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2022-01-14 06:00:00

TeamViewer, Meta Materials, Deutsche Bank: Selbst recherchieren und den Markt schlagen

  • Innovationen
Bildquelle: pixabay.com

Manchmal wird Technologie, die jeder seit Jahren kennt, über Nacht zum Game Changer. So geschehen am Anfang der Pandemie mit der Software von TeamViewer. Manchmal kommt es auch anders und Innovationen sind derart revolutionär, dass es eine Weile dauert, bis der Markt das Potenzial erkennt. Wir beleuchten drei Aktien auf ihr Innovationspotenzial und erklären, ob der Markt die Equity-Storys versteht oder nicht.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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Inhaltsverzeichnis:


    TeamViewer: Wohin geht die Reise?

    Die Aktie von TeamViewer schaffte zuletzt deutliche Zuwächse. Der Grund: Die Zahlen fielen etwas besser aus, als erwartet. Der MDAX-Konzern sparte und verdiente deswegen ein wenig mehr. Bei den tatsächlichen Aufträgen gab es zuletzt aber keine nennenswerten Lichtblicke. Das Unternehmen handelt an der Börse noch immer mehr als 50% unter dem Niveau der ersten Pandemie-Wochen. Dieses Beispiel zeigt, dass Hypes rund um bestimmte Technologien oft schneller abebben, als erwartet – schließlich erlebt das Homeoffice aktuell wieder Hochkonjunktur.

    Trotzdem rankt sich rund um die TeamViewer-Aktie Fantasie. Der Grund dürfte auch in Überlegungen liegen, die das Portal researchanalyst.com Ende November rund um TeamViewer angestellt hat. „Auf der anderen Seite könnte TeamViewer mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 2,45 Mrd. EUR mit einer mehr als soliden Basistechnologie und gespickt mit Zukunftstechnologien ein interessanter Kaufkandidat sein. Naheliegend wäre, nachdem die Göppinger bereits eine Kooperation mit dem Softwareriesen aus Walldorf betreiben, eine Übernahme durch SAP inklusive eines Verbleibs in den hiesigen Landen. Eine derartige Technologie fehlt derzeit noch im Portfolio des Großkonzerns." Als Risiko für TeamViewer gilt dagegen der mutmaßlich hoch dotierte Sponsoring-Vertrag mit Manchester United. Dieser könnte die Marge während der Laufzeit schmälern. Die Aktie muss angesichts der jüngsten Kursentwicklung als Comeback-Kandidat gelten. Ein Selbstläufer ist der Wert aber nicht.

    Meta Materials: Zwischen 2 und 20 EUR ist alles drin

    Ein Comeback könnte auch die Aktie von Meta Materials gebrauchen: Der Wert handelt aktuell um 2 EUR – im Juni waren es schon einmal 20 EUR. Dass die Aktie ein derart volatiler Spielball der Spekulanten ist, liegt auch am Geschäftsfeld von Meta Materials. Das an der NASDAQ notierte Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, sogenannte Meta Materialien zur Marktreife zu bringen. Dabei handelt es sich um ultradünne Oberflächen, die physikalische Eigenschaften aufweisen, die es so in der Natur nicht gibt. Diese betreffen etwa die Optik oder die Leiteigenschaften. Ein mit Metamaterialien beschichtetes Fahrzeug kann beispielsweise das Licht so brechen, dass es um das Fahrzeug herumfließt und dieses so unsichtbar macht. Was sich nach Science Fiction anhört, dem hat das Magazin Spektrum der Wissenschaft eine ganze Themenseite gewidmet.

    Da Meta Materials nach eigenen Angaben vielfältige Einsatzzwecke, wie etwa durchsichtige Antennen in Fensterscheiben oder innovative Headup-Displays realisieren will und dazu die Kosten zur Herstellung des Materials deutlich sinken sollen, können sich auf Innovationen spezialisierte Anleger die Hintergründe genauer ansehen. Am 17. Februar präsentiert Meta-Materials-CEO George Palikaras im Rahmen des International Investment Forum (IIF) um 20:30 Uhr online und stellt sich anschließend den Fragen von Investoren. Schon zuvor präsentieren zahlreiche Wachstumsunternehmen. Die Aktie von Meta Materials ist stark zurückgekommen. Das Thema hat aber großes Potenzial. Um tiefer einzutauchen, sollten sich Wachstumsinvestoren ein eigenes Bild machen.

    Deutsche Bank: Bei Investitionen hapert es

    Um vom Wachstum der Zukunft zu profitieren, galten Bank-Aktien lange als solide Alternative. Die Banken finanzieren den wirtschaftlichen Erfolg von morgen und verdienen so ein wenig mit. So die Annahme. Manchmal beteiligen sich Banken auch an innovativen Geschäftsmodellen. Auch die Deutsche Bank geht diesen Weg und sichert sich auf diese Weise eine Portion Zukunft – allerdings erst seit 2016. 2020 machten Medienberichte die Runde, wonach allein die Due-Diligence-Prüfung einer siebenstelligen Beteiligung 1,5 Jahre gedauert habe. Während es die Deutsche Bank bei ihren Beteiligungen sehr genau nahm, drückten andere Investoren aufs Tempo. Selbst die Commerzbank ließ den Rivalen hinter sich und gönnt sich gleich zwei Venture-Capital-Töchter. Ist die Deutsche Bank also eine lahme Ente?

    Das ehemals so stolze Bankhaus mag bei Fintech-Investments in der Vergangenheit etwas knauserig gewesen sein, die Sparmaßnahmen zahlten sich aber Ende 2021 aus, als gleich zwei Ratingagenturen die Deutsche Bank hochstuften, was dem Brot-und-Butter-Geschäft der Blaubank zugute kommen sollte. Dieses ist von großen Innovationen zwar noch ein wenig entfernt, doch dürfte leidgeplagten Aktionären die aktuelle Konsolidierung gerade zupass kommen. Auch die Aktie befindet sich wieder in einem soliden Fahrwasser. Manchmal müssen es eben nicht die großen Innovationen sein.


    Während es bei der Deutschen Bank fundamental stimmt, aber das Wachstum fehlt, lebt die Aktie von TeamViewer von der Übernahmefantasie. Eine solche Situation kann Nebenwerte lange nach oben tragen und für Renditen sorgen. Anleger müssen für Überraschungen aber gewappnet sein. Auch bei Meta Materials kann es Überraschungen geben – in beide Richtungen. Wer die Technologie versteht, kann dem Markt möglicherweise zuvor kommen. Das Potenzial des Unternehmens erscheint groß, sofern denn alles klappt. Das IIF am 17. Februar dürfte etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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