29.06.2026 | 04:30
OHB in der SpaceX-Falle! Rheinmetall jetzt kaufen? Almonty Aktie ab heute im Russell-Index! Wolfram besser als Gold!
Eine katastrophale Woche liegt hinter Rheinmetall. Über 20 % hat die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns in den vergangenen fünf Handelstagen verloren. Bietet sich jetzt eine Kaufchance? Was sagen Analysten? Bei OHB ging es vergangene Woche sogar um über 30 % in den Keller. Das deutsche Raumfahrtunternehmen hat Aktionäre mit einer großen Kapitalerhöhung und dem Teilausstieg eines Großaktionärs schockiert. Zudem scheint der Weltraum-Hype rund um den SpaceX-IPO vorbei zu sein. Immerhin liegt die Aktie in 2026 weiterhin über 100 % vorne. Ähnlich stark hat die Almonty-Aktie in 2026 zulegen können. Auch der Kurs des Wolfram-Überfliegers hat in der vergangenen Woche konsolidiert. Doch notiert der Wolfram-Preis weiterhin auf Allzeithoch. Immer mehr Medien berichten über Engpässe beim kritischen Rohstoff – selbst in China. Davon sollte Almonty weiterhin profitieren. Übrigens gehört die Aktie ab heute zum Russell 1000 und 3000.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , OHB SE O.N. | DE0005936124 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Almonty: Engpass bei Wolfram spitzt sich zu
Während die Almonty-Aktie in den vergangenen Wochen etwas geschwächelt hat und etwa 20 % unter ihrem Allzeithoch notiert, zeigt der Wolfram-Preis keine Schwäche. Der Preis für eine metrische Tonne (mtu) – dies entspricht 10 kg – Ammoniumparawolframat am Handelsplatz Rotterdam hält sich bei über 3.000 USD. Anfang dieses Jahres wurden erst rund 900 USD je mtu bezahlt und Mitte 2023 weniger als 300 USD. Damit stellt Wolfram die Edelmetalle Gold und Silber locker in den Schatten.
Denn der Engpass bei Wolfram spitzt sich zu. "Reuters" brachte die Lage bereits mit der Überschrift „Every missile fired over Iran is burning through US tungsten stocks“ auf den Punkt. Der hohe Verbrauch von Raketen und Präzisionsmunition belastet demnach die US-Bestände zunehmend. Wolfram wird unter anderem für panzerbrechende Munition, hitzebeständige Bauteile sowie Raketen- und Waffensysteme benötigt. Gleichzeitig ist die westliche Versorgung strukturell verwundbar, weil China den globalen Markt dominiert und die Ausfuhr strategisch kontrolliert. Der "South China Morning Post" verwies vor einigen Wochen zudem auf Engpässe bei Wolframhexafluorid, einem zentralen Vorprodukt für die Halbleiterindustrie. Die Preise seien binnen eines Jahres um mehr als 200 % gestiegen. Damit konkurrieren Rüstung, Luftfahrt, Werkzeugmaschinen und KI-Chips zunehmend um begrenzte Mengen.
Auch NBC News hat den Wolfram-Engpass zuletzt aufgegriffen und Almonty dabei in den Mittelpunkt gestellt. Der Sender beschreibt Wolfram als unverzichtbaren Rohstoff für panzerbrechende Munition, Kampfflugzeuge und KI-gestützte Raketensysteme. Nach dem hohen Verbrauch von Tomahawk-, Patriot- und Präzisionsraketen im Iran-Konflikt stehe die US-Rüstungsindustrie unter Druck, ihre Bestände wieder aufzufüllen. "NBC News" verweist darauf, dass die USA selbst kein Wolfram im kommerziellen Maßstab fördern und China mehr als 80 % des Weltmarkts kontrolliert. Als Teil der westlichen Antwort porträtiert der Bericht die Sangdong-Mine in Südkorea, die Almonty in den vergangenen Monaten hochgefahren hat. Zudem entwickelt Almonty im US-Bundesstaat Montana eine Wolfram-Mine. Sie ist von strategischer Bedeutung, denn bisher sind die USA zu 100 % auf Wolfram-Importe angewiesen.
https://youtu.be/_B9xm5KF51I?si=WMz2nS4RUs1FPQNM
Vor dem Hintergrund dieser Marktentwicklungen überrascht es nicht, dass Analysten bei Almonty explodierende Umsätze und Gewinne erwarten. Die Bank of America traut dem Wolfram-Produzenten im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 670 Mio. CAD zu. In 2027 sollen es dann 1,32 Mrd. CAD sein. Der Gewinn je Aktie soll im laufenden Jahr 1,75 CAD erreichen und 2027 auf 3,50 CAD klettern. Derzeit notiert die auch an deutschen Börsen rege gehandelte Aktie bei 23 CAD. Damit liegt das KGV für 2027 bei 6,6.
