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02.09.2021 | 05:00

Heidelberger Druckmaschinen, Troilus Gold, TUI: Die Macht der Transformation

  • Transformation
Bildquelle: pixabay.com

Transformation ist an der Börse das Salz in der Suppe. Immer dann, wenn Unternehmen neue Wege gehen, neue Kunden gewinnen oder in komplettes Neuland vordringen, entstehen für Anleger Chancen. Am Anfang solcher Entwicklungen glaubt der Markt meist noch nicht so wirklich an die Chancen. Dann aber springen immer mehr Investoren auf den Zug auf und beflügeln auch den Aktienkurs. Je weiter Transformation geht, desto größer sind auch die damit verbundenen Chancen. Wir stellen drei Unternehmen vor, die Neuland betreten und ordnen deren Perspektiven ein.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: TROILUS GOLD CORP. NEW | CA8968871068 , HEIDELBERG.DRUCKMA.O.N. | DE0007314007 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Heidelberger Druckmaschinen: Innovativ wie Elon Musk

Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen kämpfte sich 2021 zurück in die Börsen-Bundesliga -- zeitweise war das altehrwürdige Unternehmen aus der Neckarstadt sogar zum Pennystock geworden. Doch die Heidelberger machten aus der Not eine Tugend. Neben der digitalen Transformation, die das Unternehmen aus der Druck-Branche sowieso schon viele Jahre vorantreibt, stieg man ins Geschäft mit Wallboxen ein. Das Angebot: Ladeinfrastruktur für Geschäftskunden, Parkhäuser und in Zukunft auch Smart Homes im Privatbereich. Erst im Januar konnte Heidelberger Druck seine Kapazität verdoppeln, im Juni setzte man mit einer neuen Produktionslinie noch einmal einen drauf. Heidelberger Druck hat seine Chance erkannt und tut alles, sie auch zu nutzen.

Da Ladeinfrastruktur staatlich gefördert und das Elektroauto zum Standard wird, ist die Richtungsentscheidung der Heidelberger richtig. Schon heute hat man im Bereich der Ladestationen einen Marktanteil von 20% - von einer Notlösung kann schon längst keine Rede mehr sein. Das Unternehmen ist noch immer mit wenig Eigenkapital ausgestattet und muss daher als fragil gelten. Die Weichen für eine gute Zukunft sind aber gestellt. Heidelberger Druck zeigt, wie Transformation geht.

Troilus Gold: Förderkosten von 850 Dollar

Inmitten eines Transformationsprozesses befindet sich auch das kanadische Unternehmen Troilus Gold. Das Unternehmen agiert auf dem Gebiet einer historischen Mine in Québec. Die Mine war bereits zu deutlich niedrigeren Notierungen von Gold in Produktion. Die damaligen Besitzer hatten aber einen anderen Fokus und investierten nicht ausreichend in Exploration. Troilus Gold macht sich das jetzt zu Nutze und will das ausgelassene Potenzial der Vergangenheit heben. Dass es dabei nicht um Lippenbekenntnisse geht, zeigt die aggressive Exploration: Rund 250.000m hat das Team von Troilus Gold in den vergangenen Jahren gebohrt und eine Ressource von 8,1 Mio. Unzen Gold dokumentiert. Am Ende soll eine Mine stehen, die über mehr als zwanzig Jahre Gold und Kupfer fördert. „Wenn wir 350 Mio. CAD investieren, können wir jährlich über einen Zeitraum von 22 Jahren 250.000 Unzen Gold sowie nennenswerte Kupfervorkommen fördern. Die Förderkosten bei Gold liegen bei 850 Dollar je Unze, das ist angesichts des aktuellen Goldpreises eine sehr komfortable Situation", so CEO Justin Reid im Juli in einem Interview

Troilus Gold hat vor einigen Monaten Kapital aufgenommen. Bei der Finanzierung beteiligte sich indirekt auch die Regierung von Québec. Reid und sein Team werten das als großen Vertrauensbeweis in das Projekt. Der Unternehmenslenker sieht Troilus Gold mit rund 55 Mio. CAD in der Kasse gut finanziert und inmitten einer Transformationsphase, die das Risiko des Projekts Schritt für Schritt senkt. Für Anleger könnten so große Chancen entstehen. „Wir haben viele Ressourcen, wir steuern auf eine finale Machbarkeitsstudie zu, veröffentlichen regelmäßige Bohrergebnisse. All das sind Ereignisse, die dem Markt zeigen, dass das Risiko unseres Projekts Stück für Stück schwindet", so Reid zusammenfassend. Die Aktie entwickelt sich seit einem Jahr seitwärts und zeigte zuletzt Schwäche. Angesichts der positiven Eckdaten des Projekts können Anleger darüber nachdenken, zu attraktiven Konditionen einen Fuß bei Troilus in die Tür zu stellen.

TUI: Wie geht es weiter?

Einen Fuß in die Tür stellten in den vergangenen Monaten auch viele Deutsche, indem sie eine Pauschalreise buchten. Leider verhagelte die Delta-Variante viele Auslandsreisen und sorgte dafür, dass beliebte Reiseziele zu Risikogebieten wurden. Zwar sind Geimpfte und Genesene von Einschränkungen weitgehend verschont, doch ist der einst so reibungslos verlaufende Pauschalurlaub wegen Corona doch noch immer mit einigem Nervenkitzel verbunden. Dies bekommt auch der Reiseveranstalter TUI zu spüren.

Noch vor Monaten hoffte das Unternehmen auf einen erfolgreichen Sommer. Dieser dürfte nun nicht ganz so erfolgreich verlaufen, wie gedacht. Dem vom Staat geretteten Unternehmen stehen noch ungemütliche Monate ins Haus. Klar ist aber auch, dass sich das Reisen unter Corona-Bedingungen einspielen wird. So richtig in positives Fahrwasser gerät die TUI-Aktie aber erst jenseits der Marke von 5 EUR. Aktuell ist mit dem Wert zu viel Ungewissheit verbunden.


Während Heidelberger Druck erfolgreich in neue Geschäftsbereiche vordringt, muss TUI mit den vorhandenen Bedingungen kämpfen. Beide Unternehmen sind in Bedrängnis, im Vorteil scheinen aber die Heidelberger. Noch etwas dynamischer könnte die Entwicklung bei Troilus Gold verlaufen. Hier treffen gute Rahmenbedingungen zur Rohstoff-Förderung auf einen sicheren Standort und eine lange Minenlaufzeit.


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