20.03.2026 | 04:30
Welche Aktie jetzt kaufen? Evotec, Nel und Lahontan Gold.
Was ist denn da bei Nel los? Innerhalb weniger Tage hat die einstige Wasserstoffhoffnung über 20 % an Wert gewonnen. Der kurzfristige Abwärtstrend wurde verlassen. Doch Analysten sehen keine Trendwende. Stattdessen weisen sie auf ein Risiko im Auftragsbestand hin. Dagegen bietet sich bei diesem Gold-Explorer nach der scharfen Korrektur derzeit eine interessante Einstiegschance. Lahontan Gold will bald die Ressourcenschätzung seines Flaggschiffprojekts in Nevada von 2 Mio. Unzen erhöhen. Erfolgt dies, erscheint die Aktie viel zu günstig zu sein. Dass Evotec zu günstig ist, scheinen Anleger nicht zu glauben. Auch die jüngste Meilensteinzahlung kann keine positiven Impulse liefern. Stattdessen sackte die Aktie gestern weiter ab.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Lahontan Gold: Korrektur bietet Kaufchance
Nach der scharfen Korrektur in den vergangenen Tagen lockt dieser Gold-Explorer zum Einstieg. Denn Lahontan Gold ist in einem Hotspot für das Edelmetall in den USA aktiv. Die historische Ressource von knapp 2 Mio. Unzen will man in den kommenden Wochen aktualisieren und erwartet eine spürbare Erhöhung. Gleichzeitig liegt der Börsenwert nur noch bei 120 Mio. CAD. Dies könnte sich mit einer Ressourcenerhöhung schnell wieder ändern.
Denn Lahontan Gold treibt die Weiterentwicklung seines Flaggschiffprojekts Santa Fe mit hohem Tempo voran und hat dafür zusätzlich ein mobiles Reverse-Circulation-Bohrgerät auf das Projekt in Nevadas rohstoffreicher Walker-Lane-Region gebracht. Das neue Gerät ergänzt das bereits laufende Diamantbohrprogramm und soll vor allem Bereiche erschließen, die bislang kaum oder gar nicht systematisch erkundet wurden. Für Lahontan ist das ein wichtiger Schritt, um das Potenzial des Projekts weiter auszubauen und die Grundlage für die geplante Wiederaufnahme der Gold- und Silberproduktion zu verbreitern.
Bei Santa Fe handelt es sich um das Flaggschiffprojekt von Lahontan. Alle vier Gold- und Silberprojekte der Kanadier befinden sich im US-Bundesstaat Nevada. Santa Fe verfügt nicht nur über eine historische Produktion von mehr als 359.000 Unzen Gold und rund 702.000 Unzen Silber, sondern auch über eine bereits ausgewiesene, NI-43-101-konforme Ressource von insgesamt knapp 2 Mio. Unzen Goldäquivalent in den Kategorien „indicated“ und „inferred“. Zu den wichtigsten aktiven Goldproduzenten im Walker-Lane-Gebiet zählen vor allem Kinross mit Round Mountain sowie Fortitude Gold mit mehreren produzierenden Minen.
Zuletzt hatte die Lahontan-Gründerin und CEO Kimberly Ann in einem Interview darauf hingewiesen, dass auf dem Santa-Fe-Projekt flache, mächtige Oxid-Gold- und Silber-Abschnitte identifiziert wurden. Ende 2026 oder spätestens im 1. Quartal 2027 soll die finale Baugenehmigung für die erste Mine vorliegen. Hier zum Interview:
https://youtu.be/pRq4WtH82Rc?si=4VEEF_4CVRncayiQ
Evotec: Meilensteinzahlung verpufft
Für Evotec-Aktionäre war das bisherige Jahr eine Enttäuschung. Weder die Zahlen für 2025 noch der Ausblick des Biotechunternehmens konnten der Aktie Schwung verleihen. So lag bis gestern das Minus in 2026 bei rund 20 %.
Konnte gestern die Trendwende eingeleitet werden? Denn Evotec hat gemeldet, dass man Partner Bristol Myers Squibb (BMS) eine Meilensteinzahlung in Höhe von 10 Mio. USD erhält. Grund dafür ist, dass der Kooperationspartner eine Phase-1-Studie zur Bewertung des CELMoD-Wirkstoffs BMS-986506 gestartet hat. Der Cereblon-E3-Ligase-Modulator soll zur Behandlung des klarzelligen Nierenzellkarzinoms untersucht werden. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten Formen von Nierenkrebs.
