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27.07.2026 | 04:30

Diese Aktien JETZT KAUFEN? TeamViewer, Infineon, HPQ Silicon!

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Bildquelle: KI

Ist die Aktie von Infineon nach der Korrektur um über 20 % ein Kauf? Die Analysten von mwb streichen zumindest ihre Verkaufsempfehlung. Sie erwarten, dass der deutsche Halbleiterkonzern in den kommenden Jahren kräftig wachsen wird. Die Bewertung sei allerdings weiterhin ambitioniert. Interessant für einen Kauf erscheint derzeit die Bewertung von HPQ Silicon. Das kanadische Technologieunternehmen will im laufenden Jahr die Kommerzialisierung verschiedener Technologien starten. Der Newsflow dazu war zuletzt erneut positiv. Gelingt der Durchbruch mit Batteriezellen für das Militär? Bei TeamViewer ist derzeit noch offen, ob das Unternehmen zu den Gewinnern oder Verlierern des KI-Booms zählen wird. Kann eine Kooperation mit ServiceNow neue Impulse für die Aktie bringen? Ziel ist es, IT-Probleme nicht nur zu erkennen, sondern sie mithilfe von KI-Agenten zunehmend automatisiert zu beheben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon: Newsflow stützt Investmentcase

    Der Investmentcase bei HPQ Silicon ist in diesem Jahr, dass das Unternehmen gleich mehrere Technologien in die Kommerzialisierung bringt. Dazu gab es zuletzt wieder positive Meldungen. Die Kanadier haben mit der UL-1642-Zertifizierung ihrer ENDURA+-Gen4-Batteriezelle einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Lithium-Ionen-Zelle im Format 21700 erfüllt damit einen der etablierten US-Sicherheitsstandards für kommerzielle Batteriezellen. Gleichzeitig steigt die Kapazität gegenüber der bereits zertifizierten Gen3-Plattform von 6.000 auf 6.500 mAh. HPQ zeigt damit, dass sich die Leistungsfähigkeit steigern lässt, ohne Abstriche bei den Sicherheitsanforderungen zu machen.

    Die Zertifizierung erleichtert potenziellen Kunden und Industriepartnern die technische Bewertung der Zellen, unterstützt Qualifizierungsprogramme und schafft eine wichtige Grundlage für die Integration in Batteriepacks. Ein zusätzlicher Vorteil der gemeinsam mit Novacium entwickelten Siliziumanoden-Technologie ist ihre Kompatibilität mit bestehenden Produktionsverfahren für Lithium-Ionen-Zellen. Dies könnte die Markteinführung beschleunigen und die Investitionshürden für Hersteller senken.

    Parallel bauen HPQ und Novacium ihre Vertriebs- und Geschäftsentwicklungskapazitäten für Industrie- und Verteidigungsmärkte aus. Das Team wurde um erfahrene Fachkräfte ergänzt, darunter ein Manager mit operativer Erfahrung bei französischen Spezialeinheiten. Zudem soll die Partnerschaft mit der auf Industrie- und Verteidigungsmärkte spezialisierten Beratungsgesellschaft Offset Links neue Kontakte und Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Im Fokus stehen zunächst Australien sowie der Nahe Osten und Nordafrika.

    Für HPQ ist diese Entwicklung besonders relevant, da das Unternehmen über exklusive Vermarktungsrechte für Novacium-Technologien in Kanada, den USA und Mexiko verfügt. Neben Siliziumanoden arbeitet Novacium auch an einem autonomen Wasserstofferzeugungssystem für zivile und militärische Anwendungen. Mit den neuen Vertriebsaktivitäten bewegt sich HPQ erkennbar von der Technologieentwicklung in Richtung kommerzieller Vermarktung. Dafür erscheint die aktuelle Bewertung von rund 70 Mio. CAD nicht teuer zu sein.

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e

    TeamViewer: Neue Impulse durch ServiceNow?

    Bei TeamViewer ist noch offen, ob das Unternehmen zu den Gewinnern oder Verlierern des KI-Booms zählt. Einerseits können KI-gestützte Automatisierung und autonome IT-Prozesse die Nachfrage nach Lösungen für Fernzugriff, Geräteverwaltung und digitale Arbeitsplatzanalysen erhöhen. Andererseits besteht das Risiko, dass große Softwareplattformen immer mehr Funktionen selbst integrieren und spezialisierte Anbieter unter Preisdruck geraten. Entscheidend wird daher sein, ob TeamViewer seine Technologie erfolgreich in führende Plattformen einbindet und daraus zusätzliche Umsätze generiert.

