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12.01.2026 | 04:30

Paukenschlag bei D-Wave! Rheinmetall und Almonty Industries bei Zukunftstechnologien Fusions-Energie und Lasertechnik dabei!

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Bildquelle: Rheinmetall AG

Paukenschlag bei D-Wave. Der Quantum-Spezialist will das Geschäftsmodell mit einer Übernahme erweitern. Dafür nimmt man 550 Mio. USD in die Hand. Ob sich das auszahlt, ist heute wohl kaum zu beurteilen. Dass Almonty von der hohen Nachfrage und dem knappen Angebot bei Wolfram in der westlichen Welt profitiert, ist leicht zu beurteilen. Die Aktie gehörte 2025 zu den Highflyern und erscheint weiterhin nicht teuer. Dabei deutet sich ein weiterer Treiber an. Denn Wolfram trägt entscheidend zu Erfolgen in der Fusionsenergie bei. Auch Rheinmetall arbeitet an Zukunftstechnologien. Der größte deutsche Rüstungskonzern will künftig Drohnen und andere Flugkörper mit Lasern abschießen. Die Diversifikation abseits von Kampfpanzern und anderem schweren Gerät ist richtig und wichtig.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Treibt jetzt auch noch Fusionsenergie die Wolfram-Nachfrage?

    Während sich die Almonty-Aktie in den vergangenen Tagen eine kleine Auszeit gegönnt hat, bahnt sich bei der Wolfram-Nachfrage ein weiterer Treiber an. Bereits heute ist Wolfram ein strategisches Hochleistungsmetall. Seine extreme Temperaturfestigkeit und Dichte machen es unverzichtbar für eine breite Palette von Hightech-Anwendungen – von Luft- und Raumfahrt über Smartphones bis hin zur Rüstungsindustrie. Westliche Länder suchen händeringend nach Wolfram-Anbietern außerhalb Chinas. Dabei kommen sie an Almonty als größten westlichen Produzenten mit produzierenden Minen in Portugal und Südkorea und bald auch in den USA nicht vorbei. Eine neue Anwendung könnte die Nachfrage weiter antreiben, denn Wolfram wird nun auch zu einem Schlüsselmaterial für eine Technologie, die das Energiesystem grundsätzlich verändern könnte – die Kernfusion.

    In der Fusionsforschung zeigten zwei Projekte zuletzt ermutigende Ergebnisse. Der französische Tokamak WEST hielt ein Plasma von rund 50 Mio. °C über sechs Minuten stabil. Ein Rekord, der speziell in einer „Wolfram-Wand“-Umgebung erarbeitet wurde und damit praxisnahe Daten für den Dauerbetrieb liefert. In Südkorea erreichte KSTAR 100 Mio. °C für 48 Sekunden. Dabei spielt ein auf Wolfram umgerüsteter Divertor eine zentrale Rolle, weil er die extremen Wärmeflüsse im „Auslassbereich“ des Tokamaks besser verkraftet als frühere Lösungen.

    Der materialtechnische Kernpunkt: Kohlenstoffbasierte Innenwände können Fusionsbrennstoff stärker an der Oberfläche binden – ein Nachteil, wenn Anlagen langfristig ihre Tritium-Bilanz beherrschen und perspektivisch Tritium im System effizient nachführen bzw. nachbrüten müssen. Wolfram ist hierfür attraktiver, bleibt aber anspruchsvoll. Gelangen kleinste Wolfram-Mengen als Verunreinigung ins Plasma, kann das Plasma durch Strahlungsverluste abkühlen – weshalb Diagnostik und Reinheitskontrolle entscheidend sind.

    https://youtu.be/HwxJCF--kG8?si=vjbSEOIEOQkGdDkO

    Rheinmetall: Mit Lasern gegen Drohnen

    Wie Almonty ist auch Rheinmetall bei Zukunftstechnologien dabei. So baut der größte deutsche Rüstungskonzern sein Engagement im Bereich gerichteter Energiewaffen aus. Gemeinsam mit MBDA Deutschland wollen die Düsseldorfer im ersten Quartal dieses Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen für Marine-Laser-Aktivitäten gründen. Damit soll die seit 2019 bestehende Kooperation in eine industrielle Struktur überführt werden. Das Ziel ist, hochleistungsfähige Laserwaffensysteme für maritime Anwendungen zur Serienreife zu bringen. Dieses System soll innerhalb der Deutschen Marine Rohrwaffen und Lenkflugkörper ergänzen und insbesondere die Abwehr von Drohnen und weiteren hochagilen Zielen im Nah- und Nächstbereich übernehmen.

