16.03.2026 | 04:30
Übernahmekandidat BioNTech? Was läuft bei CHAR Technologies und Steyr Motors?
Eine Clean-Tech-Wachstumsstory mit Übernahmefantasie gibt es derzeit für nur rund 35 Mio. CAD. CHAR Technologies profitiert mit seiner Technologie von den steigenden Preisen für Öl und Gas. Steigt die Aktie nicht, könnte ein Partner zuschlagen. Ist BioNTech ein Übernahmekandidat? Bis zur vergangenen Woche hätte man dies wohl klar mit Nein beantwortet. Doch seit der Ankündigung, dass sich die Gründer verabschieden, scheint alles möglich. Und noch etwas spricht dafür. Um nicht von einem großen Rüstungskonzern geschluckt zu werden, will Steyr Motors kräftig wachsen – organisch und durch Übernahmen. Analysten trauen dem Unternehmen eine Umsatzverdoppelung zu und raten zum Kauf der Aktie.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25 , CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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CHAR Technologies: Clean-Tech-Wachstumsstory für rund 35 Mio. CAD
Startet die Aktie von CHAR Technologies jetzt endlich durch? Immerhin sind die Kanadier mit ihrer Technologie ein klarer Gewinner steigender Preise für Öl und Gas. Zudem gibt es Übernahmefantasie. Denn das Unternehmen macht nach Jahren der Entwicklungsarbeit derzeit einen entscheidenden Schritt und hat dabei finanzkräftige Partner im Boot. Dies machte CEO Andrew White auf dem International Investment Forum deutlich. Das Technologieunternehmen vollzieht mit seiner ersten Anlage in Thorold derzeit den Schritt von der Pilotphase in die Kommerzialisierung. Die Inbetriebnahme läuft, der Abschluss der Kommissionierung ist bis Ende März geplant. Ausgehend von vier konkreten Projekten sieht das Management einen klaren Pfad zu projektbezogenen Umsätzen von rund 130 Mio. CAD sowie zu einem freien Cashflow von etwa 42 Mio. CAD. Besonders attraktiv ist, dass ein großer Teil der Erlöse über langfristige, teils 20-jährige Abnahmeverträge gut kalkulierbar ist.
Operativ setzt CHAR Technologies auf ein überzeugendes Industrie- und Dekarbonisierungsmodell. Das Unternehmen verarbeitet Holzabfälle und andere Biomasse per Hochtemperatur-Pyrolyse (HTP) zu zwei wertvollen Produkten: Bio-Kohle für die Stahlindustrie und Bio-Erdgas. White hob hervor, dass insbesondere in Kanada für das Gas langfristige Lieferverträge mit attraktiven Preisen möglich seien, die deutlich über dem klassischen Erdgasniveau liegen. Zugleich verfügt Char mit ArcelorMittal, der BMI Group und regionalen Forstpartnern über hochkarätige strategische Partner, die Technologie, Finanzierung, Rohstoffversorgung und Marktzugang absichern. Dass ArcelorMittal nach einer intensiven Technologieprüfung eingestiegen ist und zugleich als Abnehmer fungiert, wertet White als starke Bestätigung für die industrielle Relevanz der Lösung.
Zusätzliche Fantasie entsteht durch ein zweites Wachstumsfeld: die Zerstörung von PFAS, den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Char hat nach eigenen Angaben bereits in einer kommerziell betriebenen Anlage mit Synagro Technologies gezeigt, dass sich belastete Biosolids mittels der eigenen Technologie wirksam behandeln lassen. Angesichts tausender betroffener Anlagen allein in den USA könnte daraus ein margenstarkes Zusatzgeschäft entstehen.
Die kommenden zwölf Monate dürften nun richtig spannend werden. Gelingt die planmäßige Kommerzialisierung und folgen weitere Projekte, könnte sich CHAR endgültig zu einer ernstzunehmenden Clean-Tech-Wachstumsstory entwickeln. Dafür erscheint die Bewertung von rund 35 Mio. CAD alles andere als hoch.
https://youtu.be/NM6RiILMS-k?si=rApnE63U6xUIu7lu
BioNTech: Vom Biotech-Champion zum Übernahmekandidaten
Was bei BioNTech lange ausgeschlossen schien, wirkt plötzlich nicht mehr völlig abwegig: eine Übernahme. Über Jahre hatten Ugur Şahin und Özlem Türeci den Eindruck vermittelt, BioNTech selbst zu einem globalen Medikamentenkonzern ausbauen zu wollen. Entsprechend groß war die Überraschung, als das Gründerpaar vergangene Woche ankündigte, seine operativen Rollen spätestens Ende 2026 abzugeben und parallel ein neues Unternehmen aufzubauen. Der abrupte Kursrutsch nach der Meldung zeigte, wie stark BioNTech an die Gründerstory gekoppelt war.
Gerade daraus ergibt sich nun neue Fantasie. BioNTech verfügte Ende 2025 über 17,2 Mrd. EUR an liquiden Mitteln. Dem stand zuletzt nur ein Börsenwert von knapp 20 Mrd. EUR gegenüber. Ein Käufer würde die weit entwickelte Onkologie-Pipeline und das mRNA-Know-how also für 3 Mrd. EUR bekommen. Dies erscheint nicht teuer zu sein.
