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12.06.2026 | 04:30

2G Energy rutscht ab! Cameco-Chef bullisch für Uran! Mit American Atomics Aktie vom KI-Boom profitieren!

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Bildquelle: KI

Sehen wir bald eine Preisrally bei Uran? Dies erwartet jedenfalls der Chef von Cameco. In einem Interview äußert er sich äußerst bullisch über den Uranmarkt und die dreistelligen Preise. Denn während der Sportmarkt noch bei rund 87 USD je Pfund steht, werden bei den Langfristverträgen bereits 120 USD bezahlt. Die zentralen Preistreiber seien zunehmende Sorgen um die Versorgungssicherheit. Das strukturelle Angebotsdefizit ist genau der Grund für Investments in Uran-Explorer. Ein interessanter Kandidat ist American Atomics. Das Unternehmen verfolgt die Strategie einer vertikal integrierten Uran-Wertschöpfungskette in Nordamerika. Zuletzt hat man einen wichtigen Fortschritt auf dem Blue-Streak-Projekt im US-Bundesstaat Colorado gemeldet. Auf neue Kernkraftwerke kann die boomende KI-Industrie nicht warten. Davon profitiert auch die deutsche 2G Energy. Die Aktie ist in den vergangenen Tagen abgerutscht. Analysten haben ihr Kursziel deutlich erhöht.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: CAMECO CORP. | CA13321L1085 , 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE

Inhaltsverzeichnis:


    Uran vor Preisrally? Cameco-Präsident im Interview

    Cameco-Präsident Grant Isaac zeichnet im Podcast "Triangle Investor" für den Uranmarkt ein ausgesprochen bullisches Bild mit dreistelligen Preisen. Seiner Einschätzung nach spiegeln die langfristigen Lieferverträge bereits deutlich höhere Uranpreise wider, als es die offiziellen Terminpreise vermuten lassen. Während am Spotmarkt rund 87 USD je Pfund bezahlt werden müssen, seien rund 70 % der im Jahr 2025 abgeschlossenen Langfristverträge marktpreisgebunden und würden faktisch ein Uranpreisniveau von rund 120 USD abbilden. Damit hätten viele Energieversorger bereits akzeptiert, dass künftig dreistellige Uranpreise notwendig sein werden. Isaac argumentiert, dass die veröffentlichten Terminpreise den Markt verzerren, da sie überwiegend nur auf einem kleineren Teil der Verträge basieren und die tatsächlichen Preisvorstellungen vieler Versorger nicht vollständig widerspiegeln.

    Als zentralen Treiber nennt Isaac die zunehmenden Sorgen um die Versorgungssicherheit. Insbesondere Indien und China würden sich über langfristige Vereinbarungen immer größere Mengen künftiger Uranproduktion sichern. Dadurch würden Uranmengen, die früher für westliche Versorger verfügbar gewesen seien, zunehmend in andere Regionen umgeleitet. Gleichzeitig verweist Isaac auf geopolitische Risiken und bestehende Produktionsprobleme in wichtigen Förderländern wie Kasachstan oder Niger. Die Annahme vieler Marktteilnehmer, Uran könne jederzeit frei zwischen allen Regionen gehandelt werden, sei aus seiner Sicht überholt. Dadurch verschärfe sich die Verfügbarkeit von Uran für westliche Abnehmer strukturell.

    Uran-Markt mit strukturellem Angebotsdefizit

    Kritisch sieht Isaac die Haltung jener Versorger, die weiterhin auf sinkende Preise oder ein künftig stark steigendes Angebot hoffen. Zwar seien 2025 bereits rund 116 Mio. Pfund Uran über Langfristverträge gebunden worden, der weltweite Jahresbedarf liege jedoch bei etwa 190 Mio. Pfund. Der Markt erreiche damit noch immer nicht das Niveau, das notwendig wäre, um den jährlichen Verbrauch vollständig durch neue Verträge zu ersetzen. Viele Einkäufer würden sich auf Machbarkeitsstudien und angekündigte Minenprojekte verlassen und daraus schließen, dass in einigen Jahren ausreichend Uran verfügbar sein werde. Cameco hält diese Einschätzung für zu optimistisch. Erst deutlich höhere Preise würden nach Ansicht des Unternehmens ausreichend Anreize schaffen, um neue Uranminen wirtschaftlich zu entwickeln.

    Besonders deutlich grenzt sich Isaac vom Spotmarkt ab. Dieser vermittle Investoren häufig ein falsches Bild über die tatsächliche Marktlage, da Kernkraftwerksbetreiber ihren Brennstoffbedarf überwiegend Jahre im Voraus über langfristige Verträge absichern. Im Spotmarkt werde dagegen nur ein kleiner Teil des weltweiten Uranvolumens gehandelt. Schon vergleichsweise geringe Verkaufsmengen könnten dort erhebliche Preisschwankungen auslösen, weil Versorger ihre Käufe kurzfristig verschieben können. Daher sei der aktuelle Spotpreis aus Sicht von Cameco eher ein Rückspiegel der Vergangenheit als ein Indikator für die künftige Versorgungslage. Isaac betont, dass die entscheidenden Signale für die Marktentwicklung nicht im Spotmarkt, sondern in den langfristigen Vertragsabschlüssen und der zunehmenden Absicherung zukünftiger Uranmengen zu finden seien.

