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28.04.2026 | 04:30

DROHNENAKTIEN: Nachzügler Rheinmetall, Spezialist DroneShield und Geheimtipp HPQ Silicon

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Bildquelle: Helsing

Die Aktie von Rheinmetall ist im laufenden Jahr eine Enttäuschung. Obwohl weltweit die Rüstungsaufgaben steigen, fehlt es beim größten deutschen Rüstungskonzern an Momentum. Dabei wurde zuletzt auch ein spannender Auftrag aus dem Drohnenbereich gemeldet. Die Düsseldorfer scheinen auch in diesem Segment endlich Fuß zu fassen. Die Flugzeit von Drohnen verlängern will HPQ Silicon. Auch darüber hinaus hat man einige weitere spannende Technologien im Portfolio. Die Aktie ist noch ein Geheimtipp. Doch dies dürfte nicht mehr lange so bleiben. Die Batterien überzeugen in Tests und die Kommerzialisierung startet. Auf die Abwehr von Drohnen ist DroneShield spezialisiert. Die Aktie gehörte zu den Shootingstars der vergangenen Jahre. Derzeit tut sich das Wertpapier allerdings schwer. Dabei war die Entwicklung in Q1 positiv und die Pipeline ist prall gefüllt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon: Geheimtipp startet Kommerzialisierung

    Noch ein Geheimtipp ist HPQ Silicon. Dies sollte sich in den kommenden Monaten ändern. Denn das kanadische Technologieunternehmen ist gleich in mehreren spannenden Zukunftsfeldern dabei. Zum einen entwickelt man Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation. Sie sollen neue Maßstäbe bei der Leistungsfähigkeit setzen. Außerdem arbeitet man an Technologien für sauberen Wasserstoff und Energiegewinnung aus Abfall. Dafür nutzt man Silizium-basierte Anodenmaterialien des Partners Novacium – an dem HPQ beteiligt ist. HPQ besitzt die exklusiven Rechte in Nordamerika und kann damit einen Milliardenmarkt erschließen.

    Bei der Batterietechnik hat man zuletzt bemerkenswerte Fortschritte gemeldet. In aktuellen Tests haben 21.700-Zellen auf Basis der GEN4-Siliziumanoden-Technologie von Novacium erstmals die Marke von 7.000 mAh durchbrochen und eine Kapazität von 7.030 mAh erreicht. Damit bewegt sich das Unternehmen an der Spitze dessen, was im industriellen Format bislang öffentlich dokumentiert wurde. Noch wichtiger als der reine Kapazitätsrekord ist jedoch die Stabilität der Zellen. Selbst unter diesen verschärften Bedingungen zeigten die GEN4-Zellen kaum Kapazitätsverlust. Insgesamt überzeugt die Batterie durch größere Energiedichten und erweiterte Betriebsfenster. Auf dieser Basis und mit den exklusiven Vermarktungsrechten für Nordamerika sowie dem Fokus auf Anwendungen wie Elektromobilität, Drohnen und Unterhaltungselektronik wird das Unternehmen die Kommerzialisierung konsequent vorantreiben.

    Dass die kurzfristige Kommerzialisierung in Nordamerika realistisch ist, zeigt der Vertriebserfolg des Partners Novacium. In Europa hat man den ersten konkreten Kundenauftrag aus der Industrie erhalten. Ein europäischer Drohnenhersteller hat initiale Batteriepakete auf Basis der leistungsstarken GEN4-21700-Zellen bestellt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg vom Labor in die Praxis. Die gelieferten Packs sind speziell für High-End-Drohnen konzipiert und adressieren genau den zentralen Engpass der Branche: längere Flugzeiten bei gleichbleibendem Gewicht. Mit Kapazitäten von bis zu 13.400 mAh in der aktuellen 8S2P-Konfiguration sowie potenziell über 20.000 mAh in einer erweiterten Version unterstreicht die Technologie ihre Leistungsfähigkeit im realen Einsatz. Dies sollte als Referenz auch im Nordamerikageschäft unterstützen.