Ohne die Zustimmung der deutschen Milliardärsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann wäre eine Übernahme natürlich ausgeschlossen. Sie halten fast die Hälfte der BioNTech-Aktien. Im Gespräch mit der "FAZ" hat Thomas Strüngmann betont, dass er an die BioNTech-Story glaubt und weitere Aktien gekauft hat. Er wolle aber auch in das neue Unternehmen des Ehepaars investieren. Spannend wird, wer die Gründer im Vorstand ersetzen wird. Forscher oder eher Finanzmann? Dies könnte zeigen, in welche Richtung es bei BioNTech gehen wird.
Analysten sehen die Aktie des deutschen Biotech-Unternehmens weiterhin positiv. Jefferies und Goldman Sachs empfehlen das Wertpapier weiterhin zum Kauf. Allerdings wurde das Kursziel auf 138 USD bzw. 132 USD reduziert. Die Deutsche Bank sieht den fairen Wert bei 140 USD und hatte als erster die mögliche Übernahmefantasie angesprochen.
Steyr Motors: Fressen oder gefressen werden
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 217 Mio. EUR wäre Steyr Motors ein durchaus interessantes Ziel für den einen oder anderen Rüstungskonzern. Daher ist die Strategie des Anbieters von Spezialmotoren für den militärischen und zivilen Bereich klar: starkes organisches und anorganisches Wachstum. Zuletzt hat man mit den endgültigen Zahlen für 2025 die vorläufigen Ergebnisse bestätigt und zugleich den Ausblick für 2026 bekräftigt. Nach Einschätzung der Analysten von NuWays erhält die Investmentstory des Unternehmens damit zusätzliche Substanz. Besonders hervorgehoben wird ein neuer Auftrag von KNDS, der die Visibilität auf der Umsatzseite verbessern soll. Nach Schätzung von NuWays könnte der Auftrag das Auftragsbuch um rund 40 Mio. EUR erhöhen. Vereinbart sei ein festes Mindestvolumen von 500 Hilfsaggregaten, vor allem für den Leopard 2 sowie in geringerem Umfang für das Brückenlegesystem Leguan. Obwohl die Rahmenvereinbarung bis 2034 läuft, dürfte ein Großteil der Auslieferungen bereits bis 2030 erfolgen. Schon 2026 sollen demnach 100 Einheiten ausgeliefert werden, was nach Analystenschätzung einem Umsatzbeitrag von rund 8 Mio. EUR entsprechen würde.
Ein weiterer Wachstumstreiber bleibt aus Sicht von NuWays das Geschäft mit Motoren für unbemannte Wasserfahrzeuge, sogenannte USVs. Hier rechnen die Analysten bereits in den kommenden Wochen mit weiteren Aufträgen. Für 2026 traut NuWays Steyr einem Umsatz von 10 Mio. EUR in diesem Bereich zu. Dies wären immerhin etwa 13 % des Konzernumsatzes. Positiv gewertet wird dabei, dass die USV-Motoren technologisch eng mit dem bestehenden Marinegeschäft verknüpft sind. Steigende Stückzahlen sollten daher ohne größere zusätzliche Investitionen in die Produktionskapazitäten bewältigt werden können. Ergänzend könnte die Übernahme von BUKH das Angebot verbreitern und die Positionierung in diesem Marktsegment weiter stärken.
Für das Geschäftsjahr 2026 hat Steyr Motors die Prognose von 75 Mio. bis 95 Mio. EUR Umsatz sowie eine EBIT-Marge von über 15 % bestätigt. Grundlage dafür ist laut NuWays ein gesicherter Auftragsbestand von mehr als 300 Mio. EUR bis 2030. Davon sollten im laufenden Jahr rund 45 Mio. EUR organisch umsatzwirksam werden. Einschließlich der BUKH-Akquisition ab dem zweiten Quartal rechnen die Analysten derzeit mit einem Konzernumsatz von 78 Mio. EUR und einer bereinigten EBIT-Marge von 15,7 % für 2026. Bis 2028 trauen die Analysten dem Unternehmen eine Umsatzverdoppelung auf 156 Mio. EUR zu. Das EBIT soll dann bei rund 32 Mio. EUR liegen und der Gewinn je Aktie bei 4,41 EUR.
Auf dieser Basis haben die NuWays-Experten ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Steyr Motors bestätigt. Das Kursziel wurde leicht von 59 EUR auf 60 EUR angehoben. Derzeit notiert das Wertpapier bei rund 42 EUR.
Fazit
Der Aktie von CHAR Technologies könnte in diesem Jahr der Durchbruch gelingen. Mit Blick auf die Technologie und die starken Partner erscheint die Aktie jedenfalls nicht teuer. Bei Steyr Motors sind die Erwartungen an Umsatzwachstum und Marge hoch. Zudem scheint bei deutschen Rüstungsunternehmen derzeit etwas die Luft raus zu sein. Bei BioNTech dürfte es in den kommenden Monaten spannend bleiben.
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