21.05.2026 | 05:30
Bullenfalle bei Rheinmetall-Aktie? D-Wave mit Problemen! Geheimtipp Strategic Resources!
Die Aktie von Rheinmetall hat in den vergangenen Tagen immerhin fast zweistellig dazugewonnen. Ist dies nach den starken Kursverlusten der Beginn eines Comebacks oder eine Bullenfalle? Analysten raten jedenfalls zum Kauf und sehen die Aktie in Richtung Allzeithoch marschieren. Dagegen ist Strategic Resources noch ein echter Geheimtipp. Das Unternehmen notiert noch nicht lange in Deutschland. Der Investmentcase ist umso spannender. Das Unternehmen hat Zugriff auf kritische Metalle und will eine attraktive Wertschöpfungskette aufbauen. Spannend ist unbestritten auch das Geschäftsmodell von D-Wave. Allerdings ist die Bewertung auch nach der Korrektur im laufenden Jahr immer noch sportlich. Dies wurde mit Blick auf die Quartalszahlen wieder deutlich. Die Kursziele beim Quantum-Highflyer wurden zusammengestrichen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Strategic Resources: Spannende Wertschöpfungskette
Die Aktie von Strategic Resources ist an deutschen Börsen noch neu. Dies könnte sich als Chance für frühe Investoren erweisen. Denn der Investmentcase ist hochinteressant, wenn auch etwas komplex. Das Unternehmen ist auf die Erschließung kritischer Mineralien spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf hochreinem Eisen, Vanadium und Titan. Die Flaggschiffe sind das baureife BlackRock-Projekt im kanadischen Quebec und die historische Mustavaara-Mine in Finnland.
Mit dem BlackRock-Projekt verfolgt Strategic Resources das Ziel, die erste Vanadium-Titan-Magnetit-Mine Nordamerikas aufzubauen. Dank der Nutzung von Wasserkraft und grünem Wasserstoff kann man besonders emissionsarme metallurgische Prozesse nutzen. Denn Strategic Resources will kein klassischer Explorer sein, der nur Lagerstätten sucht und Bohrergebnisse veröffentlicht. In einem interessanten Interview mit Lyndsay Malchuk vom IIF präsentierte CEO Sean Cleary ein Unternehmen, das die Wertschöpfungskette verlängern und vom Trend zu Elektromobilität und „grünem Stahl“ profitieren will.
So entwickelt Strategic Resources in Port Saguenay in Québec eine bereits genehmigte Pelletanlage für hochreines Eisenerz. Die Erweiterung auf bis zu 4 Mio. Tonnen Jahreskapazität ist bereits in Planung. Ziel ist es, die Stahlindustrie mit hochwertigen und CO₂-armen Pellets zu beliefern – insbesondere in Europa, wo strengere Klimavorgaben und der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus die Nachfrage nach emissionsärmeren Rohstoffen antreibt. Cleary erklärte, dass das Unternehmen bis Ende des zweiten Quartals mit der erweiterten Umweltgenehmigung rechnet. Danach sollen Engineering-Arbeiten und Bauvorbereitungen weiter beschleunigt werden. Bereits im kommenden Jahr könnte der Baustart erfolgen.
Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit dem Batterieentwickler Tyfast Energy an einer nordamerikanischen Lieferkette für vanadiumbasierte Batteriematerialien. Geplant ist, Vanadiumoxid aus dem BlackRock-Projekt in Batteriequalität aufzubereiten und anschließend für leistungsstarke Lithium-Vanadium-Oxid-Anoden zu verwenden. Die Partner sehen vor allem in Bereichen wie Bergbau, Verteidigung und industriellen Offroad-Anwendungen großes Potenzial, da dort robuste Batterien mit schnellen Ladezeiten und hoher Kältebeständigkeit gefragt sind. Langfristig könnte daraus eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette von der Mine bis zur Batterie entstehen, die Kanada als wichtigen Standort für kritische Batterierohstoffe stärkt.
https://youtu.be/ha8A2-FPIwk?si=DTXRA-WjgIjnPWZN
D-Wave nach den Quartalszahlen
Und was macht eigentlich D-Wave? Im KI-Hype der letzten Monate ist es um den Quantum-Highflyer etwas still geworden. Im laufenden Jahr hat die Aktie rund 35 % an Wert verloren und notiert knapp über 18 USD. Das Allzeithoch im Oktober 2025 lag bei fast 50 USD. Mit 6,7 Mrd. USD ist das Unternehmen auch auf dem aktuellen Niveau alles andere als günstig.
Der in der vergangenen Woche veröffentlichte Bericht über das erste Quartal 2026 brachte keine neuen Impulse. Im Gegenteil. Die Aktie verlor im Anschluss über 10 %.
