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30.06.2026 | 04:30

US-Regierung pumpt Milliarden in den Markt! Uranaktien wie Cameco und American Atomics vor Comeback! Was ist bei Plug Power los?

  • Energie
  • Uran
  • Wasserstoff
Bildquelle: KI

Uranaktien stehen vor einem Comeback. Die US-Regierung stellt Milliarden zur Verfügung, um Kernkraftwerke schneller und günstiger zu bauen. Noch ist der Spotpreis für Uran niedrig. Doch ein Experte sieht Bewegung und prognostiziert eine deutliche Preissteigerung. Davon sollte Cameco als Basisinvestment profitieren. Reif für eine Outperformance könnte American Atomics sein. Der kanadische Explorer arbeitet an einer integrierten Uran-Wertschöpfungskette in Nordamerika. Die Projekte in den US-Bundesstaaten Utah und Colorado sind vielversprechend. Und was macht Plug Power? Die Aktie hat im Juni über 35 % an Wert verloren. Kann die jüngste Meldung den Abwärtstrend stoppen? Analysten sehen Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: CAMECO CORP. | CA13321L1085 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE

Inhaltsverzeichnis:


    Cameco: US-Regierung pumpt Milliarden in die Kernenergie

    Die USA geben beim Ausbau der Kernenergie Gas. Das Department of Energy (DOE) hat über sein Office of Energy Dominance Financing eine bedingte Finanzierungszusage von bis zu 17,5 Mrd. USD für den Aufbau einer neuen nuklearen Lieferkette gegeben. Mit den Mitteln sollen Schlüsselkomponenten für bis zu zehn neue Großreaktoren des Typs AP1000 finanziert werden. Geplant sind bis zu fünf Darlehen, die jeweils zwei Reaktoren an einem Standort unterstützen. Durch gebündelte Bestellungen sollen Kosten sinken und Fertigungskapazitäten in den USA wieder aufgebaut werden. Außerdem soll sich die Bauzeit neuer Reaktoren laut DOE um bis zu drei Jahre verkürzen. Die zehn Anlagen sollen zusammen rund 11 GW gesicherte Grundlast liefern. Damit ließen sich nahezu 10 Millionen US-Haushalte mit Strom versorgen.

    Einer der direkten Profiteure der Milliardenförderung dürfte Cameco sein. Der kanadische Uranproduzent hält 49 % an Westinghouse, während Brookfield die restlichen 51 % besitzt. Da die DOE-Finanzierung ausdrücklich auf den beschleunigten Bau von bis zu zehn AP1000-Reaktoren abzielt, dürfte Westinghouse als führender Entwickler und Technologiepartner dieses Reaktortyps besonders im Fokus stehen. Höhere Auftragschancen für Reaktordesign, Engineering, Komponenten, Service und langfristige Wartung könnten sich damit positiv auf den Wert der Westinghouse-Beteiligung von Cameco auswirken. Zusätzlich stärkt jedes neue Kernkraftprojekt langfristig die Nachfrage nach Uran und Kernbrennstoff – dem Kerngeschäft von Cameco. Die Aktie von Cameco hat im vergangenen Jahr rund 45 % zugelegt.

    Uranexperte prognostiziert deutlich Preissteigerungen

    Für Marktexperte Justin Huhn vom "Uranium Insider" ist der Uranmarkt derzeit von einer deutlichen Diskrepanz zwischen dem ruhigen Spotmarkt und einem sehr aktiven langfristigen Termingeschäft geprägt. Während der Spotmarkt derzeit stagniert und die Aktienkurse von Uranunternehmen nach einer Überhitzungsphase korrigiert haben, zeigt sich der langfristige Markt äußerst robust. Weltweit kehren Energieversorger an den Verhandlungstisch zurück, um sich langfristige Lieferverträge zu sichern. Bemerkenswert sei, dass die Versorger die Konditionen der großen Produzenten wie Cameco oder Kazatomprom zunehmend akzeptieren würden. Dies sei alles andere als selbstverständlich, denn die Uranproduzenten würden hohe Preisobergrenzen fordern. Dies sei eigentlich unattraktiv für die Energieversorger, aber das Angebot sei eben so knapp, dass sie ihre Uranversorgung nicht gefährden wollen.

    Für die zukünftige Entwicklung des Uranmarktes erwartet Huhn eine deutliche Preissteigerung. Die Nachfrage gilt aufgrund zahlreicher im Bau befindlicher Reaktoren als strukturell unflexibel und hochgradig prognostizierbar. Gleichzeitig hinkt das Angebot hinterher, da die Produktionskosten für den Minenbetrieb durch Inflation, gestiegene Treibstoffpreise, Steuern und Lieferkettenprobleme massiv gestiegen sind. Die aktuellen Marktpreise reichen bei weitem nicht aus, um den Neubau von Minen zu finanzieren, zumal Erschließungen langwierig, riskant und kapitalintensiv sind. Da langfristig erhebliche Versorgungslücken drohen und bestehende Großminen in den kommenden 10 bis 15 Jahren erschöpft sein werden, deutet der kontinuierlich steigende Terminpreis darauf hin, dass der Markt unweigerlich auf ein wesentlich höheres Preisniveau zusteuert.