    Als technologische Referenz verweisen die Unternehmen auf einen bereits integrierten Marinelaserdemonstrator, der ein Jahr unter einsatznahen Bedingungen an Bord erprobt wurde. In dieser Phase wurden nach Angaben der Partner die wesentlichen Fähigkeiten nachgewiesen: präzises Tracking, schnelle Wirkung und eine Bekämpfung mit geringen Kollateralschäden. Der Laser könne auch unter schwierigen Umweltbedingungen einen sehr kleinen Zielpunkt stabil verfolgen und die Energie exakt bündeln. Nach mehr als 100 Beschuss- und Trackingversuchen wurde der Demonstrator zur weiteren Erprobung an das Laserkompetenzzentrum überführt und wird dort auch für landgestützte Drohnenabwehrtests genutzt. Rheinmetall betont zudem die Nationalisierung der Technologie mit Blick auf Souveränität, Versorgungssicherheit und den Ausbau von Arbeitsplätzen in Deutschland.

    D-Wave lässt sich Übernahme 550 Mio. USD kosten

    Quantum-Computing könnte für die Fusionsenergie Vorbild sein, wie schnell der Übergang von Zukunftstechnologie in die Realität gelingen kann. Mit dem Durchbruch der Technologie im vergangenen Jahr gehörten die Quantum-Unternehmen zu den Börsenstars des Jahres 2025. Die Aktie von D-Wave Quantum hat sich im vergangenen Jahr beispielsweise mehr als verfünffacht. Das hohe Kursniveau hatte das Unternehmen genutzt und nur in 2025 durch Kapitalerhöhungen 550 Mio. USD brutto eingesammelt. Einen Teil davon nutzt D-Wave jetzt für eine Übernahme.

    So will man Quantum Circuits übernehmen. Damit will D-Wave das Geschäftsmodell erweitern und neben dem etablierten Annealing-Geschäft auch Gate-Model-Quantencomputer schneller zur Marktreife bringen. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 550 Mio. USD und setzt sich aus 250 Mio. USD in bar sowie 300 Mio. USD in D-Wave-Aktien zusammen. Aus Sicht von D-Wave könnte die Kombination aus eigener Erfahrung in der skalierbaren Ansteuerung supraleitender Prozessoren und einer produktionsreifen Cloud-Plattform mit der von Quantum Circuits entwickelten, fehlerkorrigierten Gate-Model-Technologie den Weg zu „skalierter“ Fehlerkorrektur deutlich verkürzen. Es gebe auch zusätzliche kommerzielle Anwendungsfälle.

    Technologisch steht dabei die Dual-Rail-Architektur von Quantum Circuits im Fokus, die mit integrierter Fehlererkennung die Qualität der Qubits erhöhen und den Hardware-Aufwand für logische Qubits senken soll. Als erstes Ergebnis der beschleunigten Roadmap plant D-Wave ein initiales Dual-Rail-System. Es soll schon 2026 auf den Markt gebracht werden. Darüber hinaus soll die Übernahme D-Waves „Dual-Platform“-Ansatz (Annealing und Gate-Model) stärken. Im Zuge des Deals wird zudem ein F&E-Zentrum im US-Bundesstaat Connecticut aufgebaut. Der Abschluss steht noch unter üblichen Bedingungen, darunter kartellrechtliche Freigaben und die Börsenzulassung der als Gegenleistung auszugebenden Aktien. Das Closing wird bereits Ende Januar 2026 erwartet.

    Fazit

    Quantum-Computing, Laserwaffen und Fusionsenergie verändern die Welt oder werden es voraussichtlich bald tun. Almonty braucht eigentlich keinen zusätzlichen Treiber, schließlich gibt es schon heute zu wenig Wolfram in der westlichen Welt und die Preise befinden sich auf Rekordniveau. Doch der Einsatz in der Fusionstechnologie würde sicher eine nochmalige Neubewertung bedeuten – dabei ist die aktuelle noch nicht abgeschlossen. Rheinmetall zeigt, dass man auch an Zukunftsthemen arbeitet. Dies ist wichtig, denn Panzern und anderem schweren Gerät scheint nicht die Zukunft auf dem Schlachtfeld zu gehören. D-Wave ist alles andere als günstig bewertet, aber im Quantum-Sektor sicher ein Basisinvestment.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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