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23.11.2021 | 05:00

Bayer, Ayurcann Holdings, Valneva: Drei Aktien, drei Entscheidungen

  • Anlageidee
Bildquelle: pixabay.com

Die Pandemie bestimmt wieder die Schlagzeilen. Über Monate glaubten Anleger und Wirtschaft daran, dass es nie mehr zu Lockdowns kommen würde – schließlich hatten wir den Impfstoff. Doch inzwischen sind Sachsen und auch Bayern wieder auf Lockdown-Kurs. Die Gesetze der Mathematik deuten darauf hin, dass bald auch andere Bundesländer die Zügel straffen müssen – mit allen negativen Folgen. Aktien aus dem Gesundheitswesen bekommen in solchen Marktphasen besondere Aufmerksamkeit. Wir stellen drei Vertreter vor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: AYURCANN HOLDINGS CORP | CA05476A1012 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Bayer: Mehr als nur Aspirin

Streng genommen sind die Rheinländer von Bayer weitaus mehr als nur ein Pharma-Unternehmen. Wegen des Geschäfts mit Saatgut und anderen Produkten versteht sich Bayer als Chemie-Konzern. Das Geschäft mit Medikamenten nimmt dennoch mehr als 40% des Umsatzes ein, gemeinsam mit dem Bereich „Gesundheit" liegt der Umsatzanteil gar bei mehr als 50%. Dennoch hat der Markt in den vergangenen Monaten auch stark das Saatgut im Blick gehabt. Hier punktet Bayer mit einer neuen Maissorte, die noch weniger anfällig für Wetterereignisse sein soll, als bisherige Pflanzen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und der damit einhergehenden häufiger eintretenden Wetterereignisse könnte sich Bayer mit der neuen Maissorte Vorteile verschaffen.

Doch der Agrar-Bereich ist nicht uneingeschränkt positiv zu sehen: Noch immer gibt es Rechtsstreitigkeiten wegen des Unkrautvernichters Glyphosat, dem vorgeworfen wird, krebserregend zu sein. Die dafür getätigten Rückstellungen sind hoch und verzerren das Zahlenwerk von Bayer. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass sich die Übernahme von Monsanto langfristig rechnen wird und halten Bayer für ein innovatives Unternehmen. Im Bereich der Medikamente fokussiert sich Bayer vor allem auf die Zell- und Gentechnik und ist unter anderem an der Schweizer Gesellschaft CRISPR Therapeutics beteiligt. Von diesen Technologien versprechen sich Ärzte viel – auch Anleger können gespannt sein, was Bayer in den nächsten Jahren erreicht. Die Aktie befindet sich aktuell im charttechnischen Niemandsland und brachte im vergangenen Jahr lediglich eine Rendite von 3,8% zustande. Das ist dürftig und sollte mittelfristig keine neuen Investoren anlocken.

Ayurcann: Cannabis-Produkte mit cleverer White-Label-Strategie

Ein Nullsummenspiel waren die vergangenen Monate auch für Investoren von Ayurcann Holdings. Das Unternehmen hat sich auf die Extraktion von Wirkstoffen aus der Cannabis-Pflanze spezialisiert und ist erst im April im Rahmen eines Reverse-Takeover an die Börse gekommen. Ayurcann Holdings bietet bis zu vierzig verschiedene Cannabis-Produkte, wie etwa Cremes, Balsame oder Tropfen und bietet diese als White-Label-Produkte an. Die ersten Quartale zeigen ein starkes Wachstum in verschiedenen Bereichen. Produkte auf Basis von Cannabis erfreuen sich wachsender Beliebtheit und sind mit dem Wirkstoff CBD auch in Deutschland zugelassen. Produkte auf Basis des Wirkstoffs THC dürften im Zuge des Ampel-Koalitionsvertrags zur kontrollierten Abgabe auch in Deutschland bald legal werden.

Welches Potenzial eine Liberalisierung des Cannabis-Marktes freisetzt, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche US-Bundesstaaten und Kanada bewiesen. Inzwischen hat Ayurcann mit verschiedenen Unternehmen aus dem Bereich Verträge abgeschlossen und beliefert diese mit seinen Produkten. Da die Qualität stimmt und Ayurcann als zuverlässig gilt, wuchs die Zahl der Kunden in den vergangenen Monaten stetig. Da Cannabis-Produkte für verschiedene Kundengruppen interessant sind, die jeweils eine andere Ansprache benötigen, macht die White-Label-Lösung von Ayurcann durchaus Sinn. Das Unternehmen bündelt auf diese Weise Kapazitäten, kauft den Rohstoff günstig ein und überlässt das zielgruppenspezifische Marketing anderen. Das Unternehmen ist damit in den vergangenen Monaten gut gefahren. Die Analysten von Fundamental Research Group sehen einen fairen Wert von rund 0,50 EUR –aktuell notiert der Wert bei 0,10 EUR. Anleger sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass ein derartiges Kurspotenzial auch Risiken birgt. Diese liegen im hohen Regulierungsgrad des Cannabis-Marktes und der möglichen Konkurrenz zu anderen Unternehmen.

Valneva: Wo bleibt der Startschuss?

Geradezu übermächtige Konkurrenz hat das Biotech Valneva. Das Unternehmen stellt einen klassischen Totimpfstoff gegen Covid-19 her und wartet aktuell auf die Zulassung. Die Technologie dahinter ist, anders als mRNA, seit 60 bis 70 Jahren bewährt und laut EU-Kommission sehr sicher. Vor allem Impfskeptiker könnten sich mit dem Präparat von Valneva umstimmen lassen und sich trotz ihrer Skepsis für eine Impfung entscheiden. Obwohl Valneva rund um Covid-19 Nachzügler ist, könnte dem Vakzin eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Pandemie zukommen – schließlich erfordert die grassierende Delta-Variante des Virus höhere Impfquoten und die Kooperation auch derjenigen Menschen, die bislang gegen den Pieks waren. Die Aktie von Valneva pirscht sich aktuell langsam nach oben. Charttechnisch sieht die Sache nach der Ruhe vor dem Sturm aus. Es bleibt spannend.


Während Valneva am Markt bereits seit Monaten als Chance gehandelt wird, befindet sich die Aktie von Ayurcann Holdings auf deutlich niedrigerem Niveau in Wartestellung. Zwar ist das Unternehmen deutlich kleiner, dafür hängen Wohl und Wehe nicht nur von einem Produkt ab. Auch die Aktie von Bayer handelt charttechnisch aktuell im Niemandsland. Den größten Hebel für eine positive Entwicklung bietet aufgrund der geringen Marktkapitalisierung aber Ayurcann Holdings. Hier kann jeder Auftrag den Startschuss für eine Rally geben – umgekehrt gilt das allerdings auch für schlechte Nachrichten.


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