    American Atomics: Aktie für die Uran-Rally

    Die Aktie von American Atomics ist ein interessanter Kandidat, um von einer Uran-Rally zu profitieren. Während Uranproduzenten wie Cameco schon angesprungen sind, liegen Explorer noch am Boden. Die Aktie ist Ende 2025 stark zurückgekommen und läuft seitdem seitwärts.

    American Atomics setzt auf eine vertikal integrierte Uranstrategie in Nordamerika. Diese reicht von Exploration und Förderung über die Aufbereitung bis zu Konversion und Anreicherung. Kernprojekt ist Big Indian in Utah. Nach Einschätzung des Managements gibt es Hinweise auf ein sogenanntes „Mirror Deposit“. Damit könnte Big Indian zu den größten unerschlossenen Uranlagerstätten der Vereinigten Staaten zählen. Bohrungen sind in diesem Jahr geplant.

    Außerdem hat man im April das Blue-Streak-Projekt in Colorado vollständig übernommen. Das Projekt umfasst 194 Claims im Uravan Mineral Belt, einer traditionsreichen Uran- und Vanadiumregion der USA. Zu den bekannten historischen Standorten der Region zählt die Pickett-Corral-Mine, die bis 1971 rund 51.495 Tonnen Erz förderte. Daraus wurden etwa 293.985 Pfund U₃O₈ bei durchschnittlich 0,29 % Uran sowie 1,98 Mio. Pfund V₂O₅ bei 1,92 % Vanadium gewonnen.

    Eine erste NI-43-101-konforme Ressourcenschätzung bestätigt das Potenzial des historischen Uranreviers. Für den zentralen Projektbereich weist die neue Schätzung 29.000 Short Tons in den Kategorien „Measured“ und „Indicated“ mit durchschnittlich 0,189 % eU₃O₈ aus. Dies entspricht rund 109.700 Pfund enthaltenem Uranoxid. Zusätzlich wurden 4.300 Short Tons „Inferred“-Ressourcen mit 0,177 % eU₃O₈ beziehungsweise etwa 15.200 Pfund Uranoxid ausgewiesen. American Atomics bereitet die Genehmigungen für eine mögliche Wiederaufnahme des Bergbaus vor.

    https://youtu.be/hV9aODV4TbU?si=_PxhJH_dmcR7FH_R

    Plug Power: Wann endet der Abverkauf?

    Während es bei Uranaktien nach einem Comeback aussieht, kühlt sich die Euphorie bei Plug Power derzeit spürbar ab. Im Juni hat die Aktie rund 35 % an Wert verloren. Auch die jüngste Meldung kann den Abverkauf nicht stoppen.

    Demnach hat Plug Power die Installation und Inbetriebnahme eines 5-MW-PEM-Elektrolyseurs am Power-to-X-Projekt Måde im dänischen Esbjerg abgeschlossen. Die Anlage wurde von European Energy entwickelt und wird auch von dem Unternehmen betrieben.

    Bei voller Auslastung soll die Anlage jährlich rund 550 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Dies entspräche laut Plug Power etwa 1.500 Lkw-Ladungen. Der produzierte Wasserstoff ist nach dem ISCC-System als Renewable Fuel of Non-Biological Origin (RFNBO) zertifiziert. Durch die containerisierte Bauweise konnte der Aufwand auf der Baustelle reduziert und die Inbetriebnahme beschleunigt werden.

    Für Plug Power ist das Projekt ein weiterer Referenzstandort im europäischen Elektrolysemarkt. Das Unternehmen verweist auf inzwischen mehr als 70 GenEco-Elektrolyseursysteme im Betrieb auf sechs Kontinenten. Die wachsende installierte Basis soll dazu beitragen, Auslieferung, Inbetriebnahme und technische Leistung der Systeme stärker zu standardisieren.

    Derzeit notiert die Plug-Aktie bei 2,54 USD. Aus Sicht von Clear Street bietet sich damit Kurspotenzial. Nach den Q1-Zahlen hatten die Analysten ihre Kaufempfehlung bestätigt. Das Kursziel für die Plug-Aktie wurde von 3,50 USD auf 4,00 USD angehoben. Das Jahreshoch liegt bei 4,58 USD.


    Fazit

    Uranaktien sind reif für ein Comeback. Die Milliarden der US-Regierung sind ein weiterer Grund für steigende Kurse. Während Cameco ein Basisinvestment in dem Sektor ist, bietet sich mit American Atomics die Chance auf eine Outperformance. Die Entwicklung der Plug-Power-Aktie ist schon länger von KI-Spekulationen getrieben. Aus fundamentaler Sicht erscheint das Wertpapier zu teuer. Es braucht wieder Großaufträge.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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