08.07.2026 | 05:45
Goldexperte bullisch! Jetzt Barrick Mining und Desert Gold Aktie kaufen? Und was macht First Majestic Silver?
Ist die Schwäche beim Goldpreis bald vorbei? Dies glaubt Edelmetallexperte Markus Bußler. Für eine nachhaltige Serie von Zinserhöhungen sieht er wenig Anlass. Darauf deutet auch der Anleihemarkt hin. Damit könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, sich Goldaktien ins Depot zu legen. Dabei denken viele an Barrick Mining. Doch die Strategie des Konzerns verwirrt derzeit. Bei Desert Gold könnte bereits kurzfristig eine Rally starten. Denn der Goldexplorer will in Kürze mit der Goldproduktion starten. Analysten raten zum Kauf. Der Silberpreis hat sich in den vergangenen Monaten halbiert. Auch die Aktie von First Majestic ist unter die Räder gekommen. Doch der Konzern arbeitet an einem neuen Treiber.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Goldexperte bullisch. Jetzt Barrick Mining kaufen?
Markus Bußler sieht die jüngste Schwäche beim Goldpreis vor allem als Folge veränderter Zinserwartungen. Im Moneytrain-Podcast erklärt er, der Konflikt im Nahen Osten habe den Goldpreis nicht unmittelbar belastet, sondern über den Umweg steigender Energiepreise. Die zeitweise eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus habe den Ölpreis nach oben getrieben und damit Inflationssorgen verstärkt. An den Märkten sei dadurch die Erwartung entstanden, dass die US-Notenbank statt Zinssenkungen sogar wieder Zinserhöhungen vornehmen könnte. Dieser Stimmungsumschwung habe Gold unter Druck gesetzt und den Preis zeitweise unter die Marke von 4.000 USD je Feinunze gedrückt.
Für eine nachhaltige Serie von Zinserhöhungen sieht der Goldexperte jedoch wenig Anlass. Als wichtiges Signal verweist Bußler auf den Anleihemarkt. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen hätten nach ihrem Hoch im Mai wieder nachgegeben. Dies deute eher auf sinkende Inflationserwartungen und eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung hin als auf eine dauerhaft restriktivere Geldpolitik. Sobald der Markt erkenne, dass keine aggressiven Zinserhöhungen bevorstehen, könnten Gold und andere Edelmetalle wieder nach oben drehen. Eine oder zwei Zinserhöhungen seien seiner Einschätzung nach wohl bereits weitgehend eingepreist.
Damit könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, sich Goldaktien ins Depot zu legen. Barrick Mining ist für viele Anleger ein Basisinvestment im Sektor. Der Konzern verfügt über ein breites Portfolio hochwertiger Minen und profitiert unmittelbar von einem steigenden Goldpreis. Allerdings sorgt die strategische Ausrichtung derzeit für Fragezeichen. Barrick will seine nordamerikanischen Assets noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Darüber hinaus wird über mögliche Veränderungen bei den Aktivitäten in Mali spekuliert. Im Raum steht dabei auch eine mögliche Fusion der afrikanischen Barrick-Assets mit Endeavour Mining. Für Anleger stellt sich damit die zentrale Frage, welche Vermögenswerte langfristig im Konzern verbleiben und wie das künftige Wachstum aussehen soll. Markus Bußler hatte diese unklare Richtung bereits vor einigen Wochen kritisiert. Dagegen können Anleger bei Desert Gold auf den kurzfristigen Start einer Rally spekulieren.
Desert Gold: Startet die Rally jetzt?
Bei Desert Gold stehen die Chancen auf eine kurzfristig beginnende Rally gut. Aus Sicht von GBC Research hat das Wertpapier des Goldexplorers viel Luft nach oben. Die Analysten sehen den fairen Wert bei 0,93 CAD. Derzeit notiert die Aktie bei 0,11 CAD.
Doch bereits im laufenden Monat könnte die Rally starten. Denn auf dem SMSZ-Projekt in Mali soll im Bereich Barani East in Kürze die Goldproduktion starten. Der geplante Einstieg über eine vergleichsweise kleine Schwerkraftanlage wirkt strategisch sinnvoll. Statt hohe Summen in ein Großprojekt investieren zu müssen, kann das Unternehmen zunächst Erfahrungen in Förderung, Verarbeitung, Logistik und Kostensteuerung sammeln. Zugleich könnte die Produktion erste operative Cashflows liefern, mit denen weitere Bohrprogramme und Ressourcenerweiterungen stärker aus eigener Kraft finanziert werden können. Die GBC-Analysten gehen davon aus, dass Desert Gold den Durchsatz bis Ende des Jahres auf rund 1.200 Tonnen pro Tag steigern könnte. Bei geschätzten Produktionskosten von etwa 1.110 USD je Unze und einem konservativ angesetzten Goldpreis von 2.850 USD je Unze sehen sie für 2027 Umsätze von rund 33 Mio. USD und ein EBITDA von über 20 Mio. USD. Gemessen daran erscheint die aktuelle Börsenbewertung von rund 40 Mio. CAD alles andere als teuer.
