04.08.2026 | 05:30
Übernahmekandidaten! Steyr Motors nach 20 %-Sprung! RE Royalties spannend! Und was macht Evotec?
Um 20 % ist die Aktie von Steyr Motors in der vergangenen Woche kurzzeitig explodiert. Grund waren Übernahmespekulationen durch einen Drohnen- und Robotikspezialisten aus den USA. Die Gespräche wurden beendet, doch Analysten bleiben bullisch für den Anbieter von Spezialmotoren aus Österreich. Bei RE Royalties könnte es noch in diesem Jahr zu einer Übernahme kommen. Das Management ist unzufrieden mit dem Aktienkurs und prüft sämtliche Optionen. Das Geschäftsmodell dürfte für kapitalstarke Interessenten interessant sein. Und was macht Evotec? Das deutsche Biotechnologieunternehmen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Entsprechende Spekulationen sorgten regelmäßig für kräftige Kurssprünge. Wie sieht es derzeit aus?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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RE Royalties: Übernahme in den kommenden Monaten?
Bei RE Royalties können Anleger auf eine Übernahme noch im laufenden Jahr spekulieren. Zwar hat die Aktie in 2026 bereits rund 37 % zulegen können, doch aus Sicht des Managements ist dies zu wenig. Daher hat man selbst einen formellen Strategieprozess eingeleitet. Seit einigen Monaten prüft ein Sonderausschuss des Verwaltungsrats verschiedene Möglichkeiten zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswerts. Ausdrücklich genannt werden neben strategischen Partnerschaften, Co-Investments und einer Optimierung der Kapitalstruktur auch ein vollständiger Verkauf des Unternehmens. Mit PricewaterhouseCoopers Corporate Finance wurde zudem ein Finanzberater mandatiert. Zwar betont RE Royalties, dass daraus nicht zwingend eine Transaktion entstehen muss, doch die Prüfung eines Verkaufs ist damit mehr als reine Spekulation.
Für einen potenziellen Käufer wäre vor allem die bereits aufgebaute Plattform attraktiv. RE Royalties hat seit der Gründung rund 83 Mio. CAD über 27 Transaktionen in etwa 135 Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien investiert. Das Portfolio umfasst Solar- und Windparks, Batteriespeicher, Wasserkraft, erneuerbares Erdgas und Energieeffizienzprojekte in mehreren Regionen, wobei sich mehr als 80 % der Investments in Nordamerika befinden. Über langfristige Royalties und Finanzierungen erhält das Unternehmen wiederkehrende Erlöse, ohne die Anlagen selbst betreiben zu müssen. Gleichzeitig ist das Modell skalierbar: Neues Kapital kann investiert werden, ohne dass die operativen Kosten im gleichen Umfang steigen. Rund 40 % des Portfolios entfallen zudem auf wiederkehrende Kunden, was für etablierte Beziehungen zu Projektentwicklern und eine funktionierende Investmentauswahl spricht.
Strategisch interessant könnte RE Royalties daher insbesondere für Infrastrukturinvestoren, Energieunternehmen oder größere Vermögensverwalter aus Nordamerika sein, die sich schnell ein diversifiziertes Portfolio im Wachstumsmarkt der erneuerbaren Energien sichern wollen. Ein finanzstarker Eigentümer könnte dem Unternehmen mehr Kapital für das weitere Wachstum zur Verfügung stellen und die Plattform damit skalieren.
https://youtu.be/5dQvcZkFR7E?si=jx0IeY-Wu7Cfqgm6
Steyr Motors: Analysten bleiben bullisch
Steyr Motors sorgte mit der Kommunikation eines möglichen Übernahmeangebots von Red Cat Holdings zunächst für Fantasie an der Börse. Demnach hatte der US-Drohnen- und Robotikkonzern ein vorläufiges, unverbindliches Interesse an einer vollständigen Übernahme signalisiert. Gleichzeitig sagte Steyr auch, dass man inzwischen keine Gespräche mehr führe. Die Aktie sprang dennoch am Dienstag von 32 EUR auf 41 EUR. Inzwischen ist der Kurs wieder auf 35 EUR abgerutscht. Wie geht es jetzt weiter?
