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24.02.2022 | 06:00

Delivery Hero, Wallstreet:Online, SAP: Personal-Aufstand bei Digital-Unternehmen

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Viele Wünsche können wir uns inzwischen mit wenigen Klicks erfüllen: Eine leckere Bowl zum Lunch, den neuesten Action-Blockbuster oder auch eine vielversprechende Aktie – nach wenigen Klicks sind wir am Ziel. Doch nicht immer sind digitale Geschäftsmodelle auch Selbstläufer. Wir gehen Problemen auf den Grund und zeigen auf, wo auch heute noch Chancen liegen. Die Aktien von Delivery Hero, Wallstreet:Online und SAP für Sie im Check.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , DELIVERY HERO SE NA O.N. | DE000A2E4K43 , SAP SE O.N. | DE0007164600

Inhaltsverzeichnis:


    Delivery Hero: Wer fährt morgen noch Essen aus?

    Wer heute in einer Großstadt Hunger bekommt, der hat viele Möglichkeiten. Lieferdienste bringen entweder direkt frisches Essen oder aber Zutaten zum Supermarktpreis innerhalb von zehn Minuten. Doch kann sich das für Anbieter wie Delivery Hero rechnen? In der Regel bessern Studierende mit den Lieferjobs ihre Haushaltskasse auf. Andere machen den Job nebenbei, weil sie gerne Fahrrad fahren. Doch nur mit leidenschaftlichen Radkurieren sind die Lieferdienste nicht zu stemmen. In einer Zeit, in der Fachkräfte rar werden, dürften viele Studierende bessere Jobs finden. Die Folge: Um Kuriere anzulocken, muss die Entlohnung steigen. Das Geschäftsmodell wankt.

    Zwar geht es Unternehmen wie Delivery Hero aktuell in erster Linie um Wachstum, das das Unternehmen auch eindrucksvoll unter Beweis stellt, doch könnte das Ende der Pandemie auch dazu führen, dass Menschen wieder häufiger vor Ort zusammenkommen wollen. Ob Delivery Hero langfristig auf dem Wachstumspfad bleibt, ist unklar. Auch kann es immer wieder Konkurrenz geben – eine App ist für die meisten Nutzer schließlich schnell gewechselt, wenn es anderswo günstigere Konditionen gibt. Der Plan, den Markt jetzt zu bereinigen und langfristig zu kassieren, ist für Delivery Hero keineswegs in Stein gemeißelt. Die Aktie ist ein Digitalisierungs-Wert, der sein Potenzial aktuell ausgeschöpft hat.

    Wallstreet:Online: Neobroker und Medienhaus rücken noch näher zusammen

    Auch im Bereich der Geldanlage könnte man zunächst glauben, dass die Digitalisierung keine wesentlichen Neuerungen mehr bringt – schließlich legen die meisten von uns seit Jahrzehnten digital an. Doch im Detail sieht das anders aus. Sogenannte Neobroker haben in den vergangenen Jahren gezeigt, was möglich ist, wenn man digitale Prozesse umfassend implementiert. Etwa bei der Kontoeröffnung geht es bei vielen Geldhäusern auch im Jahr 2022 noch immer nicht ohne Papier. Der Smartbroker aus dem Hause Wallstreet:Online schickt sich an, die Vorzüge klassischer Broker und Neobroker miteinander zu vereinen. Wenn digitale Prozesse und umfangreiches Angebot zusammenkommen, lässt sich am Markt punkten, so das Unternehmen aus Berlin. In der Tat ist der Smartbroker eine Wachstumsgeschichte – Ende des Jahres sollen 200.000 Kunden über das Angebot handeln.

    Mit dem Kundenzuspruch wachsen auch die Einlagen der Wallstreet:Online Capital AG, die seit Kurzem zu 100% in die Wallstreet:Online AG integriert ist. Dank dieser Formalität kann das Unternehmen in Zukunft noch mehr Finanzdienstleistungen anbieten, entsprechende Anträge bei der BaFin sind bereits gestellt. Da das Unternehmen auch noch Finanzportale im Bestand hat, die monatlich 376 Mio. Seitenaufrufe generieren, winken Synergie-Effekte – um Kunden anzulocken oder den Weg zum Trade möglichst kurz zu gestalten, hat Wallstreet:Online alle Möglichkeiten. Die Aktie ist inzwischen unter 20 EUR zu haben, langfristig ist der Positiv-Trend weiter intakt!

    SAP: Gutes Geschäft, unzufriedene Mitarbeiter

    Synergie-Effekte bietet auch SAP – und zwar Kunden und Anlegern. Der Software-Konzern aus dem badischen Walldorf agiert seit Jahren mittels modularen Angeboten. Geschäftskunden können für verschiedene Bereiche Software nutzen, die sich ergänzt, wie etwa für Lager- und Buchhaltung. Auch bei den immer beliebteren Cloud-Lösungen ist SAP gut positioniert und macht inzwischen annähernd 30% der Umsätze in der aufstrebenden Sparte. Cloud-Angebote lassen sich besonders gut skalieren. Es macht (fast) keinen Unterschied, ob eine Software zehn Kunden nutzen oder 100. Da bei Kunden zugleich der Aufwand für Wartung, Updates oder Installation entfällt, ist die Cloud auch bei Nutzern sehr beliebt. Drittes Geschäftsfeld ist die IT-Beratung. Zwar nimmt die Sparte nur rund 15% der Umsätze ein, doch sind diese in der Regel langfristig und wiederkehrend.


    Die Aktie ist trotz der guten Voraussetzungen stark zurückgekommen und könnte bald zweistellig notieren. Laut Medienberichten sind SAP-Mitarbeiter mit ihrem Gehalt nicht zufrieden. Angesichts des Fachkräftemangels, der gerade in der IT groß ist, ist das kein gutes Zeichen für SAP – ohne gute Leute geht's schlichtweg nichts. Während steigende Preise und der Personalmangel sowohl beim Software-Riesen als auch bei Delivery Hero zu einem Thema werden könnten, sind derartige Nachrichten bei Wallstreet:Online noch nicht nach außen gedrungen. Auch ist das Geschäftsmodell rund um Medien und Brokerage so gut skalierbar und zudem synergistisch, dass Personalkosten für Wallstreet:Online das kleinste Problem sein sollten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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