Denn Barani East ist eben nur ein erster Baustein innerhalb des deutlich größeren SMSZ-Projekts. Mit dem Produktionsstart könnte Desert Gold nicht nur den Übergang vom Explorer zum potenziellen Produzenten schaffen, sondern auch die Attraktivität des gesamten Projekts erhöhen. So arbeitet das Unternehmen an einer Erweiterung der Ressource. Das Reverse-Circulation-Bohrprogramm mit rund 4.250 Metern auf fünf priorisierten Zielgebieten soll unter anderem die Mineralisierung in der Nähe von Barani East weiter definieren. Die Ausdehnungen entlang des Streichens sowie höhergradige Strukturen sollen untersucht werden. Der verfügt SMSZ über eine Ressource von rund 1,2 Mio. Unzen Gold. Doch das Management weist immer wieder darauf hin, dass die Ressource deutlich größer sein dürfte.
In der direkten Nachbarschaft befinden sich große Minen von Allied Gold, B2Gold und Barrick Mining. Dies zeigt, dass das Gebiet eine hervorragende Goldregion ist. Außerdem sorgen die Nachbarn für Übernahmefantasie. Und sollte es bei SMSZ zu einem millionenschweren Verkauf kommen, ist die Story bei Desert Gold noch nicht zu Ende.
Denn bereits im vergangenen Jahr hat Desert Gold begonnen, zu diversifizieren. Dafür wurde das Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste übernommen. In der bergbaufreundlichen Jurisdiktion in Westafrika umfasst das Projekt rund 297 km². Es weist mehrere kilometerlange geochemische Anomalien auf, die bislang nicht systematisch abgebohrt wurden. Besonders interessant ist eine großflächige Gold-in-Boden-Anomalie mit einer Ausdehnung von etwa 4,2 Kilometern Länge und 2,1 Kilometern Breite. Historische Proben lieferten attraktive Goldwerte. Desert Gold dürfte das Gebiet schon bald näher erkunden.
https://youtu.be/MK7Gjlfn0jg?si=TP5wJJQq2lK5tWGz
First Majestic Silver
Und was macht Silber? Beim kleinen Bruder von Gold ist der Kater nach der Megarally noch größer ausgefallen. Nachdem das Edelmetall Anfang des Jahres die Marke von 120 USD je Feinunze kurz übersprungen hatte, folgte die Halbierung. Derzeit kämpft der Silberpreis mit der Marke von 60 USD. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Preis auf Sicht eines Jahres immer noch über 50 % im Plus ist.
Zu den Basisinvestments im Silbersektor gehört First Majestic Silver. Wie das Edelmetall hat sich auch die Majestic-Aktie etwas halbiert. Doch operativ gibt man weiter Gas. So treibt das Unternehmen unter anderem die Erweiterung der Mine Santa Elena im mexikanischen Sonora voran. First Majestic hat die behördlichen Genehmigungen erhalten, um Zugänge zu den hochgradigen Bereichen Santo Niño und Navidad zu bauen. Dafür stellt der Silberkonzern zusätzlich 12 Mio. USD im Jahr 2026 bereit. Die Arbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte starten und die Grundlage schaffen, beide Zonen künftig in den Minenplan aufzunehmen.
Die laufenden Bohrungen liefern dabei weiterhin starke Ergebnisse. In Santo Niño wurden unter anderem Abschnitte mit bis zu 1.474 g/t Silberäquivalent gemeldet, während Navidad Spitzenwerte von 2.128 g/t Silberäquivalent erreichte. Beide Gebiete weisen bereits beachtliche Ausdehnungen auf und sollen durch weitere Infill-Bohrungen von der Kategorie „Inferred“ in höherwertige Ressourcen überführt werden.
Zusammen enthalten Santo Niño und Navidad geschätzte 10,5 Mio. Tonnen an abgeleiteten Ressourcen mit 90,7 Mio. Unzen Silberäquivalent. Die neuen Untertagezugänge könnten es First Majestic ermöglichen, künftig höhergradiges Erz anstelle von Material aus schwächeren Bereichen der Lagerstätte zu verarbeiten. Santo Niño könnte ab 2027 erste Produktionsbeiträge liefern. Damit entwickelt sich Santa Elena zunehmend von einem reinen Explorationsschwerpunkt zu einem wichtigen Wachstumstreiber innerhalb des First-Majestic-Portfolios.
Fazit
Edelmetalle stehen derzeit nicht im Anlegerfokus. Doch gerade in solchen Phasen ergeben sich für Anleger Chancen. Behält Markus Bußler recht, sollte es bei den Preisen von Gold und Silber bald wieder nach oben gehen. Desert Gold hat gleich mehrere Treiber für eine Outperformance. Die Rally könnte schon im Juli starten. Innerhalb der großen Goldproduzenten drängt sich Barrick derzeit nicht auf. Die Strategie erscheint nicht klar. Bei Silber bleibt First Majestic ein Basisinvestment.
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