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02.01.2026 | 05:30

Über 770 % in 2025! Geht die Rally 2026 weiter? Rheinmetall, Almonty Industries, MP Materials!

  • Rüstung
  • kritischerohstoffe
Bildquelle: Rheinmetall AG

Was für ein Jahr für Rüstung und kritische Rohstoffe. China setzt seinen Rohstoffschatz verstärkt als geopolitische Waffe ein. Insbesondere die USA reagieren konsequent und pushen die westlichen Unternehmen. Wolfram tritt aufgrund seiner strategischen Bedeutung aus dem Schatten der Seltenen Erden. Wolfram-Produzent Almonty Industries nimmt die riesige Mine in Südkorea in Betrieb und die Aktie schießt um 770 % nach oben. Da kann selbst MP Materials nicht mithalten. Das Unternehmen ist allerdings auch deutlich höher bewertet. Holt Almonty 2026 weiter auf? Und was macht Rheinmetall? Das Wachstum in 2025 fällt weniger stark aus als erwartet. Dennoch sehen Analysten für 2026 Kurspotenzial beim größten deutschen Rüstungskonzern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , MP MATERIALS CORP | US5533681012

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Geht die Erfolgsgeschichte 2026 weiter?

    Was für ein Jahr für Almonty Industries. Die Aktie des Wolfram-Produzenten ist in 2025 um rund 770 % in die Höhe geschossen. Für die starke Performance gibt es zahlreiche gute Gründe – genauso wie für eine Fortsetzung der Rally in 2026. Denn mit einer Marktkapitalisierung von rund 2 Mrd. USD erscheint das Unternehmen mit Blick auf die strategische Bedeutung, künftige Gewinne und Vergleichsunternehmen wie MP Materials mit fast 10 Mrd. Marktkapitalisierung nicht zu teuer zu sein.

    Zu den Almonty-Highlights 2025 gehörte natürlich die Inbetriebnahme der Wolfram-Mine Sangdong in Südkorea vor wenigen Tagen. Die Investitionen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt und die kommerzielle Produktion in der wohl weltweit modernsten Mine ihrer Art kann beginnen. In der ersten Ausbaustufe ist eine Jahresproduktion von 640.000 Tonnen Wolframerz geplant. Innerhalb weniger Jahre soll dann auf 1,2 Mio. Tonnen pro Jahr hochgefahren werden. Entsprechend stark sollten Umsatz und Gewinn künftig zulegen. Zumal der Spotpreis nicht mehr wie in der Planungsphase bei 200 bis 300 USD je MTU liegt, sondern eher bei 800 USD.

    Und bereits in 2026 soll die dritte Wolfram-Mine von Almonty nach Portugal und Südkorea in Produktion gehen. Im US-Bundesstaat Montana soll in Rekordzeit die erste Wolfram-Produktion des Landes seit über 10 Jahren beginnen. Damit wird Almonty zum Treiber, um ein strategisches Ziel der US-Regierung zu erreichen. In 2027 will man nämlich bei diesem für Rüstung und Technologie essenziellen Rohstoff unabhängig von China sein. Vor diesem Hintergrund erscheint die Entscheidung, den Firmensitz von Kanada in die USA zu verlagern und an die NASDAQ zu gehen, noch plausibler.

    Entsprechend positiv war das Interview von Almonty-CEO Lewis Black mit Lyndsay Malchuk vom IIF. Es wurde auch deutlich, dass die Almonty-Story noch längst nicht zu Ende ist.

    https://youtu.be/HwxJCF--kG8?si=vjbSEOIEOQkGdDkO

    MP Materials: Nach Halbierung wieder kaufen?

    Ähnlich wie Almonty war vermutlich auch MP Materials Anfang 2025 nur wenigen Anlegern ein Begriff. Dies hat sich klar geändert und die Aktie hat eine Performance von 230 % aufs Parkett gelegt. Dies ist rückblickend keine Überraschung, denn das Unternehmen ist der einzige größere Produzent von Seltenen Erden in den USA.