    Vor diesem Hintergrund haben TeamViewer und ServiceNow eine mehrjährige strategische Partnerschaft vereinbart. Die Lösungen von TeamViewer für Digital Employee Experience und Remote Connectivity sollen in die KI-Plattform von ServiceNow integriert werden. Ziel ist es, IT-Probleme nicht nur zu erkennen, sondern sie mithilfe von KI-Agenten zunehmend automatisiert zu beheben. Durch den direkten Zugriff auf Endgeräte soll TeamViewer dazu beitragen, manuelle Eingriffe zu reduzieren und IT-Prozesse schrittweise in Richtung einer autonomen Verwaltung weiterzuentwickeln.

    Die integrierten Lösungen sollen ServiceNow-Kunden weltweit zur Verfügung stehen. Beide Unternehmen wollen ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten bündeln und das gemeinsame Angebot insbesondere in den Bereichen IT Service Management, Field Service Management und Customer Service Management vermarkten. Darüber hinaus sind weitere technische Integrationen und gemeinsame Innovationen vorgesehen. Konkrete Angaben zu möglichen Umsatzbeiträgen oder finanziellen Auswirkungen der Partnerschaft machten die Unternehmen allerdings nicht.

    Infineon: Jetzt kaufen?

    Die Aktie von Infineon hat kräftig korrigiert. So ging es innerhalb der vergangenen vier Wochen um über 20 % nach unten. Am Freitag notierte das Wertpapier des deutschen Halbleiterkonzerns bei rund 63 EUR. Kann man jetzt wieder einsteigen? Aus Sicht der Analysten von mwb research noch nicht. Sie haben Infineon nach dem deutlichen Kursrückgang von „Verkaufen“ hochgestuft, allerdings auf „Halten“. Den fairen Wert sehen sie bei 60,00 EUR. Nach der zuvor starken, vom KI-Boom getragenen Neubewertung seien die Erwartungen sehr hoch gewesen. Die anschließende Korrektur führen die Experten vor allem auf Gewinnmitnahmen und vorsichtigere Annahmen zu KI-Investitionen zurück – nicht auf eine Verschlechterung der operativen Entwicklung. Durch den niedrigeren Aktienkurs sei das zuvor ungünstige Chance-Risiko-Verhältnis inzwischen weitgehend ausgeglichen.

    Fundamental sehen die Analysten Infineon weiterhin gut aufgestellt. Die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI-Anwendungen übersteige das Angebot und ermögliche eine hohe Auslastung sowie ein günstigeres Preisumfeld. Gleichzeitig verbessere sich die Nachfrage in den Bereichen Industrie und Automotive schrittweise. Für das dritte Quartal erwartet mwb Ergebnisse oberhalb der Unternehmensprognose. Der Umsatz dürfte über 4,1 Mrd. EUR liegen und die Segmentergebnismarge den oberen Zehnerprozentbereich übertreffen.

    Für die Jahre 2026 bis 2028 erwarten die Analysten eine deutliche Beschleunigung der Geschäftsentwicklung. Der Umsatz soll von 16,28 Mrd. EUR im Jahr 2026 auf 18,96 Mrd. EUR im Jahr 2027 und 21,43 Mrd. EUR im Jahr 2028 steigen. Beim EBITDA wird im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 5,10 Mrd. EUR auf 7,02 Mrd. EUR und schließlich 8,05 Mrd. EUR prognostiziert. Auch das Ergebnis je Aktie soll sich kräftig verbessern. Von 1,87 EUR im Jahr 2026 über 2,76 EUR im Jahr 2027 soll es bis 2028 auf 3,34 EUR klettern.


    Fazit

    Bei dem positiven Newsflow von HPQ kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Aktie anspringt. Die Bewertung von rund 70 Mio. CAD erscheint jedenfalls nicht zu hoch. Bei Infineon bleiben die Analysten von mwb zurückhaltend. Das Unternehmen wächst zwar schnell, aber die Aktie muss aus Sicht der Experten noch etwas nach unten kommen. TeamViewer dürfte von der Partnerschaft mit ServiceNow profitieren. Vielleicht kommt wieder Übernahmefantasie auf?


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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