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27.09.2023 | 05:30

Reich wie ein Scheich? Hier tut sich was: Schott Pharma, BioNTech, Cardiol Therapeutics

  • Herzerkrankungen
  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Hightech oder Beiwerk? Wenn am Donnerstag die Aktie von Schott Pharma in Frankfurt an der Börse startet, dürften Anleger eine klare Meinung haben. Der Hersteller von Verpackungen für Medikamente erfährt womöglich gerade deswegen so ein großes Interesse, weil das Geschäftsmodell klar umrissen ist. Doch was macht Schott aus und welche Unternehmen aus der Pharma- und Biotech-Branche könnten noch interessant werden? Wir geben Einblicke und liefern Antworten!

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: SCHOTT PHARMA AG & CO KGAA | DE000A3ENQ51 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006

Inhaltsverzeichnis:


    Schott Pharma: Große Rendite mit kleinen Fläschchen?

    Am Dienstagmittag teilten die am Börsengang von Schott Pharma beteiligten Banken mit, die Preisspanne auf 26,50 bis 27 EUR verengt zu haben. Damit dürfte der Erlös im gehobenen mittleren Bereich der ursprünglichen Spanne liegen. Schott Pharma wird also mit rund 4 Mrd. EUR bewertet. Das Unternehmen gehört zum Glas-Giganten Schott AG, der auch nach dem Börsengang mit rund 77 % der Anteile Mehrheitsaktionärin bleiben wird. Beim Börsengang ist mit der Qatar Holding zudem ein potenter Anker-Aktionär dabei. Die erlösten Mittel fließen der Mutter-Gesellschaft zu. Schott Pharma benötigt nach eigenen Angaben nicht unbedingt Kapital, will sein Wachstum aber beschleunigen.

    Das Unternehmen, das Ampullen, Fläschchen und Spritzen aus Glas herstellt, punktete in der Vergangenheit mit soliden Zahlen – unter anderem beeindruckt die operative Gewinnmarge von 28 %. Wachstumsfantasie versprüht vor allem der gerade erst anziehende Trend rund um mRNA-Therapeutika oder auch die Abnehmspritze Wegovy. Dass es auf mehr ankommt, denn auf effektive Wirkstoffe, zeigt aktuell auch die Posse um Impfstoffe von BioNtech. Diese kommen in Behältnissen daher, die gleich mehrere Impfdosen enthalten. Das klingt nachhaltig und macht mit Blick auf Impfzentren im Jahr 2021 sicherlich Sinn – im Jahr 2023 dürften wegen dieser „Großpackungen" wertvolle Vakzine entsorgt werden, weil es zeitgleich zu wenig Impflinge gibt. Konkurrenten, wie etwa Moderna, liefern längst in Einzeldosen. Hier bestehen mit Deutschland aber keine Liefervereinbarungen. Die Aktie von Schott Pharma punktet mit soliden Zahlen und einem robusten Geschäft. Noch hat der Wert jedoch keinen Track Record. Im aktuellen Marktumfeld müssen Investoren hier nicht dabei sein.

    BioNTech: Wie tief geht's noch?

    Das Gleiche gilt für den deutschen mRNA-Pionier BioNTech. Die Aktie steckt langfristig im Abwärtstrend. Zwar sorgt das Corona-Virus noch immer für Umsätze, doch sinkt die Impfbereitschaft deutlich. Die zahlreichen vielversprechenden Projekte von BioNTech sollten Anleger aber im Blick haben. Mit den Pandemie-Milliarden kann BioNTech in Ruhe forschen – das Mainzer Biotech, sollte man nicht nur wegen seiner Historie niemals abschreiben. Handlungsdruck besteht aber ebenfalls nicht.

    Cardiol Therapeutics: Studienfortschritte, Kapital – Zutaten für einen Befreiungsschlag?

    Etwas anders sieht die Sache beim an der Nasdaq notierten Biotech-Unternehmen Cardiol Therapeutics aus. Das Unternehmen entwickelt Wirkstoffe gegen seltene entzündliche Herzerkrankungen, wie etwa Myokarditis. Aktuell läuft mit Archer eine multizentrische, internationale, doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Phase-II-Studie, mit der die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs CardiolRx™ bei Patienten mit akuter Myokarditis untersucht werden soll. Bei seltenen Erkrankungen ist es oftmals herausfordernd, genug Patienten für Studien zu rekrutieren. Zuletzt meldete Cardiol Therapeutics allerdings, die Rekrutierung von Patienten im 3. Quartal 2024 und damit sechs Monate früher als erwartet, abschließen zu können.

    Dr. Andrew Hamer, Chief Medical Officer bei Cardiol Therapeutics kommentiert: „Die ausgewerteten Daten der Patienten, die an der ARCHER-Studie teilnehmen, werden wichtige Informationen liefern, die für den Einsatz von CardiolRx™ als neuartiges niedermolekulares Therapeutikum bei dieser stark beeinträchtigenden, seltenen Erkrankung sprechen, die als wichtiger Auslöser für die akute und fulminante Herzinsuffizienz und als führende Ursache für den plötzlichen Herztod bei Menschen unter 35 Jahren gilt und für die es keine zugelassenen Therapien gibt." Dank einer umfassenden Kapitalerhöhung, die das Unternehmen bereits 2021 durchgeführt hat, hat Cardiol Therapeutics noch immer ausreichend Mittel, um seine Studien fortsetzen zu können. Seit April hat sich die Aktie verdoppelt, hat langfristig aus charttechnischer Sicht jedoch weiteres Aufhol-Potenzial. Liefert das Unternehmen positive Studienergebnisse, könnte der Pennystock wieder anspringen.

    Cardiol Therapeutics agiert in einem spannenden medizinischen Feld, ist solide finanziert und könnte im Falle einer Marktzulassung von einem längeren Patentschutz profitieren, da Myokarditis als seltene Erkrankung gilt. Während Schott Pharma als Börsenneuling noch keinen Track Record hat und BioNTech im Abwärtstrend steckt, liegt bei Cardiol Therapeutics ein Comeback in der Luft. Angesichts der laufenden klinischen Studien muss die Aktie jedoch als spekulativ gelten.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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