16.01.2026 | 04:30
ENERGIE entscheidet KI-Rennen zwischen den USA und China: Siemens Energy, Oklo und American Atomics Aktie profitieren!?
Das Wettrennen zwischen den USA und China um die überlegene Künstliche Intelligenz (KI) ist im vollen Gange. Immer mehr Experten erwarten, dass nicht die Halbleiter von Nvidia und Co. über den Gewinner entscheiden werden, sondern etwas ganz Simpleres: Nämlich wer hat die günstigste Energie? Daher wird in den USA massiv in Kernenergie investiert. Alte Meiler werden aus dem Ruhestand geholt und neue sollen in Rekordzeit hochgezogen werden. Da verwundert es nicht, dass sich die Aktie von Siemens Energy im vergangenen Jahr besser entwickelt hat als Nvidia oder Alphabet. Kann der DAX-Konzern die Performance fortsetzen? Zu den Profiteuren gehören auch Oklo und American Atomics. Wer ist günstig?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , OKLO INC | US02156V1098 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Oklo: Rückenwind durch Meta-Projekt
Insbesondere in den USA ist Atomenergie ein wichtiger Baustein in der Energieversorgung der Zukunft. Alte Reaktoren sollen wieder ans Netz gehen und neue Technologien werden entwickelt. Zu den Newcomern der Branche gehört Oklo. Das Unternehmen entwickelt schnelle Kernspaltungsreaktoren und setzt auf Recycling von Kernbrennstoffen. 2025 ist die Aktie zwischenzeitlich von 22 USD auf über 170 USD geschossen. Dann folgte eine kräftige Korrektur bis auf rund 72 USD. In den vergangenen Wochen ist die Aktie immerhin wieder über 95 USD geklettert. Damit wird Oklo mit stolzen 15 Mrd. USD bewertet.
Für Rückenwind hat zuletzt unter anderem eine Kooperation mit Meta Platforms gesorgt. Die Vereinbarung soll den Bau eines bis zu 1,2-GW-„Power Campus“ im US-Bundesstaat Ohio vorantreiben. Ziel ist ausdrücklich die Versorgung von Metas Rechenzentren in der Region. Dafür ist Meta bereit, Strom im Voraus zu bezahlen und damit die Entwicklung teilweise vorzufinanzieren. Oklo will das Kapital nach eigenen Angaben vor allem für die Sicherung von Nuklearbrennstoff sowie für die Umsetzung von Phase 1 der Aurora-Powerhouse-Deployments einsetzen. Der Zeitplan ist ambitioniert: Vorbereitende Arbeiten und Standortuntersuchungen sollen 2026 starten, die erste Ausbaustufe könnte ab 2030 ans Netz gehen; die Skalierung auf die Zielgröße von 1,2 GW ist schrittweise bis 2034 avisiert.
Das Vorhaben ist auf einem rund 83 Hektar großen Areal geplant, das zuvor dem US-Energieministerium gehörte. Strategisch unterstreicht die Kooperation, wie stark der Bedarf an grundlastfähiger, CO2-armer Energie mit dem Ausbau von KI- und Digitalinfrastruktur wächst – und wie Tech-Konzerne zunehmend bereit sind, die Erzeugungskapazität über Vorfinanzierung aktiv mitzuentwickeln. Oklo erwartet, dass die Vereinbarung den Bau mehrerer Reaktoreinheiten vorbereitet und damit sowohl Bau- als auch langfristige Betriebsarbeitsplätze sowie zusätzliche Steuer- und Investitionseffekte in der Region auslöst. Dass Ohio über ein starkes Übertragungsnetz verfügt, wird als Standortvorteil hervorgehoben – ebenso wie das Geschäftsmodell, bei dem Großabnehmer ihre eigene Erzeugung mitfinanzieren und damit zusätzliche, saubere Leistung in das Netz bringen sollen, wovon laut den Partnern auch andere Stromkunden profitieren.
American Atomics: Brennstoff für den KI-Boom
Mit den reaktivierten Kernkraftwerken und unzähligen in der Planung ist auch klar, dass der Uranbedarf in den kommenden Jahrzehnten kaum sinken dürfte. Da verwundert es nicht, dass die Analysten der Bank of America (BofA) einen Uranpreis von bis zu 135 USD je Pfund in 2026 für möglich halten. Derzeit liegt der Preis bei rund 80 USD. Die Experten sehen aufgrund der CO2-armen Grundlastfähigkeit strukturell steigende Nachfrage.
