16.07.2026 | 04:30
Evotec schockiert! Starten First Majestic Silver und Lahontan Gold durch?
Biotechaktien gehören im laufenden Jahr sowieso nicht zu den Anlegerlieblingen. Und dann sorgt Evotec auch noch für den nächsten Schock. Dass sich Evotec in einer umfassenden Restrukturierung befindet, war zwar bekannt. Dennoch hatte es zuletzt den Anschein, als würde die Aktie im Bereich zwischen 4 und 5 EUR einen Boden ausbilden. Doch dann kam der Schock. Die deutliche Prognosesenkung und der erwartete hohe EBITDA-Verlust sorgten für einen Kurseinbruch. Dagegen glänzt Lahontan Gold durch relative Stärke. Zwar kann man sich dem negativen Sentiment im Goldsektor nicht entziehen, doch die Chancen stehen gut, dass die Aktie bald wieder durchstartet. Denn das Unternehmen ist auf dem Sprung vom Explorer zum Produzenten. Und was macht eigentlich First Majestic Silver? Das Basisinvestment im Silbersektor hat zuletzt Produktionszahlen für das zweite Quartal vorgelegt.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Lahontan Gold: Erst relative Stärke, dann Outperformance?
Lahontan Gold bietet einen attraktiven Hebel auf den Goldpreis. Das Unternehmen entwickelt im US-Bundesstaat Nevada eine vergleichsweise risikoarme Goldproduktionsstory. Im Mittelpunkt steht die historische Santa-Fe-Mine. Diese soll nach den Plänen des Managements bereits im kommenden Jahr wieder Gold produzieren. CEO und Gründerin Kimberly Ann verweist dabei insbesondere auf den überschaubaren Kapitalbedarf, niedrige Produktionskosten und eine kurze Amortisationszeit. Aktuell liegt die Ressource bei starken zwei Mio. Tonnen Goldäquivalent. Gleichzeitig eröffnet das nahe gelegene Projekt West Santa Fe zusätzliches Wachstumspotenzial. Und dann sind da auch noch die historischen Haufenlaugungsflächen, auf denen nach Einschätzung des Managements noch mehr als 200.000 Unzen Gold liegen könnten. Bohrungen zur Evaluierung laufen.
Der Antrag für die Mine soll im ersten Quartal 2027 eingereicht werden. Sobald alle Genehmigungen vorliegen, soll die Mine innerhalb von lediglich vier bis sechs Monaten betriebsbereit sein. Dabei profitiert man von der Lage. Denn die 28,3 km² große Santa-Fe-Mine befindet sich im Walker-Lane-Trend und damit in einer der wohl besten Bergbauregionen der Welt.
Für das Santa-Fe-Projekt werden derzeit Produktionskosten von rund 1.200 USD je Unze angesetzt. Da überrascht es nicht, dass Kimberly Ann wiederholt darauf hingewiesen hat, dass das Unternehmen nach dem Produktionsstart „viel Geld verdienen“ wird. Auch die geplante Finanzierung erscheint vergleichsweise gut beherrschbar. Für den Aufbau der Produktion werden rund 135 Mio. USD veranschlagt. Entscheidend ist für Kimberly Ann vor allem die kurze Amortisationszeit. Sie rechnet mit einer Rückzahlung des investierten Kapitals innerhalb von zwölf bis 18 Monaten. Angesichts dieses Profils fragt die CEO selbstbewusst: „Wer würde uns dafür kein Geld geben?“ Die niedrigen Produktionskosten und die erwarteten Cashflows könnten es Lahontan Gold ermöglichen, die für den Minenbau eingesetzten Fremdmittel ungewöhnlich schnell zurückzuführen.
Die Lahontan-Aktie läuft seit Mitte März seitwärts und zeigt damit relative Stärke gegenüber dem Goldpreis sowie Goldaktien. Wenn sich das Sentiment im Sektor verbessert, ist Lahontan ein heißer Kandidat für eine Outperformance.
https://youtu.be/QGRV7IfTWec?si=GHVNPooFwSnStJ6n
Evotec schockt die Börse
Wie Gold und Silber steht derzeit auch der Biotechsektor nicht im Fokus von Anlegern. Exemplarisch dafür stehen BioNTech und Evotec. BioNTech hatte Anleger bereits mit angekündigten Werksschließungen verschreckt. Dass sich Evotec in einer umfassenden Restrukturierung befindet, war zwar bekannt. Dennoch hatte es zuletzt den Anschein, als würde die Aktie im Bereich zwischen 4 und 5 EUR einen Boden ausbilden. Seit Montag ist dieses charttechnische Bild jedoch hinfällig. Die deutliche Prognosesenkung und der erwartete hohe EBITDA-Verlust haben den Abwärtsdruck erneut massiv verstärkt.
