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2022-01-06 05:00:00

Heidelberger Druck, Wallstreet:Online, Alibaba: Wenn Neugeschäft 271% Rendite bringt

  • Innovation
Bildquelle: pixabay.com

Wenn Unternehmen neue Wege gehen, birgt das Risiken, aber auch Chancen. Blickt man einmal auf große Konzerne, so haben diese in der Vergangenheit immer wieder für Innovationen gesorgt – gerade in Branchen, in denen die Technologie voranschreitet. Wir beleuchten drei Unternehmen im Wandel und erklären, wie groß das Potenzial ist und ob Anleger aus den Beispielen etwas lernen können.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: HEIDELBERG.DRUCKMA.O.N. | DE0007314007 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , ALIBABA GROUP HLDG LTD | KYG017191142

Inhaltsverzeichnis:


    Heidelberger Druck: Vom Langeweiler zum Innovator

    Die Aktie von Heidelberger Druck galt lange als langweilig sowie uninteressant. Als Hersteller von hochpräzisen Druckmaschinen profitierten die Heidelberger zwar von ihrem Know-How, litten aber unter den schwindenden Umsätzen im klassischen Print-Geschäft. Als Gegenmaßnahme beteiligte man sich an IT-Unternehmen mit einem Fokus auf Software rund um die Digitalisierung der technischen Dokumentation. Fast überall dort, wo Unternehmen digitaler werden müssen, wollte Heidelberger Druck Lösungen bieten und mitverdienen. Die damalige Idee war gut – scheiterte aber trotzdem. 2021 wurde die Software-Tochter wieder verkauft. Außerordentlich erfolgreich ist das Unternehmen inzwischen in einem gänzlich anderen Bereich: nämlich mit Wallboxen für die Elektromobilität.

    Heidelberger Druck fand vor einigen Jahren heraus, dass es eigentlich ziemlich viel mitbringt, um die von der KfW geförderten Wallboxen selbst herzustellen . Zuletzt wuchs der junge Geschäftsbereich innerhalb eines Jahres um sagenhafte 190%. Für das ehemals gebeutelte Unternehmen aus einer darbenden Branche ist das neue Geschäft ein Jungbrunnen. Inzwischen ist Heidelberger Druck rund 800 Mio. EUR wert und ist längst kein Pennystock mehr. Nach 271% in einem Jahr steht die Aktie bei über 3 EUR. Das Beispiel von Heidelberger Druck zeigt, welche Kraft in klassischen Industrieunternehmen stecken kann, wenn diese neue Wege gehen. Zwar erwarten Analysten, dass sich das Wachstum in den kommenden Monaten abschwächt, doch bleibt die Aktie eine Erfolgsgeschichte.

    Wallstreet:Online: Wachstum für den Erfolg von morgen

    Eine wahre Erfolgsgeschichte ist auch Wallstreet:Online. Der Betreiber von Börsenportalen und News-Webseiten rund um Finanzen hat sich in den vergangenen Jahren neu erfunden. Mit dem Smartbroker startete Wallstreet:Online auf dem umkämpften Broker-Markt durch und gewann viele Kunden. Das Erfolgsrezept: Schlanke Gebühren trotz gutem Service. So aufgestellt gelingt Wallstreet:Online, dass der Smartbroker bei den verwalteten Kundengeldern mit großen Playern, wie etwa Trade Republic, mithalten kann. Auch perspektivisch sieht es für Wallstreet:Online gut aus. Wegen des Geschäfts mit Börsenforen tummeln sich rund 830.000 registrierte Nutzer auf den Seiten des Unternehmens. Viele Inhalte sind auch ohne Registrierung abrufbar.

    Wallstreet:Online hat so in Zeiten von Social Media klare Vorteile gegenüber Konkurrenten, die jeden Neukunden über ein Marketing-Budget teuer erkaufen müssen. In Zukunft soll der Smartbroker noch besser in das Medienangebot integriert werden, etwa mittels Handelsbuttons im redaktionellen Umfeld. Der Weg zu Umsätzen für den Smartbroker wäre dann besonders kurz. Bis dahin setzt das Unternehmen noch stark auf Wachstum und investiert auch kräftig. Dieser Ansatz macht auch Sinn – je stärker Wallstreet:Online wächst, desto größer ist in einigen Jahren der Kuchen, der verteilt werden kann . Die Aktie erreichte im vergangenen Jahr die Marke von 30 EUR und ist inzwischen für 22 EUR zu haben. Wenn sich die Börsenstimmung wieder aufhellt, sollte auch Wallstreet:Online wieder profitieren.

    Alibaba: Peking sagt Hedonismus den Kampf an

    Darauf, dass der Kurs wieder nach oben geht, warten auch Aktionäre von Alibaba – und zwar schon rund ein Jahr. Das chinesische Amazon bringt eigentlich alles mit, um eine Erfolgsgeschichte zu sein. Doch die Zentralregierung in Peking betont inzwischen wieder verstärkt das Gemeinwohl und hat sich vom Wachstum um jeden Preis abgekehrt. Damit einher gehen auch strengere Moralvorstellungen. Beispiel ist etwa die starke Regulierung von Videospielen. Die Zeiten des zügellosen Konsums scheinen in China erst einmal vorbei zu sein. Das belastet den Kurs von Alibaba seit vielen Monaten. Auf Sicht von einem Jahr hat der Wert rund 43% verloren. Im Bereich von 100 EUR könnte sich ein Boden ausbilden, darunter dürfte es ungemütlich werden. Alibaba ist zwar ein vielversprechendes Digital-Unternehmen, doch schränkt Peking den Markt deutlich ein. Hier ist Vorsicht angebracht!


    Wenn Unternehmen mit Innovationen neue Wege gehen, kann das eine bahnbrechende Kehrtwende bedeuten – wie im Fall von Heidelberger Druck. Noch besser ist es, wenn sich Neugeschäft und klassisches Angebot ergänzen, wie etwa bei Wallstreet:Online. Anleger sollten Geschäftsmodelle aber unbedingt im Spiegel des jeweiligen Regulierungs-Rahmens bewerten. Das mahnende Beispiel von Alibaba zeigt, dass Produkte und Marktbedingungen zusammenpassen müssen, damit ein Investment Erfolg verspricht.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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