Für die „nukleare Renaissance“ in den USA kommt American Atomics genau zur richtigen Zeit. Dabei profitiert das kanadische Unternehmen von dem politischen Rückenwind in Nordamerika. Dort hat man das Risiko der Abhängigkeit von Brennstoffimporten erkannt und setzt stark auf Lieferanten aus "sicheren" Ländern. Genau daran arbeitet American Atomics.
Das Geschäftsmodell von American Atomics geht über die Exploration hinaus. Die Kanadier wollen künftig die Wertschöpfungskette über die Aufbereitung bis hin zu technologischen Lösungen für Konversion und Anreicherung abdecken. Dabei setzt man auf starke Partner wie CVMR Corporation. So soll die geplante Aufbereitungsanlage neue Maßstäbe in Sachen umweltschonende Metallveredelung setzen. Basis der Aktivitäten ist das Big-Indian-Projekt im traditionsreichen Lisbon-Valley-Distrikt im US-Bundesstaat Utah. Das Unternehmen hat sich auf der Ostseite des Distrikts ein bislang kaum erkundetes Areal gesichert. Die Chancen für substanzielle Funde sind hoch. Denn auf der Westseite wurden in der Vergangenheit bereits rund 78 Mio. Pfund Triurandioxid (U₃O₈) gefördert.
Das Unternehmen erscheint mit einer Marktkapitalisierung von rund 13 Mio. CAD alles andere als teuer. Positive Funde dürften die Aktie spürbar antreiben.
https://youtu.be/NZEQ7_2MUgA?si=bqCgZMgPaeaWnJVc
Siemens Energy: Analysten insgesamt positiv
Der größte deutsche Profiteur des Energiebooms ist wohl Siemens Energy. Mit einer Performance von mehr als 140 % in den vergangenen 52 Wochen hat sich die Aktie deutlich besser entwickelt als direkte KI-Plays Nvidia und Alphabet. Derzeit notiert die Aktie bei rund 126 EUR. In dieser Woche haben sich gleich mehrere Analysten zu den Zukunftsperspektiven des DAX-Konzerns geäußert. Die Kursziele fielen deutlich unterschiedlich aus. Wobei die Analysten traditionell mit ihren Kurszielen eher zurückhaltend sind und dem Kurs eher hinterherlaufen.
Besonders bullisch war in dieser Woche J.P. Morgan. Die Analysten der US-Großbank sehen den fairen Wert der Aktie bei 160 EUR. In einer Branchenstudie gehört Siemens Energy zu ihren Favoriten. Sie rechnen mit weiterem Wachstum des Konzerns. Treiber sollten die Bereiche Stromerzeugung, Stromnetze und Rechenzentren sein. Zudem gebe es erste Indikatoren, dass sich die Wirtschaft in Europa erhole. Daher sehen sie eine Outperformance der Aktie.
Nur wenig zurückhaltender äußert sich die RBC. Die Analysten heben das Kursziel von 136 EUR auf 150 EUR an und empfehlen die Aktie von Siemens Energy mit "Outperform". Eine wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres sei möglich. Es gebe allerdings noch einige Fragezeichen und damit Unsicherheit.
Zurückhaltender äußerte sich Barclays. Das Kursziel der Experten für die Aktie von Siemens Energy wurde von zuvor 85 EUR zwar leicht angehoben, liegt mit 90 EUR dennoch deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs. Daher gehört die Aktie von Siemens Energy derzeit nicht zu den Kaufempfehlungen der Analysten.
Fazit
Das KI-Rennen wird wohl nicht durch Halbleiter, sondern durch günstige Energie entscheiden. Dass Unternehmen wie Microsoft und Meta selbst zur Vorfinanzierung neuer Kernkraftwerke bereit sind, zeigt den Bedarf. Der Bedarf an Uran als Brennstoff der Zukunft scheint derzeit unterschätzt zu werden. Entsprechend interessant ist die Aktie von American Atomics. Auch Oklo und Siemens Energy haben Kurspotenzial. Allerdings sind die Aktien schon gut gelaufen und keine Schnäppchen.
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