Evotec hat nach einem schwachen ersten Halbjahr den Ausblick für 2026 deutlich gesenkt. Vorläufig erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 300,1 Mio. EUR und ein bereinigtes EBITDA von minus 42,7 Mio. EUR. Für das Gesamtjahr erwartet Evotec nun nur noch Erlöse zwischen 570 und 610 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA von minus 70 bis minus 105 Mio. EUR. Zuvor hatte das Unternehmen mit 700 bis 780 Mio. EUR Umsatz und einem bereinigten EBITDA zwischen 0 und 40 Mio. EUR gerechnet. Hauptgrund sind verschobene Meilensteinzahlungen aus bestehenden Partnerschaften sowie Verzögerungen bei neuen strategischen Kooperationen. Rund 40 % der Umsatzlücke sollen sich auf 2027 verlagern, weitere 45 % entfallen auf später als erwartet abgeschlossene Partnerschaften.
Positiv entwickelt sich dagegen das Basisgeschäft. Die Nettoverkäufe im Bereich Discovery & Preclinical Development stiegen im ersten Halbjahr um rund 28 %. Just Evotec Biologics profitierte von einer hohen Auslastung und einem wachsenden Kundenstamm. Zudem liegt das Transformationsprogramm Horizon nach Unternehmensangaben im Plan. Evotec will 2026 bereits 20 % bis 30 % der bis Ende 2027 angestrebten Kostenverbesserung von insgesamt 75 Mio. EUR realisieren. CEO Christian Wojczewski betonte, dass die Prognosesenkung vor allem auf zeitlichen Verschiebungen beruhe und keine Neubewertung des langfristigen Potenzials der Partnerpipeline darstelle. Anleger reagierten dennoch schockiert.
First Majestic Silver: Bringen Produktionszahlen neue Impulse?
Auch die Aktie von First Majestic Silver tut sich derzeit schwer. Für das laufende Jahr steht zwar noch ein Kursplus von rund 11 % zu Buche, allerdings notierte die Aktie Ende Februar auch schon bei über 28 EUR. Derzeit sind es knapp unter 15 EUR.
Auch die Produktionszahlen für das zweite Quartal 2026 konnten nicht für neue Impulse sorgen. Dabei war die operative Entwicklung solide. Die anteilige Silberproduktion stieg gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 3,8 Mio. Unzen, die Goldproduktion legte um 2 % auf 34.660 Unzen zu. Hinzu kamen 16,5 Mio. Pfund Zink, 9,0 Mio. Pfund Blei und rund 253.000 Pfund Kupfer. Besonders stark entwickelten sich Santa Elena und La Encantada. CEO Keith Neumeyer sprach von einem weiteren starken Quartal und hob hervor, dass das Unternehmen trotz Arbeitsunterbrechungen bei San Dimas und eines kleineren Steinschlags bei Los Gatos einen Großteil der Ausfallzeiten wieder aufholen konnte.
Auch bei den Wachstumsprojekten kommt First Majestic voran. Die Erweiterungen der Verarbeitungsanlagen bei Santa Elena und Los Gatos liegen nach Unternehmensangaben im Plan und sollen im dritten Quartal abgeschlossen werden. Bei Santa Elena wurden zudem die Baugenehmigungen für die Portale Santo Niño und Navidad früher als erwartet erteilt. Für die weitere Erschließung sind 2026 zusätzliche Investitionen von 12 Mio. USD vorgesehen. Gleichzeitig wurde die ehemals aktive Mine Del Toro für eine Gegenleistung von bis zu 60 Mio. USD an Sierra Madre verkauft, davon 30 Mio. USD als Vorabzahlung.
Aufgrund der starken Entwicklung im ersten Halbjahr hat First Majestic die Produktionsprognose für 2026 angehoben. Erwartet werden nun 14,6 bis 15,5 Mio. Unzen Silber statt zuvor 13,0 bis 14,4 Mio. Unzen sowie 128.000 bis 135.000 Unzen Gold statt 116.000 bis 129.000 Unzen. Auch die Prognosen für Santa Elena, Los Gatos, San Dimas und La Encantada wurden erhöht. Gleichzeitig steigt das Investitionsbudget auf 318 bis 344 Mio. USD, unter anderem für die Wiederinbetriebnahme von Jerritt Canyon und weitere Ausbauprojekte.
Fazit
Lahontan Gold verfügt über mehrere potenzielle Kurstreiber. Allen voran natürlich der Produktionsstart im kommenden Jahr. In Verbindung mit den niedrigen Produktionskosten sollten starke Cashflows erzielt werden. Außerdem könnte die Ressource weiter erhöht werden. Und in den kommenden Monaten könnten Bohrergebnisse für Kurssprünge sorgen. First Majestic bleibt ein Basisinvestment im Silbersektor. Wenn der Silberpreis wieder steigt, sollte die Aktie überproportional zulegen können. Bei Evotec hat nun auch das neue Management die Erwartungen der Börse enttäuscht. Davon dürfte sich die Aktie nicht so schnell erholen.
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