    DroneShield: Zahlen können nicht überzeugen

    Während HPQ Silicon noch ein Geheimtipp unter den Drohnenaktien ist, kann DroneShield inzwischen fast schon als Basisinvestment bezeichnet werden, zumindest unter den Pureplays. Die Aktie des Spezialisten für Drohnenabwehr hat sich seit Anfang 2024 unter großen Schwankungen mehr als verzehnfacht. Im laufenden Jahr liegt das Kursplus immerhin bei über 15 %.

    Die Zahlen zum ersten Quartal des Jahres konnten keinen Jubel auslösen. Dabei können sich die Zahlen durchaus sehen lassen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 121 % auf 74,1 Mio. AUD. Die Kundenzahlungen legten sogar um 360 % auf 77,4 Mio. AUD zu. Zudem war es das vierte Quartal in Folge mit einem positiven operativen Cashflow. Im Berichtszeitraum lag dieser bei 24,1 Mio. AUD (Q1 2025: -17,9 Mio. AUD). Leider gibt es keine Zahlen zur Ergebnisentwicklung. Dies ist nicht wirklich transparent und für ein Unternehmen dieser Größe etwas bedenklich.

    Auf weiteres Wachstum deutet die Pipeline hin. Diese hatte Ende März 2026 ein Volumen von 2,2 Mrd. AUD. So seien 312 Deals aus 30 Ländern möglich. Dabei verwies DroneShield auch auf einen möglichen Großauftrag mit einem Volumen von 750 Mio. AUD. Für das Wachstum ist man auch gut durchfinanziert. So verfügten die Australier über Cashreserven in Höhe von 222,8 Mio. AUD. Auch die Vision 2030+ wurde bestätigt. In dieser beziffert DroneShield ein Umsatzziel von 1 Mrd. AUD pro Jahr. Davon sollen 30 % wiederkehrende Erlöse sein.

    Die Marktkapitalisierung des Spezialisten für Drohnenabwehr liegt derzeit bei 3,49 Mrd. AUD.

    Rheinmetall: Bundeswehr ordert Kamikazedrohnen

    Rheinmetall galt bisher nicht gerade als Drohnenanbieter. Doch inzwischen scheint der größte deutsche Rüstungskonzern auch in diesem Segment Fuß zu fassen.

    Zuletzt hat man einen Großauftrag der Bundeswehr für Loitering-Munition-Systeme des Typs FV-014 erhalten. Die FV-014-Drohne hat eine Reichweite von bis zu 100 km und verfügt über einen Gefechtskopf inklusive Zündvorrichtung von rund 4 kg. Zudem kann die Drohne bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele beobachten, bis sie zur Wirkung kommt. Das System wird vollständig in der EU produziert. Die Auslieferung der ersten Kamikazedrohnen soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen. Die erste Tranche hat ein Volumen von 300 Mio. EUR. Der gesamte Rahmenvertrag hat einen Wert im Milliardenbereich.

    Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger: „Innerhalb kürzester Zeit wurde bei Rheinmetall eine autonome Drohne entwickelt, die Aufklärung und Wirkung vereint. Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten, mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann. Wir sind dankbar für das in uns gesetzte Vertrauen und werden das System schon sehr bald im industriellen Maßstab in hohen Stückzahlen produzieren.“

    Von dem wachsenden Drohnengeschäft kann die Rheinmetall-Aktie allerdings bisher nicht profitieren. Im laufenden Jahr hat das Wertpapier rund 15 % an Wert verloren.

    Fazit

    Drohnen sind aus dem militärischen wie dem zivilen Bereich nicht mehr wegzudenken. Die technologische Weiterentwicklung ist rasant. Bei den Batterien will HPQ Silicon künftig für Furore sorgen. Die jüngsten Tests überzeugten und der Auftrag in Europa zeigt, was möglich ist. Noch ist die Aktie ein Geheimtipp. Dagegen bringt DroneShield inzwischen 3,40 Mrd. AUD auf die Börsenwaage. Ein Schnäppchen ist die Aktie nicht mehr. Allerdings ist auch das Wachstum weiter beeindruckend. Doch leider berichtet das Unternehmen nicht wirklich transparent. Bei Rheinmetall fehlt es derzeit an Impulsen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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