Übrigens notiert die Almonty-Aktie ab heute im Russell 1000 und Russell 3000. Dies könnte für zusätzliche Nachfrage durch ETFs und Fonds sorgen und dürfte die Bekanntheit des Unternehmens weiter steigern.
Rheinmetall: Analysten beruhigen
Für Rheinmetall war es eine katastrophale Börsenwoche. Innerhalb der fünf Handelstage hat die Aktie über 20 % an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung ist um mehr als 11 Mrd. EUR geschmolzen und liegt nur noch bei 44 Mrd. EUR. Es waren mal mehr als 90 Mrd. EUR. Grund war das endgültige Aus für das F126-Programm. Rheinmetall hatte sich mit seiner Marinesparte als möglicher Retter des schwer verzögerten Projekts positioniert und auf einen Milliardenauftrag gehofft. Stattdessen stoppt die Bundesregierung den Bau der sechs F126-Fregatten wegen explodierender Kosten und hoher Projektrisiken und setzt wohl auf bis zu acht kleinere Meko-A-200-Fregatten von TKMS. Für Rheinmetall ist dies nicht nur ein verlorener Auftrag, sondern ein empfindlicher Rückschlag bei der strategischen Expansion ins Marinegeschäft.
Schaut man sich die Reaktionen der Analysten an, ist der Absturz der Aktie eine Kaufchance. Die Kursziele wurden zwar reduziert, liegen allerdings weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau. Bei der DZ Bank wurde das Kursziel von 2.188 EUR auf 1.705 EUR reduziert. Warburg Research und JPMorgan trauen der Rheinmetall-Aktie immerhin noch 1.500 EUR zu. Am stärksten wurde das Kursziel bei Jefferies rasiert. Die Analysten sehen den fairen Wert nicht mehr bei 1.890 EUR, sondern nur noch bei 1.300 EUR.
Insgesamt stufen Analysten die finanziellen Folgen des geplatzten F126-Auftrags als beherrschbar ein. Der entgangene Umsatz und Ergebnisbeitrag seien für Rheinmetall angesichts des prall gefüllten Auftragsbuchs verkraftbar. Schwerer wiegt wohl der Imageschaden. Denn Rheinmetall wollte mit der Übernahme der Naval Vessels Lürssen (NVL) groß ins Marinegeschäft einsteigen.
OHB: Aktie unter Zeichnungspreis
Auch bei der Aktie von OHB ging es in der vergangenen Woche über 20 % in den Keller. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei rund 590 EUR im Mai hat sich das Wertpapier des deutschen Raumfahrtkonzerns inzwischen sogar halbiert. Dies liegt zum einen daran, dass der durch den SpaceX-IPO ausgelöste Weltraum-Hype abgekühlt ist. Außerdem hat OHB nicht nur eine große Kapitalerhöhung angekündigt, sondern Großaktionär KKR will im Rahmen der Platzierung auch noch Kasse machen.
Inzwischen ist die Privatplatzierung abgeschlossen worden. Investoren zeichneten 1.605.388 neue Aktien sowie 1.394.612 bestehende Aktien aus dem Bestand von KKR zu jeweils 300 EUR. OHB fließen aus der Ausgabe der neuen Aktien brutto etwa 482 Mio. EUR zu. KKR erlöst rund 418 Mio. EUR. Noch bis zum 8. Juli 2026 läuft das Bezugsrechtsangebot für die bestehenden Minderheitsaktionäre. Sie können ebenfalls zu 300 EUR neue Aktien beziehen. Allerdings notiert die OHB-Aktie an der Börse derzeit bei 271 EUR.
Fazit
Das Branchenumfeld spricht weiterhin für eine starke operative Entwicklung bei Almonty. Davon sollte auch die Aktie wieder profitieren. Mit Blick auf die Analystenschätzungen erscheint die Aktie jedenfalls alles andere als teuer zu sein. Bei Rheinmetall fehlt es weiterhin klar an Momentum. Ein Rebound ist nicht auszuschließen, doch bis zu den alten Höchstkursen dürfte es ein steiniger Weg sein. Dies gilt wahrscheinlich noch mehr für OHB. Ein Kauf drängt sich da nicht auf.
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