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04.08.2026 | 04:30

Alarm bei Plug Power! thyssenkrupp nucera Aktie jetzt kaufen? dynaCERT-Management optimistisch!

  • Nachhaltigkeit
  • Wasserstoff
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  • Technologie
Bildquelle: KI

Während sich der operative Turnaround bei dynaCERT abzeichnet, ist die Aktie noch nicht angesprungen. Doch Analysten raten bei der Cleantech-Aktie zum Kauf und sehen den fairen Wert bei 0,48 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier bei 0,065 EUR und hat damit Potenzial, sich zu vervielfachen. Das deutsche Management äußerte sich zuletzt optimistisch. Die Entwicklung bei thyssenkrupp nucera war zuletzt weniger schwach als erwartet. Doch reicht das, damit die deutsche Wasserstoff-Hoffnung durchstarten kann? Mit einer Pressemitteilung wollte Plug Power zuletzt Optimismus verbreiten. Stattdessen schrillen bei Investoren die Alarmglocken. Die Aktie setzt den Abwärtstrend fort, denn die Liquidität könnte nicht reichen und eine Kapitalerhöhung ist zu erwarten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT operativ auf Kurs: Startet die Aktie jetzt durch?

    Während sich der operative Turnaround bei dynaCERT abzeichnet, ist die Aktie noch nicht angesprungen. So sieht GBC Research bei der Cleantech-Aktie erhebliches Potenzial. Die Analysten bewerten dynaCERT mit „Kaufen“ und sehen den fairen Wert der Aktie bei 0,48 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier bei 0,065 EUR und damit immerhin 8 % höher als zu Beginn des Jahres. Eine Vervielfachung der Aktie ist laut Analysten möglich, wenn dynaCERT bei der Vermarktung seiner Technologie zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen bestehender Dieselmotoren der Durchbruch gelingt, die Umsätze steigen und die Gewinnzone erreicht wird. Zusätzliches Skalierungspotenzial bietet aus Sicht der Experten das Geschäft mit CO₂-Zertifikaten. Über HydraLytica können Emissionseinsparungen dokumentiert und perspektivisch monetarisiert werden. Damit könnte dynaCERT neben dem Verkauf der Geräte wiederkehrende Erlöse aufbauen.

    Die HydraGEN-Systeme von dynaCERT erzeugen mithilfe einer Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff bedarfsgerecht direkt am Fahrzeug und führen die Gase dem Verbrennungsprozess zu. Dadurch soll der Diesel effizienter und sauberer verbrennen. Der große Vorteil ist, dass Kunden ihre Lastwagen, Baumaschinen, Generatoren oder Bergbaufahrzeuge nicht ersetzen müssen, sondern vorhandene Motoren einfach nachrüsten können. Ergänzt wird die Hardware durch die Plattform HydraLytica, die Betriebsdaten und CO₂-Einsparungen erfasst. Damit adressiert dynaCERT einen riesigen Markt aus Millionen von Dieselmotoren, die trotz des langfristigen Trends zur Elektrifizierung noch viele Jahre im Einsatz bleiben dürften.

    Im jüngsten Managementinterview machten CEO Kevin Unrath und President Bernd Krüper deutlich, dass dynaCERT den Übergang vom Technologieentwickler zum industrialisierten Anbieter vollziehen will. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr neue Machbarkeitsstudien, sondern Serienaufträge, höhere Stückzahlen und steigende Umsätze. Besonders vielversprechend entwickelt sich Vietnam. Nach erfolgreichen Pilotinstallationen wurden dort erste Serienbestellungen unterzeichnet. Das Land soll zugleich als Ausgangspunkt für die Expansion nach Kambodscha und Indonesien dienen. Auch Mexiko zählt zu den strategisch wichtigen Märkten. Parallel stärkt das Unternehmen seine Strukturen von Forschung und Beschaffung über Produktion und Service bis zum Vertrieb. Die deutschen Manager wollen sich in den kommenden zwölf Monaten ausdrücklich an der Umsetzung dieser Strategie und an messbaren Ergebnissen messen lassen.

    https://youtu.be/hVNR4Ch5p0c?si=GPcRHxW_aaNFUicR

    Plug Power im Abwärtssog

    Die Meldung von Plug Power am 13. Juli 2026 sollte eigentlich ein Befreiungsschlag sein. Doch für Investoren ist es wohl ein Warnsignal, denn die Aktie hat ihren seit Anfang Juni laufenden Abwärtstrend fortgesetzt. Damals stand das Wertpapier des einstigen Wasserstoff-Highflyers bei knapp über 4 USD. Heute sind es nur noch knapp über 2 USD.

