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23.06.2026 | 04:30

Nordex startet durch! thyssenkrupp nucera mit Umsatzeinbruch! dynaCERT Aktie mit Kaufchance!

  • Energie
  • cleantech
  • Wasserstoff
Bildquelle: Nordex SE

Nordex scheint die Konsolidierung beendet zu haben. Nach einer scharfen Korrektur hat die Aktie des Windkraftturbinenherstellers in den vergangenen Wochen wieder kräftig zulegen können. Gestern sorgten Aufträge aus den USA für neue Impulse. Auf eine deutliche Kurserholung durch neue Aufträge könnten Anleger auch bei dynaCERT spekulieren. Die Aktie des Cleantech-Unternehmens hat in den vergangenen Wochen deutlich korrigiert. Das deutsche Management hat sich in den vergangenen Monaten auf die Serienproduktion und den Vertrieb fokussiert. Dies sollte im zweiten Halbjahr Früchte tragen. Analysten sind jedenfalls bullisch. Auch bei thyssenkrupp nucera gibt es eine Kaufempfehlung. Allerdings hat der jüngste Quartalsbericht eher für Ernüchterung gesorgt. Der Auftragseingang war zwar positiv, aber der Umsatzeinbruch durchaus dramatisch.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT vor spannendem zweitem Halbjahr

    Bis April gehörte die Aktie von dynaCERT zu den positiven Überraschungen des Jahres. So legte die Cleantech-Aktie bis Ende April rund 100 % zu und notierte zwischenzeitlich bei 0,13 EUR. Doch dann ging der Rally die Luft aus und derzeit liegt der Kurs wieder bei 0,068 EUR. Damit könnte sich für Anleger eine spannende Kaufchance ergeben. Denn die Unternehmensentwicklung hat sich in den vergangenen Wochen weiter verbessert und das Umfeld ebenfalls. Die Analysten von GBC Research sehen den fairen Wert der dynaCERT-Aktie übrigens bei 0,48 EUR.

    dynaCERT ermöglicht eine höhere Energieeffizienz bestehender Dieselmotoren und zwar ohne den Austausch von Motoren, den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur oder die Speicherung von Wasserstoff. Dank der patentierten HydraGEN™-Technologie soll der Verbrennungsprozess effizienter und vollständiger ablaufen. Für Flottenbetreiber ist der Ansatz besonders interessant, weil die Systeme als Nachrüstlösung installiert werden können. Damit lassen sich Kraftstoffkosten und Emissionen reduzieren, ohne hohe Investitionen in batterieelektrische oder wasserstoffbasierte Neufahrzeuge vornehmen zu müssen.

    Im Vortrag auf der digitalen Investorenkonferenz IIF verwies das Management auf Einsparpotenziale beim Kraftstoffverbrauch von bis zu 10 % sowie auf sinkende CO2-, Stickoxid- und Partikelemissionen. Die Nutzungsmöglichkeiten reichen von kleineren Nutzfahrzeugen bis zu schweren Anwendungen in den Bereichen Bergbau, Öl und Gas, Energieerzeugung oder Hafenlogistik. Dabei verkauft dynaCERT nicht nur Hardware. Mit der Telematikplattform HydraLytica werden Betriebs- und Verbrauchsdaten erfasst und die Effizienz der Geräte überwacht. Das schafft eine wiederkehrende Erlösperspektive über Software-Abonnements und könnte zugleich die Grundlage für die Monetarisierung verifizierter CO2-Einsparungen bilden. Die Verra-Zertifizierung der Methodik liegt bereits vor und ist ein wichtiger strategischer Baustein.

    Operativ nimmt insbesondere die internationale Expansion Fahrt auf. In Mexiko verfügt dynaCERT nach eigenen Angaben bereits über einen Rahmenauftrag im dreistelligen Stückzahlbereich mit großen Flottenbetreibern. Noch spannender erscheint derzeit Vietnam. Das Land verfügt über einen großen Bestand dieselbetriebener Lkw, Busse und Baumaschinen und steht wegen hoher Energiepreise sowie seiner Klimaziele unter wachsendem Handlungsdruck. dynaCERT hat dort mit der Technischen Universität Ho-Chi-Minh-Stadt und einem führenden Öl- und Gasunternehmen Vereinbarungen für Tests und Pilotprojekte geschlossen. Erste HydraGEN-Systeme laufen bereits auf Schwerlast-Lkw und Containerstaplern in Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Hải Phòng.

    Daher könnten Anleger auf steigende Absatzzahlen in der zweiten Jahreshälfte spekulieren. Denn dann sollte die Aktie mindestens in Richtung des zwischenzeitlichen Jahreshochs marschieren.

    https://youtu.be/hE7EHsgouoE?si=YLenQimiziT_LBXN

    Nordex: Bald neues Allzeithoch?