    Spätestens als bekannt wurde, dass das Verteidigungsministerium rund 400 Mio. USD in das Unternehmen investiert hat, kannte die Aktie kein Halten mehr. Gleichzeitig sicherte sich Washington langfristige Lieferverträge für die strategisch so wichtigen Seltenen Erden. Wie bei Wolfram ist es die klare Strategie der USA, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren. Dabei geht die Trump-Regierung deutlich konsequenter zur Sache als Europa. Nicht nur die US-Regierung setzt auf MP Materials. Apple schloss eine mehrjährige Kooperation, um künftig Seltene Erden für seine Geräte direkt aus der US-Produktion zu beziehen. Zusammen mit den staatlichen Fördermitteln entsteht damit ein geschlossenes Ökosystem – vom Bergbau in Kalifornien bis zur Hightech-Fertigung in den USA. Damit wurde MP Materials innerhalb weniger Monate vom Nischenproduzenten zum zentralen Pfeiler einer neuen amerikanischen Rohstoff- und Industriepolitik.

    In der Euphorie haben Anleger aber wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. In der Spitze notierte die Aktie über 100 USD und war damit rund 20 Mrd. USD wert. Anfang 2025 lag der Kurs noch bei rund 15 USD. In Q4 setzt eine scharfe Korrektur ein und zum Jahreswechsel notierte die Aktie von MP Materials bei rund 50 USD. Damit besteht aus Sicht von Morgan Stanley wieder Kurspotenzial. Die Analysten haben zuletzt die Aktie von "Equalweight" auf "Overweight" hochgestuft. Den fairen Wert sehen sie bei 71 USD. Die Analysten verweisen darauf, dass MP Materials inzwischen auch Permanentmagneten produzieren wird und damit über eine heimische Lieferkette ab der Mine verfügt.

    Rheinmetall: Analysten bestätigen Kaufempfehlung

    Auch die Rheinmetall-Aktie gehörte mit einem Kursplus von rund 160 % zu den Kursraketen des Jahres 2025. Allerdings ist diese Performance ausschließlich auf die Entwicklung bis April zurückzuführen. Anschließend ging es für die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns zwar noch bis 2.000 EUR nach oben. Die schleppende Vergabe von Großaufträgen durch die Bundeswehr und ein möglicher Frieden in der Ukraine sorgten dafür, dass die Aktie das Jahr unter 1.600 EUR beendete.

    Die Analysten von mwb research haben kurz vor Weihnachten die Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie bestätigt. Anlass für das Update war, dass Rheinmetall zum einen die erwartete Veräußerung seiner zivilen Power-Systems-Sparte bestätigte. Zum anderen wurde aber auch das Wachstumsziel für 2025 reduziert. Statt der auf dem Capital Markets Day genannten 35 bis 40 % soll das verteidigungsgetriebene Umsatzwachstum nun bei 30 bis 35 % liegen. Die Langfristziele bis 2030 bleiben laut Studie vorerst bestehen. Treiber sind Skaleneffekte, höhere Automatisierung und ein „reiner“ werdender Defense-Mix.

    mwb research bleibt bei „Buy“, senkt aber das Kursziel von 2.400 EUR auf 2.200 EUR. Damit besteht aus Sicht der Analysten weiterhin ordentliches Kurspotenzial. In ihren Schätzungen wird der Verkaufserlös für Power Systems mangels Preisnennung mit 600 Mio. EUR unterstellt. Zugleich fließt erstmals stärkere Konkurrenzsichtbarkeit durch KNDS in das Modell ein, da im Vorfeld des geplanten IPOs mehr Informationen verfügbar werden und damit ein etwas geringerer Rheinmetall-Marktanteil nach 2030 plausibler erscheint. Entsprechend werden die längerfristigen Umsatzannahmen (ab 2032) leicht gekappt. Operativ bleibt der Wachstumspfad dennoch steil: Für 2025 werden Umsätze von 12,3 Mrd. EUR erwartet und in 2027 sollen es dann bereits 22,8 Mrd. EUR sein. Das Ergebnis je Aktie soll dann bei 55 EUR liegen.

    Fazit

    Der Kampf um kritische Metalle wird die Welt und die Börse auch 2026 beschäftigen. Almonty steigt mit der Sangdong-Mine in eine neue Liga auf und dürfte von der Entschlossenheit der US-Regierung profitieren. Auch mit Blick auf MP Materials hat die Aktie weiter Luft nach oben. Aufgrund der Bedeutung Seltener Erden dürfte auch MP Materials weiterlaufen. Allerdings erscheint die Bewertung schon ordentlich ausgereizt zu sein. Für Rheinmetall könnte es ein enttäuschendes Jahr werden. Die Bundesregierung hält sich mit Milliardenaufträgen auffällig zurück. Es wäre keine Überraschung, wenn Europa nach einem Frieden in der Ukraine auf die Ausgabenbremse treten würde. Da sind die USA einfach konsequenter und strategischer unterwegs.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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