Der zurückgezogene Übernahmeversuch unterstreicht nach Einschätzung von NuWays die strategische Bedeutung von Steyr Motors im Markt für unbemannte Überwasserfahrzeuge, sogenannte USVs. Dass ein US-Drohnen- und Robotikkonzern eine vollständige Übernahme geprüft habe, spreche für die starke Position von Steyr Motors als schwer ersetzbarer, geschäftskritischer Zulieferer. Aufgrund der hohen Bewertung und der vorhandenen Liquidität von Red Cat wäre ein erneuter Vorstoß finanziell grundsätzlich möglich. Übernahmespekulationen dürften die Steyr-Motors-Aktie daher weiter stützen.
Kurzfristig bleibt NuWays allerdings vorsichtig. Zwar liegt der langfristige Auftragsbestand bei mehr als 300 Mio. EUR, für 2026 sind davon bislang aber nur 37 Mio. EUR eingeplant. Neue Bestellungen für Lokomotiven, den Kampfpanzer K2 oder weitere USV-Projekte seien bislang ausgeblieben. Nach dem schwachen ersten Quartal erhöht diese mangelnde Auftragsdynamik die Unsicherheit. NuWays geht eher von Verzögerungen als von dauerhaft ausfallenden Projekten aus, erwartet aber, dass mögliche Bestellungen zu spät kommen könnten, um noch nennenswert zum Umsatz 2026 beizutragen. Deshalb senken die Analysten ihre Schätzungen auf Werte unterhalb der Unternehmensprognose. Die geringeren Umsätze dürften sich wegen des operativen Hebels überproportional auf die Profitabilität auswirken.
Für die Zeit nach 2026 bleibt die Investmentstory aus Sicht von NuWays intakt. Chancen ergeben sich unter anderem aus möglichen Fahrzeugaufträgen der spanischen und österreichischen Verteidigungsministerien, weiteren Projekten mit KNDS sowie dem Ausbau der USV-Produktion bei Red Cat. Dessen Sparte Blue Ops will 2027 mehr als 1.000 USVs fertigen. Steyr Motors ist beim Modell V7 bislang der einzige genannte Motorenlieferant. NuWays bestätigt daher die Kaufempfehlung. Das Kursziel wird wegen der schwächeren Entwicklung in 2026 von 60 EUR auf 53 EUR reduziert.
Evotec: Übernahme in Sicht?
Und was macht der ewige Übernahmekandidat Evotec? Das deutsche Biotechunternehmen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Entsprechende Spekulationen sorgten regelmäßig für kräftige Kurssprünge. Im Frühjahr 2024 berichtete "Bloomberg", dass mehrere Finanzinvestoren das Hamburger Biotechunternehmen und seine Wirkstoffpipeline prüfen würden. Besonders konkret wurde es im November 2024. Zunächst löste der Einstieg des Finanzinvestors Triton als neuer Großaktionär Übernahmefantasie aus. Wenige Tage später legte der US-Pharmakonzern Halozyme sogar ein unverbindliches Angebot über 11 EUR je Aktie beziehungsweise rund 2 Mrd. EUR vor. Die Evotec-Aktie reagierte deutlich positiv. Doch dann zog Halozyme den Vorstoß nach rund einer Woche wieder zurück.
Derzeit fehlt von dieser Übernahmefantasie jede Spur. Stattdessen herrscht nach der jüngsten Prognoseanpassung Ernüchterung. Evotec erwartet für 2026 nur noch einen Umsatz von rund 570 bis 610 Mio. EUR. Zuvor wurden 700 bis 780 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen nun mit einem Verlust zwischen 70 und 105 Mio. EUR statt mit einem Ergebnis zwischen 0 und 40 Mio. EUR. Als Gründe nennt Evotec geringere Beiträge aus bestehenden und möglichen neuen Partnerschaften sowie zeitliche Verzögerungen. Damit stehen vorerst die operativen Probleme, der hohe Verlust und die mangelnde Visibilität im Vordergrund. Dies schreckt offenbar nicht nur Aktionäre ab, sondern auch Strategen.
Fazit
Evotec ist derzeit eine Blackbox mit zahlreichen operativen Baustellen. Diese Unsicherheit scheint nicht nur Aktionäre, sondern auch potenzielle strategische Käufer abzuschrecken. Dagegen hat RE Royalties ein interessantes Geschäftsmodell im Bereich der Erneuerbaren Energien aufgebaut. Ein Käufer könnte diese Plattform nutzen und durch frisches Kapital skalieren. Steyr Motors ist ein spannender Nischenplayer im Rüstungssegment. Die Herausforderung für das Management ist, das prall gefüllte Auftragsbuch in Umsätze umzuwandeln. Gelingt dies, wäre eine Übernahme für Aktionäre vielleicht sogar die schlechtere Alternative.
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