Mit dem Start der First-in-Human-Studie erreicht die Zusammenarbeit einen wichtigen Meilenstein. Erstmals wird ein gemeinsam entwickelter „Molecular Glue“-Ansatz am Menschen getestet. Die Grundlage dafür bilden Evotecs Plattformen für Multi-Omics-Screening, KI-gestützte Datenauswertung und Wirkstoffdesign. Ziel ist es, krankheitsrelevante Proteine in Krebszellen gezielt abbauen zu lassen. Laut Evotec soll daraus schrittweise ein breiteres Portfolio weiterer Kandidaten entstehen – nicht nur für die Onkologie, sondern perspektivisch auch für andere schwer behandelbare Erkrankungen.
Auch diese Meldung konnte der Evotec-Aktie gestern keine Impulse geben. Im frühen Handel verlor das Wertpapier sogar über 3,5 % an Wert.
Nel: Aktie springt an, aber Vorsicht!
Was ist denn da bei Nel los? Seit Anfang März ist das Wertpapier des gefallenen Wasserstoffstars um über 12 % geklettert und notiert inzwischen bei 0,21 EUR bzw. 2,236 NOK. Damit hat man den Abwärtstrend, der die Aktie seit November von 2,75 NOK auf unter 2 NOK gedrückt hatte, verlassen. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 3 NOK ist es allerdings noch ein gutes Stück, ganz zu schweigen vom Hoch aus 2024 bei rund 8 NOK.
Auf die Entwicklung in 2025 oder den Ausblick kann der Kurssprung kaum zurückzuführen sein. Mit beidem konnte der Wasserstoffspezialist aus Norwegen nicht überzeugen. Für 2025 musste ein Umsatzrückgang von 31 % auf 963 Mio. NOK gemeldet werden. Das EBITDA sank von -173 Mio. NOK auf -275 Mio. NOK. Hohe Wertberichtigungen in den Bereichen PEM und Alkaline führten zu einem Nettoverlust von 1,27 Mrd. NOK. Im Vorjahr waren es "nur" -242 Mio. NOK. Immerhin konnte die Liquidität mit 1,6 Mrd. NOK stabil gehalten werden. Der Auftragseingang stieg leicht von 977 Mio. NOK auf 1,1 Mrd. NOK an. Der Auftragsbestand Ende Dezember 2025 lag bei 1,3 Mrd. NOK. Ende 2023 waren es noch 2,1 Mrd. NOK. Dies zeigt die rückläufige Nachfrage im Wasserstoffbereich.
Eine konkrete Prognose für 2026 wurde nicht veröffentlicht. Nel bleibt vorsichtig. Ausbleibende oder gestrichene Förderanreize, hohe Zinsen und gestiegene Kosten machen das Umfeld schwierig. Nel setzt darauf, dass sich mehrere hochwertige Projekte schrittweise der Investitionsentscheidung nähern und das Unternehmen bei zunächst kleineren Vorhaben sowie in Nischen wie lokaler Wasserstoffproduktion und Verteidigung wieder profitabel wachsen kann.
Auch Berenberg bleibt skeptisch. Für die Analysten ist die Nel-Aktie nur eine Halteposition. Das Kursziel wurde von 2,60 NOK auf 2,30 NOK leicht reduziert. Die Experten verweisen darauf, dass ein Großauftrag im November dazu geführt habe, dass der Geschäftsbereich Protonenaustauschmembran nun über die Hälfte des Auftragsbestands ausmache. Dies ist als Risiko zu werten, da es bei Nel in der Vergangenheit häufiger zu Verschiebungen oder Streichungen von Großaufträgen gekommen ist.
Fazit
In der Korrektur bietet sich bei Lahontan Gold eine spannende Kaufchance. Das Management hat sich zuletzt sehr positiv geäußert. Ein Einstieg vor der Veröffentlichung der Bohrergebnisse könnte sich lohnen. Dagegen steckt Nel weiterhin in der Nachfrageflaute. Es braucht neue Großprojekte. Bei Evotec ist es durchaus alarmierend, dass die Aktie mit einem Kursrückgang auf die Meilensteinzahlung reagiert.
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