inzwischen notiert das Wertpapier des deutschen Softwareunternehmens bei über 6,60 EUR.

    TeamViewer wurde an der Börse zeitweise ähnlich wie Salesforce, ServiceNow oder SAP als potenzieller Verlierer des KI-Booms gehandelt. Intelligente Agenten könnten klassische Softwarefunktionen zunehmend ersetzen und damit bestehende Geschäftsmodelle unter Druck setzen, so die Sorge von Anlegern. Inzwischen scheint sich diese Sicht zu relativieren. Gerade etablierte Softwareanbieter verfügen über große Kundenbasen, tief integrierte Systeme sowie umfangreiche Unternehmensdaten und können KI sinnvoll in bestehende Produkte einbauen. Für TeamViewer eröffnet das die Chance, den eigenen Nutzen durch mehr Automatisierung sogar zu erhöhen und aus dem vermeintlichen Risiko einen zusätzlichen Wachstumstreiber zu machen.

    Dazu passt die letzte Meldung. TeamViewer erweitert seinen KI-Agenten Tia um die Funktion „Tia Troubleshooting“. Damit kann die KI IT-Probleme während einer Fernwartung weitgehend eigenständig analysieren, Ursachen identifizieren, Lösungswege vorschlagen und nach Freigabe durch eine IT-Fachkraft direkt auf dem Endgerät umsetzen. Anschließend prüft Tia, ob das Problem tatsächlich behoben wurde. Zum Einsatz kommt dabei eine strukturierte Datenbasis aus früheren Supportfällen und erprobten Lösungswegen. Auch bei komplexeren Problemen kann Tia systemübergreifende Daten auswerten und bei Bedarf automatisch Skripte für neue Lösungsansätze erstellen.

    Einsatzmöglichkeiten reichen von Anwendungs- und Updatefehlern über Probleme beim Dateizugriff bis hin zu nachlassender Geräteleistung. Laut einer TeamViewer-Studie erwarten IT-Verantwortliche, dass bis 2030 nahezu 40 % der Digital-Workplace-Services ohne manuelle Eingriffe betrieben werden. Die neue Funktion ist ab sofort für alle Fernwartungs-Lizenzen von TeamViewer verfügbar.


    Fazit

    Der Abverkauf der vergangenen Tage bei der Almonty-Aktie war heftig. Dies ist jedoch schon häufiger vorgekommen. Die Story des Wolfram-Konzerns scheint noch lange nicht zu Ende zu sein. Anleger sollten die Entwicklungen rund um die Importbeschränkungen der USA ab dem 1. Januar 2027 beobachten. SFC Energy erscheint nicht teuer. Allerdings haben Probleme in den Lieferketten beziehungsweise Auftragsverzögerungen schon in der Vergangenheit für Schwierigkeiten gesorgt. TeamViewer entwickelt sich zu einer spannenden Comeback-Story.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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