    Zu Cameco selbst erklärte Isaac, das Unternehmen halte konsequent an seiner Strategie der Angebotsdisziplin fest. Eine deutliche Produktionsausweitung komme erst infrage, wenn genügend langfristige Verträge abgeschlossen würden, die eine wirtschaftlich attraktive Vermarktung der zusätzlichen Mengen gewährleisten. Cameco bevorzuge dabei marktpreisgebundene Verträge, um von künftig möglicherweise weiter steigenden Uranpreisen profitieren zu können. Nach Ansicht des Managements befindet sich der Markt weiterhin in einem strukturellen Angebotsdefizit, weshalb man keinen Anlass sehe, zusätzliche Mengen vorschnell auf den Markt zu bringen. Das strukturelle Angebotsdefizit ist genau der Grund für Investments in Uran-Explorer. Ein interessanter Kandidat ist American Atomics.

    American Atomics: Profiteur des Angebotsdefizits

    Die weltweite Renaissance der Kernenergie ist auch der Antrieb für American Atomics. Das Unternehmen verfolgt die Strategie einer vertikal integrierten Uran-Wertschöpfungskette in Nordamerika – von der Exploration und Förderung über die Aufbereitung bis hin zur Konversion und Anreicherung. Zuletzt hat man einen wichtigen Fortschritt auf dem Blue-Streak-Projekt im US-Bundesstaat Colorado gemeldet. Für das Projekt wurde eine erste NI-43-101-konforme Ressourcenschätzung veröffentlicht, die das Potenzial des historischen Uranreviers untermauert.

    Das Blue-Streak-Projekt umfasst 194 Bergbau-Claims auf rund 3.400 Acres im bekannten Uravan Mineral Gürtel. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten historischen Uran- und Vanadiumregionen der USA. Ein Highlight ist die Pickett-Corral-Mine, die bis 1971 insgesamt 51.495 Tonnen Erz produzierte. Daraus wurden 293.985 Pfund Uranoxid (U₃O₈) mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,29 % sowie 1,98 Mio. Pfund Vanadiumoxid (V₂O₅) mit einem Gehalt von 1,92 % gewonnen. Zudem identifizierte American Atomics im Bereich der Blue-Streak-Mine insgesamt 693 historische Bohrlöcher. Jüngste Überprüfungen und Probenahmen bestätigten, dass die Uranmineralisierung in weiten Teilen der historischen Grubenbaue weiterhin vorhanden ist.

    Die nun vorgelegte Ressourcenschätzung für den Hauptbereich des Projekts weist in den Kategorien „Measured“ und „Indicated“ insgesamt 29.000 Short Tons mit einem durchschnittlichen Urangehalt von 0,189 % eU₃O₈ aus. Daraus ergeben sich 109.700 Pfund enthaltenes Uranoxid. Hinzu kommen weitere 4.300 Short Tons in der Kategorie „Inferred“ mit 15.200 Pfund eU₃O₈ bei einem durchschnittlichen Gehalt von 0,177 %. Die Ressourcenschätzung basiert auf historischen Bohrdaten und branchenspezifischen Parametern für den Uravan Mineral Belt. Darüber hinaus arbeitet American Atomics bereits an den erforderlichen Genehmigungen, die eine Wiederaufnahme des Bergbaus ermöglichen sollen. Damit verfügt American Atomics über eine weitere Grundlage, um sich als künftiger US-Uranproduzent in einem zunehmend angespannten Marktumfeld zu positionieren.

    https://youtu.be/hV9aODV4TbU?si=_PxhJH_dmcR7FH_R

    2G Energy: Analysten erhöhen Kursziel

    Während Milliarden in neue Kernkraftwerke sowie fortschrittliche Reaktortechnologien investiert werden, benötigt die boomende KI-Industrie sofort verfügbare Energie. Deshalb sichern sich Betreiber von Rechenzentren aktuell jede verfügbare Lösung zur zuverlässigen Stromversorgung. Davon profitiert auch die deutsche 2G Energy. Das Unternehmen bietet hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und dezentrale Energielösungen an, die kurzfristig installiert werden können und eine hohe Versorgungssicherheit gewährleisten. Kürzlich konnte 2G Energy den ersten Auftrag aus den USA für die Energieversorgung eines Rechenzentrums vermelden. Zudem befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben bei weiteren Projekten und Ausschreibungen im Auswahlprozess. Angesichts des rasant steigenden Strombedarfs durch KI-Anwendungen könnte sich der US-Markt damit zu einem wichtigen Wachstumstreiber für den deutschen Energietechnikspezialisten entwickeln.

    Die Aktie von 2G Energy ist von Ende März bis Anfang Juni von rund 33 EUR auf über 75 EUR geschossen. Dies war wohl etwas zu viel. In der allgemeinen Korrektur der vergangenen Tage ist das Wertpapier wieder unter 60 EUR gerutscht. Die Analysten von First Berlin hatten zuletzt ihr Kursziel von 44 EUR auf 73 EUR angehoben.


    Fazit

    2G Energy befindet sich derzeit in einer gesunden Korrektur. Analysten sind weiterhin bullisch. Uran-Aktien stehen derzeit nicht im Fokus der Börse. Dies könnte sich jedoch schnell ändern. Aufgrund des Angebotsdefizits ist die Branche jedenfalls interessant. Cameco ist ein Basisinvestment. Als etwas spekulativere Beimischung könnte sich American Atomics lohnen. Setzt sich der positive Newsflow fort, hat die Explorer-Aktie noch viel Potenzial.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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