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22.09.2021 | 05:00

BP, Saturn Oil + Gas, Gazprom: Wo Wachstum auf niedrige Bewertungen trifft

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Die Klimawende kommt. Doch die Wende kommt nicht von heute auf morgen. Ein Rohstoff, der noch lange gebraucht werden wird, ist Öl. Die OPEC erhöhte erst kürzlich ihre Nachfrageprognose für 2022 um 4,2 Mio. Barrel – je Tag. Die Ölkonzerne, die aktuell an der Börse gering bewertet sind, werden also noch lange gutes Geld verdienen. Doch auch hier sind diejenigen Unternehmen im Vorteil, die flexibel sind und mit einer nachhaltigen Ausrichtung glänzen. Wir stellen drei Titel vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: SATURN OIL+GAS O.N. | CA80412L1076 , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078

Inhaltsverzeichnis:


    BP wagt die grüne Wende

    Ein Öl-Multi, der bereits heute kräftig in regenerative Energie investiert, ist BP. Neben Schottland versucht das Unternehmen auch, vor der Küste Norwegens als Windkraftparkbetreiber Fuß zu fassen. Parallel fördert BP aber auch weiter Öl und Gas. Konkret arbeitet man in Angola und im Golf von Mexiko. BP verdient das meiste aber im Bereich der Raffinierung und des Vertriebs von fossilen Brennstoffen. Dass das Unternehmen etwas ändern muss, zeigen aber die Umsatzzahlen. Zwischen 2015 und 2020 gab der Umsatz im Mittel um rund 4% nach. Um bis zu 8,7% sank im selben Zeitraum der Cashflow. Die Zahlen zeigen: Eine Wachstums-Geschichte ist die Aktie von BP nicht.

    An der Börse helfen BP allerdings die soliden Ölpreise. Zwar steckte die jüngste China-Verunsicherung auch den Ölpreis an, doch ist die Tendenz auf Sicht von einem Jahr positiv – um rund 23% ging es für die Aktie von BP nach oben. Jenseits der Marke von 330 GBp ist langfristig sogar eine noch deutlichere Erholung drin. Gegen die Aktie spricht allerdings, dass BP in den Fokus vieler Umweltschützer geraten ist und inzwischen ein schlechtes Image hat. Zwar arbeitet BP an besseren ESG-Ratings, doch ist das bei einem großen Konzern ein mühsames Unterfangen.

    Saturn Oil & Gas: Organisches Wachstum und ein KGV knapp über 1

    Eine ganz andere Nummer ist dagegen Saturn Oil & Gas. Beim kanadischen Ölproduzenten stimmen sowohl ESG-Eckdaten als auch das Wachstum. Die Kanadier haben weitreichende Pläne zur Wiederherstellung ihrer Förderstätten und wollen unter anderem Bäume pflanzen. Auch engagiert sich Saturn Oil & Gas für die Gleichstellung von Mann und Frau und lädt gezielt Frauen zu Praktika ein, um die Energiebranche in Kanada weiblicher zu machen. Abseits dieser weichen Faktoren glänzt Saturn Oil & Gas mit beeindruckenden Zahlen: Dank der Übernahme des Ölfeldes Oxbow zu im Branchenvergleich herausragend günstigen Konditionen konnte das Unternehmen seine Produktion in diesem Jahr um 2.000% steigern. Erst gestern vermeldete das Unternehmen, dass ein unabhängiger Gutachter die Reserven auf Oxbow nach gängigen Bewertungsmethoden mit 435,7 Mio. CAD bewertet – das sind 0,87 CAD je Aktie. Ab sofort soll der Nettobetriebsertrag bei jährlich rund 70 Mio. CAD liegen. Gemessen an der aktuellen Bewertung glänzt die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 1.

    Die Übernahme der Oxbow-Liegenschaft stemmte Saturn größtenteils über ein Darlehen von privaten Geldgebern. Im Gespräch waren in der Vergangenheit Family Offices. Zugleich gelang es Saturn, die bestehende Produktion so abzusichern, dass das Darlehen unabhängig von der weiteren Entwicklung der Ölpreise binnen zwei Jahren zurückgezahlt werden kann. Schon seit Monaten generiert Saturn täglich einen freien Cashflow von rund 265.000 CAD – nach Aufwendungen für das Hedging. Diese Mittel investiert das Unternehmen bereits in organisches Wachstum und ist zuversichtlich, den Ausstoß der neuen Oxbow-Liegenschaft weiter hoch halten zu können und zugleich das Engagement auf dem bestehenden Viking-Gebiet, wo Saturn bereits in der Vergangenheit sehr erfolgreich war, auszubauen. Die Aktie ist im Zuge der China-Sorgen etwas zurückgekommen. Bewertung, Wachstumsperspektive und ESG-Profil sprechen aber dafür, dass Saturn eine der besten Energie-Aktien der kommenden Jahre sein kann.

    Gazprom: Bei ESG hapert's noch

    Weniger Fokus auf Nachhaltigkeit legt man bei Gazprom. Dennoch ist die Aktie aktuell gefragt. Die Pipeline Nord Stream 2 nach Europa kommt und auch das Geschäft mit China verläuft vielversprechend. Gazprom sitzt auf riesigen Reserven und das Potenzial zur kostengünstigen Förderung ist riesengroß. Größtes Geschäftsfeld ist das Erdgas mit einem Umsatzanteil von 55%, Öl spielt mit 7,7% nur eine kleine Rolle. In den vergangenen Quartalen war Gazprom auf Wachstumskurs, was auch der Aktie gutgetan hat. Schwächen gibt es dagegen beim ESG-Profil.


    Während Gazprom BP im Duell der Ölmultis locker ausstechen kann, sieht der Vergleich mit Saturn Oil & Gas schon anders aus. Zwar ist letzteres ein relativ kleines Unternehmen, doch scheinen die Risiken angesichts der bestehenden Ölpreisabsicherung gering. Da Saturn zudem freien Cashflow generiert, kann man sich wieder auf das organische Wachstum fokussieren. In diesem Bereich war das Unternehmen, das im kanadischen Saskatchewan verwurzelt ist und die Branche genau kennt, bereits in der Vergangenheit erfolgreich.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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