Denn D-Wave Quantum hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang beim Umsatz verbucht. Die Erlöse lagen bei 2,9 Mio. USD und damit rund 81 % unter dem Vorjahreswert von 15 Mio. USD. Hintergrund ist vor allem ein Basiseffekt, da im ersten Quartal 2025 der Verkauf eines Quantencomputersystems einen außergewöhnlich hohen Umsatzbeitrag geliefert hatte. Gleichzeitig stiegen die Buchungen jedoch massiv auf 33,4 Mio. USD nach 1,6 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Auch die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) legten deutlich auf 42,4 Mio. USD zu. Allerdings legte auch der Nettoverlust von 5,4 Mio. USD auf 18,4 Mio. USD zu. Belastet wurde das Ergebnis insbesondere durch höhere Investitionen in Forschung, Entwicklung und Vertrieb sowie durch Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Quantum Circuits.
Zu den wichtigsten operativen Entwicklungen gehörte die Übernahme von Quantum Circuits, einem Spezialisten für fehlertolerante Gate-Model-Quantencomputer. D-Wave will damit die Entwicklung skalierbarer und fehlerkorrigierter Systeme beschleunigen. Zudem meldete das Unternehmen einen Rekordvertrag über 10 Mio. USD für Quantum-Computing-as-a-Service mit einem Fortune-100-Konzern. Darüber hinaus vereinbarte D-Wave mit der Florida Atlantic University den Verkauf eines Advantage2™-Quantencomputers im Wert von 20 Mio. USD. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitete das Unternehmen unter anderem mit dem japanischen Pharmakonzern Shionogi an KI-gestützter Wirkstoffforschung zusammen und veröffentlichte neue Forschungsarbeiten zu erweiterten Annealing-Protokollen.
Für die kommenden Jahre stellte D-Wave einen ambitionierten Technologie-Fahrplan vor. Bis Ende 2028 soll ein Dual-Rail-System mit rund 175 physikalischen Qubits entstehen, langfristig peilt das Unternehmen Systeme mit 10.000 physikalischen Qubits an. Bis 2032 soll eine Plattform verfügbar sein, die 100 logische Qubits unterstützt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu praktischer Quantenanwendung. Weitere Details zur Strategie und zur Produktentwicklung will D-Wave auf einem Investor Day Anfang Juni präsentieren. Das Management sieht sich durch die steigenden Buchungen und die wachsende Nachfrage nach Quantenlösungen gut positioniert, um von der weiteren Entwicklung des Quantencomputing-Marktes zu profitieren.
Analysten reagierten mit leichten Kurszielreduzierungen auf die Zahlen. Bei Mizuho wurde der faire Wert von 31 USD auf 29 USD reduziert und bei Canaccord von 43 USD auf 41 USD. Beide Häuser raten weiterhin, die Aktie zu kaufen.
Rheinmetall: Aktie wieder ein Kauf?
Ist die Aktie von Rheinmetall wieder ein Kauf? Immerhin hatte das Wertpapier seit dem Allzeithoch bei rund 2.000 EUR rund 40 % an Wert verloren. In den vergangenen beiden Handelstagen ging es dann immerhin rund 8 % hoch.
Zum einen profitiert der Kurs von einem möglichen Milliardenauftrag. So sieht die Vorlage des Bundesfinanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestags eine Bestellung von insgesamt 2.030 Lastwagen für die Bundeswehr vor. Das Auftragsvolumen liegt bei über einer Milliarde EUR. Liefern soll die Fahrzeuge Rheinmetall MAN Military Vehicles und zwar bis November dieses Jahres. Dabei handelt es sich um eine weitere Tranche des bestehenden Rahmenvertrags über insgesamt bis zu 6.500 Fahrzeuge.
Zudem profitierte der ganze Rüstungssektor von den gestern veröffentlichten Quartalszahlen der Czechoslovak Group (CSG). Der Anfang dieses Jahres an die Börse gegangene tschechische Rüstungskonzern ist mit deutlichem Wachstum in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 13,8 % auf 1,54 Mrd. EUR. Das operative EBIT legte um 8,7 % auf 372 Mio. EUR zu. Der Auftragsbestand erhöhte sich auf 17 Mrd. EUR, zudem befindet sich ein weiteres Volumen von rund 27 Mrd. EUR in Verhandlungen. Zudem berichtete CSG über den Ausbau seiner Produktionskapazitäten und die vertikale Integration insbesondere im Munitionsbereich. So wurden unter anderem zusätzliche Fertigungskapazitäten in Europa aufgebaut. Darüber hinaus gewann CSG mehrere Großaufträge in den Bereichen Munition, Luftverteidigung und gepanzerte Fahrzeuge. Die Jahresprognose 2026 und auch die mittelfristigen Ziele wurden bestätigt. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 9 % auf die Meldung.
Rückenwind für die Rheinmetall-Aktie gab es gestern auch noch von Barclays. Die Analysten haben ihre Kaufempfehlung für den größten deutschen Rüstungskonzern bekräftigt. Sie trauen der Aktie einen Anstieg auf 2.035 EUR zu. Die Wachstumsstory sei intakt und das zweite Quartal 2026 soll stark sein.
Fazit
Ob es sich bei Rheinmetall um eine Bullenfalle oder ein Comeback handelt, bleibt abzuwarten. Bei Strategic Resources handelt es sich um einen interessanten Newcomer mit Kurschancen. Der gesamte Quantum-Sektor steht derzeit im Schatten von KI. Wenn sich dies wieder ändert, sollte D-Wave Quantum wieder zu den Gewinnern gehören.
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