    Stark hat sich in den vergangenen Tagen die Aktie von Nordex zurückgemeldet. Nachdem das Wertpapier Anfang Mai kurzzeitig über 50 EUR kletterte, ging es bis auf 38 EUR nach unten. Doch inzwischen steht die Aktie wieder knapp unter 50 EUR. Auch gestern ging es zwischenzeitlich wieder über 3 % nach oben. Angetrieben wurde die Aktie von positiven Nachrichten aus den USA.

    Nordex hat in den USA drei neue Aufträge mit einer Gesamtleistung von 484 MW erhalten. Ein Projekt umfasst 32 Turbinen des Typs N133/4.8 mit rund 154 MW. Für zwei weitere Windparks liefert der Konzern 56 Anlagen der Baureihe N163/5.X mit zusammen etwa 350 MW. Namen der Kunden und Standorte der Projekte wurden nicht genannt.

    Mit den Aufträgen unterstreicht Nordex die anhaltend starke Nachfrage im nordamerikanischen Markt. Nordex North America-CEO Manav Sharma verwies dabei auf die bewährte Turbinentechnologie sowie die lokale Lieferkette, mit denen der Konzern große Windenergieprojekte in der Region unterstützen wolle.

    Dabei sind die USA für die Windkraftbranche derzeit eigentlich kein klassischer Wachstumsmarkt. Zwar sollen 2026 laut EIA rund 11,8 GW neue Windkapazität ans Netz gehen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Doch die Projektentwicklung wird durch die unsichere Bundespolitik, Genehmigungsrisiken und verzögerte Investitionsentscheidungen gebremst. Gerade deshalb sind die drei neuen Nordex-Aufträge ein positives Signal.

    thyssenkrupp nucera: Kaufempfehlung nach Quartalszahlen

    Und was macht thyssenkrupp nucera? Die Aktie der deutschen Wasserstoffhoffnung hat im laufenden Jahr rund 17 % an Wert verloren. Allerdings verharmlost dies etwas die Entwicklung für Aktionäre. Denn seit August 2024 läuft die Aktie mehr oder weniger seitwärts. Seit dem IPO Mitte 2023 liegt das Minus bei rund 70 %.

    Auch die letzten Quartalszahlen konnten nicht überzeugen. Der Umsatz brach um 77 % auf 50 Mio. EUR ein, während das EBIT bei -65 Mio. EUR lag. Hintergrund sind höhere Kosten bei laufenden Wasserstoffprojekten sowie die Auflösung eines Pilotprojekts. Positiv entwickelte sich der Free Cashflow, der sich auf 9 Mio. EUR nach -5 Mio. EUR im Vorjahresquartal verbesserte.

    Hoffnung gibt der Auftragseingang. Dieser hat sich im zweiten Quartal 2025/2026 auf 316 Mio. EUR nahezu vervierfacht. Der Auftragsbestand stieg dadurch auf 732 Mio. EUR. Wesentliche Treiber waren im Segment Grüner Wasserstoff der 300-MW-Auftrag von Moeve für das „Andalusian Green Hydrogen Valley“ in Spanien sowie eine FEED-Studie für ein 260-MW-Projekt in Indien. Im Chlor-Alkali-Geschäft gewann das Unternehmen zudem einen Rekordauftrag im Nahen Osten und baute das Servicegeschäft weiter aus.

    Für das Gesamtjahr bestätigt thyssenkrupp nucera die angepasste Prognose. Der Auftragseingang soll zwischen 550 Mio. und 850 Mio. EUR liegen und damit deutlich über dem Vorjahresniveau von 348 Mio. EUR. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen wegen der Projektverschiebungen und Belastungen im Wasserstoffgeschäft mit 450 Mio. bis 550 Mio. EUR. Das EBIT wird zwischen -80 Mio. und -30 Mio. EUR erwartet. Mit einem neuen Lifecycle-Service-Angebot und einer standardisierten 120-MW-Komplettlösung will der Elektrolyseur-Spezialist zugleich zusätzliche, potenziell margenstärkere Wachstumsfelder erschließen.

    Im Anschluss an die Quartalszahlen hatte die RBC ihre Kaufempfehlung bestätigt. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie von thyssenkrupp nucera bei 15 EUR. Die Aktie notiert derzeit unter 8 EUR.


    Fazit

    dynaCERT bereitet sich laut IIF-Präsentation auf größere Volumina und eine mögliche Lokalisierung von Beschaffung und Montage in Märkten wie Vietnam, Mexiko oder perspektivisch Indien vor. Mit der Meldung erster konkreter Aufträge sollte die Aktie wieder anziehen. Nordex hat die Korrektur überraschend schnell abgehakt. Allerdings ist die Bewertung sportlich. Ein Kauf der Aktie von thyssenkrupp nucera drängt sich derzeit nicht auf.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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