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21.02.2022 | 07:03

Daimler, Yorkton Ventures, Volkswagen: Rollt das Lithium-Übernahme-Karussell jetzt an?

  • E-Auto
Bildquelle: pixabay.com

Wenn Tesla an der Tür klopft, dann lässt man den Gast nicht lange warten, auch wenn der Besuch spontan ist. Meist bringt der E-Autobauer nämlich handfeste Pläne und die nötigen Mittel, diese auch umzusetzen, mit. So geschehen kürzlich bei Liontown Resources. Das kleine australische Unternehmen plant, bis 2025 die kommerzielle Produktion aufzunehmen. Tesla will schon heute einen Fuß in die Tür stellen und hat eine Vereinbarung ausgetüftelt, die ein flexibles Auftragsvolumen erlaubt, je nachdem, wie viel Lithium-Spodumen-Konzentrat Liontown liefern kann. Der Deal zeigt, auch kleine Lithium-Unternehmen sind im Fokus der ganz Großen. Wir stellen drei Aktien vor, die ebenfalls ins Bild passen könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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Inhaltsverzeichnis:


    Daimler: Das sieht gut aus

    Der schwäbische Autobauer Daimler hat sich bereits weitgehend elektrifiziert. Zwar gibt es auch weiterhin Verbrennungsmotoren, doch besteht das Ziel, diese auslaufen zu lassen. Daimler ist daher auf innovative Batterietechnik und die damit verbundenen Grundstoffe angewiesen. Doch das Ganze soll nachhaltig geschehen. Daimler pocht darauf, indirekt Rohstoffe zu nutzen, die gemäß der Initiative for Responsible Mining Asurance (IRMA) zertifiziert sind. Auch hat sich Daimler in die Karten schauen lassen, woher das bisher genutzte Lithium stammt. Aktuell kommt ein Teil davon aus Australien, der Rest aus Chile. Letzteres Ursprungsland gilt jedoch auch für Daimler als „Risiko-Hotspot" aus ESG-Sicht. Aktuell arbeitet Daimler daran, negative Folgen des Lithiumabbaus in Chile bestmöglich zu steuern und die Situation vor Ort zu verbessern.

    Derartiges Impact-Investing ist wichtig, um die Bedingungen zu verbessern. Wenn Großkunden Ansprüche anmelden und klare Kriterien benennen, verbessert das die Situation für Umwelt und Anwohner. Doch bereits kurz- oder mittelfristig ist nicht ausgeschlossen, dass sich Daimler neue Partner sucht oder auf Lithium aus anderen Regionen der Welt drängt. Hier könnten Projekte in den USA oder Kanada in Frage kommen. Auch das zu Chile benachbarte Argentinien gilt als aufstrebend. Die besseren ESG-Bedingungen dürften aber in Nordamerika vorherrschen. Um glaubwürdig zu sein, muss Daimler in Zukunft noch mehr auf Lieferketten achten und ESG-Risiken ausschließen. Das Unternehmen ist in diesem Bereich aber bereits auf einem guten Weg. Zuletzt erreichte die Aktie ein neues Drei-Jahres-Hoch.

    Yorkton Resources: Lithium und Gold mit Blue-Sky-Potenzial

    Eher mit fallender Tendenz bzw. seitwärts geht es dagegen für die noch relativ unbekannte Lithium-Aktie Yorkton Ventures. Das Unternehmen hat erst im vergangenen Dezember mehrere nicht zusammenhängende Liegenschaften erworben, die unter dem Namen Cyr-Kapiwak-Projekt firmieren. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich weitere Lithium-Projekte, die weiter fortgeschritten sind, wie etwa die geplante James-Bay-Mine von Allkem und die Liegenschaft Cyr South von Medaro Mining. Die Projekte von Yorkton stehen noch völlig am Anfang, bieten aber gerade deswegen die Aussicht auf große Hebel. Das Unternehmen ist nur etwas mehr als 7 Mio. EUR wert.

    Neben den Lithium-Projekten hat Yorkton Ventures noch Goldprojekte im Portfolio , von denen eines in Quebec beheimatet ist und zwei weitere in Neufundland. Das Projekt in Quebec heißt Bellechasse-Timmins, verfügt über eine historische Ressource von 171.000 Unzen Gold und punktet mit einem gemittelten Gehalt von 1,83 g/t Gold. Es wird gemeinsam mit GoldSpot Discoveries exploriert. Yorkton Ventures bietet Zugang zu spannenden Gold- und Lithium-Projekten und eignet sich für spekulativ orientierte Investoren mit einem Faible für Projekte mit Blue-Sky-Potenzial.

    Volkswagen: Was folgt auf gute PR?

    Ungleich konservativer ist die Aktie von Volkswagen. Das Unternehmen gilt in Deutschland als E-Auto-Vorzeigeunternehmen. Teils ist dieses Image den Modellen, teils aber auch der guten PR geschuldet. CEO Herbert Diess ließ schon früh die Krawatte weg und inszenierte sich als deutscher Elon Musk – sozusagen als Mix zwischen Ingenieur und Innovator. Nachdem die Aktie vor rund einem Jahr stark von der E-Auto-Fantasie profitierte, pendelt der Wert inzwischen mit absteigender Tendenz seitwärts. Noch immer beherrscht man bei VW aber die PR-Klaviatur – zuletzt machte das Unternehmen mit einem geplanten Billig-E-Auto von sich reden. Die Schallmauer für ein solches Fahrzeug könnte bei 20.000 EUR liegen.


    Die Aktie von Volkswagen reagiert auf die guten Nachrichten rund um VW kaum noch. Das könnte daran liegen, dass der Markt die Fantasie bereits eingepreist hat. Bei Daimler sieht das aktuell anders aus. Hier könnten Anleger kurzfristig Freude haben, wenngleich die Aktie eher in gemächlicher „Reise-Geschwindigkeit" unterwegs sein wird. Das Potenzial, den Turbo zu zünden, hat dagegen Yorkton Resources. Der Haken: Man weiß nie, wann der Markt das Gaspedal durchdrückt. Wer damit zurechtkommt, kann in Yorkton aber einen vielversprechenden Wert mit mehreren Eisen im Feuer sehen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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