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12.10.2021 | 05:00

RWE, Desert Gold, Deutsche Bank: Chancen von konservativ bis spekulativ

  • Chancen
Bildquelle: pixabay.com

Wie investieren, wenn die Preise galoppieren und die Störfeuer zunehmen? Viele Anleger werden sich für Standardwerte entscheiden. Tatsächlich bieten große Konzerne mit stetigen und stabilen Cashflows gerade in Zeiten der Teuerung eine Chance. Doch welche Titel eignen sich konkret? Wir erklären am Beispiel von drei Aktien, wie Investments heute gelingen können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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RWE: Energie wird auch in Zukunft gebraucht

Wer es konservativ mag, kann sich die Aktie von RWE genauer ansehen. Der Energieversorger hat sich über die Jahre ein neues Image verpasst und investiert kräftig in erneuerbare Energie. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um satte 25,4% zu, der Gewinn stieg sogar um mehr als 40%. Trotzdem steckt das Unternehmen in einer schwierigen Situation. Die Klimaneutralität rückt näher und der Gesetzgeber tut alles dafür, dass dieses Ziel auch erreicht wird. Da RWE noch immer rund 60% seiner Energie aus fossilen Brennstoffen gewinnt, könnte der Handel mit Emissionsrechten für das Unternehmen langfristig immer herausfordernder und teurer werden.

Andererseits ist Deutschland als Industriestandort auf Strom angewiesen. Es ist kaum vorstellbar, dass die neue Bundesregierung Rahmenbedingungen schafft, die RWE einen geordneten Übergang zu mehr regenerativen Energiequellen verbauen. Aktuell investiert das Unternehmen stark in Windparks, etwa in der Nordsee. Die Aktie hat im vergangenen Jahr rund 8,7% verloren, kommt zwischen 28 und 30 EUR aber in einen interessanten Bereich, an dem der Wert Halt finden könnte. Die Dividendenrendite von 2,8% könnte ein weiteres Argument für die Aktie sein.

Desert Gold: Antizyklische Chance für Mutige

Anders als große Standardwerte sind Titel wie Desert Gold deutlich spekulativer. Im Umkehrschluss sind damit zwar auch größere Chancen verbunden, doch müssen sich Anleger mit der konkreten Story hinter dem Unternehmen auseinandersetzen. Desert Gold agiert in Mali und verfügt über eine Fläche von 410 qkm an der Grenze zum Senegal. In der Vergangenheit sorgten Gold-Gehalte, wie etwa 16,03 g/t Gold über 7m, für Furore. Für diesen Herbst sind weitere Bohrungen geplant, die 2022 in eine neue Ressourcenschätzung überführt werden sollen.

Als klassischer Gold-Entwickler ist das Gold im Boden der Grundstücke von Desert Gold mit einem satten Abschlag bewertet. In der Regel sorgen gute Bohrergebnisse oder Unternehmensmeldungen, die eine Produktion wahrscheinlicher machen, für kurze steile Anstiege. So geschehen zwischen April und Juli 2020 , als sich die Aktie verdreifachte. Die vergangenen Monate waren allerdings eher von einer Konsolidierung geprägt. Da das Unternehmen seine Arbeit fortgesetzt hat und es keine offensichtlichen Rückschläge gab, könnte Desert Gold für spekulative Anleger eine antizyklische Chance sein. Es bietet sich allerdings an, im Vergleich zu Standardwerten geringere Positionsgrößen zu wählen. Mit einer Marktkapitalisierung im niedrigen zweistelligen Bereich muss Desert Gold als chancenorientiert gelten.

Deutsche Bank: Was kann der Digital-Dino?

Chancen könnten auch Investments in Finanzwerte bieten – könnte man zumindest glauben. Warum? Die Branche stellt sich seit Jahren digitaler auf und die Aussicht auf leicht steigende Zinsen könnten Banken wieder mehr Spielräume geben , das klassische Kreditgeschäft wieder anzukurbeln. Doch wie sieht die Realität aus? Titel wie die Deutsche Bank sind zwar immer wieder für kurze Strohfeuer gut, es kann aber auch wieder nach unten gehen. Immerhin brach die Aktie der Deutschen Bank in den letzten Handelstagen nach oben aus und erreichte auf Sicht von drei Monaten ein neues Verlaufshoch. Damit dürfte zumindest das Jahreshoch bei 12,50 EUR wieder realistisch werden. Wie es langfristig weiter gehen kann, steht indes in den Sternen. Die deutschen Großbanken tun zwar immer modern und innovativ, in der Praxis weht in den Türmen in Frankfurt aber noch immer der Wind aus längst vergangenen Zeiten.


Finanzwerte, wie die Deutsche Bank, haben zwar aus sehr langfristiger Perspektive Nachhol-Potenzial, doch ist keineswegs klar, dass Banken wieder zu altem Glanz zurückfinden. Besser sieht es bei Versorgern aus – hier sprechen die Inflation und der Energiebedarf der Industrie für stabile Geschäfte. Relativ abgekoppelt von äußeren Einflüssen ist Desert Gold : Gelingt hier bei den nächsten Bohrungen ein Treffer, dürfte der Wert an Dynamik gewinnen.


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