    Plug Power meldete, dass man das Projekt in Graham im US-Bundesstaat Texas an Stream Data Centers verkauft. Zum Paket gehören Grundstücke sowie Netzanschlussrechte über 164 MW. Der Kaufpreis beträgt bis zu 76,5 Mio. USD, davon sollten 50 Mio. USD bis Ende Juli 2026 gezahlt werden. Weitere bis zu 26,5 Mio. USD hängen von der endgültig bestätigten Anschlusskapazität ab. Zusätzlich erwartet Plug Power die Freigabe von rund 14 Mio. USD an hinterlegten Sicherheiten. Insgesamt könnte die Transaktion damit bis zu 90,5 Mio. USD Liquidität bringen.

    Auch der bereits vereinbarte Verkauf des New York Gateway Project an Stream Data Centers wurde neu strukturiert. Die Transaktion soll nun in mehreren Schritten abgeschlossen werden. Eine bisherige Treuhandeinlage von 6,5 Mio. USD wird an Plug Power freigegeben, während Stream weitere 10 Mio. USD für den Grundstückskauf hinterlegt. Der Gesamtpreis bleibt bei 142 Mio. USD.

    Durch die Transaktionen rechnet Plug Power kurzfristig mit mehr als 80 Mio. USD zusätzlicher Liquidität. Ende Juni 2026 verfügte das Unternehmen über rund 162 Mio. USD an frei verfügbaren liquiden Mitteln. Insgesamt sollen die laufenden Maßnahmen zur Optimierung der Infrastruktur die Liquidität um mehr als 275 Mio. USD verbessern. Zudem prüfen Plug Power und Stream Data Centers einen möglichen Einsatz von Plug-Produkten in Rechenzentren.

    Der Börse dürfte der Nachweis fehlen, dass dies eine freiwillige Portfoliooptimierung und keine Überbrückungsfinanzierung bis zur nächsten Kapitalmaßnahme ist. Solange Plug Power keinen nachhaltig deutlich niedrigeren operativen Cashburn und positive Margen zeigt, dürften Asset-Verkäufe eher als Verlängerung der finanziellen Reichweite denn als fundamentaler Befreiungsschlag wahrgenommen werden. Analysten hatten bereits zuvor Zweifel geäußert, ob das Unternehmen seinen Liquiditätsverbrauch schnell genug reduzieren kann und ohne weiteres Kapital bis zur Profitabilität gelangt.

    thyssenkrupp nucera vor Turnaround?

    Bei thyssenkrupp nucera könnte sich ein Turnaround andeuten. Die deutsche Wasserstoff-Hoffnung hat im dritten Quartal 2025/26 vorläufig einen Umsatz von 145 Mio. EUR erzielt, nach 184 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Damit lag das Unternehmen leicht über den Markterwartungen. Ausschlaggebend waren vorgezogene Umsätze aus großen Neubauprojekten, insbesondere im Chlor-Alkali-Geschäft. Während der Umsatz im Bereich Grüner Wasserstoff deutlich auf 36 Mio. EUR zurückging, stieg er im Chlor-Alkali-Segment auf 109 Mio. EUR. Das Konzern-EBIT belief sich auf -2 Mio. EUR und fiel damit besser aus als erwartet. Belastungen im Wasserstoffgeschäft wurden durch höhere Margen und Kostendisziplin im Chlor-Alkali-Segment weitgehend ausgeglichen.

    In den ersten neun Monaten sank der Konzernumsatz von 663 Mio. EUR auf 354 Mio. EUR, während sich das EBIT von 4 Mio. EUR auf -69 Mio. EUR verschlechterte. Hauptursachen waren zusätzliche Kosten bei Wasserstoffprojekten sowie die Auflösung eines US-Projektvertrags. Positiv entwickelte sich der Auftragseingang. Er stieg im dritten Quartal auf 81 Mio. EUR und in den ersten neun Monaten auf 471 Mio. EUR. Der Auftragsbestand lag Ende Juni 2026 bei 638 Mio. EUR. Die vollständigen und weiterhin ungeprüften Quartalszahlen sollen am 12. August 2026 veröffentlicht werden.

    Die Aktie reagierte zunächst mit einem Kurssprung von rund 5 % auf die Meldung. Die Gewinne wurden am vergangenen Freitag wieder abgegeben. Dennoch könnte dies der Startpunkt einer Kurserholung sein. mwb research hat die Kaufempfehlung bestätigt und hält eine Rally der Aktie auf 15 EUR für möglich. Derzeit notiert die Aktie von thyssenkrupp nucera bei rund 7,70 EUR.


    Fazit

    Gelingt es dem neuen dynaCERT-Management, die ersten Serienaufträge in größere Flottenverträge zu überführen, dürfte die Aktie vor einer Neubewertung stehen. Dagegen drängt sich der Kauf der Aktie von thyssenkrupp nucera noch nicht auf. Dafür ist der Turnaround noch nicht klar genug absehbar. Bei Plug Power wird eine Kapitalerhöhung zur Sicherung der Liquidität immer wahrscheinlicher. Entsprechend schwach tendiert die Aktie.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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