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22.11.2021 | 05:00

Amazon, Desert Gold, Deutsche Telekom: First Mover werden belohnt

  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Aktuell wiederholt sich die Geschichte: Die Inzidenzen steigen, Österreich geht in den Lockdown und deutsche Anleger richten sich auf eine Form der Besinnlichkeit ein, mit der nach den Impf-Erfolgen im Sommer niemand mehr gerechnet hatte. Doch das Leben mit Homeoffice und Lieferdiensten hat für passionierte Anleger auch Vorteile: Es bleibt viel Zeit, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern. Da der Markt den Gefahren aus Inflation und der Ignoranz der großen Notenbanken der Teuerung gegenüber aktuell noch keine sehr große Bedeutung zumisst, können Anleger profitieren. Wir stellen drei Aktien für lange Homeoffice-Tage vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , DEUTSCHE TELEKOM ADR 1 | US2515661054

Inhaltsverzeichnis:


    Amazon: Konsumschlacht voraus!

    Dass viele Leser von ESG-Aktien.de die bevorstehende Zeit zum Investieren nutzen werden, liegt auf der Hand. Doch was macht der Rest? Richtig: Konsumieren! Die Zeit vor Weihnachten ist angesichts von Rabatt-Aktionen und Geschenkesuche traditionell auch vom Konsum geprägt. In Zeiten von Homeoffice und womöglich weiteren Einschränkungen in Deutschland bleibt vielen nur noch der schnelle Klick. Amazon ist dabei eine bewährte Adresse: Gute Preise, schnelle Lieferung und ein kulanter Service haben das ehemalige Startup von Jeff Bezos weltweit zur Nummer 1 gemacht.

    Inzwischen engagiert sich Amazon auch glaubwürdig im Klimaschutz und fährt Kampagnen, die die Ressentiments gegenüber den Arbeitsbedingungen beim weltgrößten Versandhändler abbauen sollen. Auch bei den ESG-Kriterien dürfte es für Amazon also nach vorn gehen. Das ist für künftige Finanzierungsrunden ein Faktor, der nicht zu vernachlässigen ist. Doch Amazon ist nur begrenzt auf fremdes Kapital angewiesen. Der Grund: Bei Amazon rollt der Rubel Monat für Monat. Der Cashflow ist robust und macht die Aktie damit auch zu einer guten Wahl in einem inflationären Umfeld. Hinzu kommt aktuell die Saisonalität. Anfang der Woche erreichte die Aktie ein neues Verlaufshoch. Da ist noch mehr drin, die Bäume wachsen aber auch bei Amazon nicht in den Himmel.

    Desert Gold: Hier stimmt das Timing

    Wenn Amazon ein starker Mammutbaum ist, gleicht die Aktie von Desert Gold einem dicken Saatkorn, bei dem trotz guter Rahmenbedingungen der große Wachstumsschub bislang ausgeblieben ist. Das Unternehmen hält innerhalb eines bekannten Goldgürtels in Mali an der Grenze zum Senegal eine riesige Gold-Liegenschaft und hat diese bereits umfassend exploriert. Neben hohen Gehalten glänzte das Unternehmen zuletzt auch mit Neuentdeckungen und hat mit Barrick und Co. auch einige Nachbarn, die bereits in Produktion sind. Erst kürzlich attestierte ein detaillierter Bericht der Aktie ein „außergewöhnliches Potenzial zur Neubewertung".

    Die Gründe sieht der Autor in der Lage des SMSZ-Projekts, die angesichts von produzierenden Minen im direkten Umfeld den Schluss zulasse, dass auch SMSZ zu den landestypischen 800 USD je Unze Gold produzieren könnte. Angesichts des aktuell steigenden Goldpreises und des Umstandes, dass Gold selbst während äußerst schwacher Marktphasen mehr als doppelt so teuer war, kann die Aktie von Desert Gold als interessant gelten. Hinzu komme, dass das Unternehmen bis Jahresende eine neue Ressourcenschätzung veröffentlichen will, die eine Neubewertung einleiten könnte. Der Bericht bringt die Aktie auch als möglichen Übernahmekandidaten ins Spiel. Da Gold und Aktien aus dem Sektor im Zuge der steigenden Inflation noch nicht stark profitiert haben, können Gold-Bullen aus der Situation Vorteile ziehen. Die Geschichte hat gezeigt, dass das Edelmetall in der Regel eruptiv anspringt und über Nacht Fahrt aufnimmt. Gerade marktenge kleinere Werte ziehen dann deutlich an.

    Deutsche Telekom: Folgt ein neuer Hype?

    Alles andere als markteng ist die Aktie der Deutschen Telekom. Der „rosa Riese" feierte in dieser Woche sein Börsen-Jubiläum. Auch wenn die „T-Aktie" für viele Privatanleger inzwischen ein rotes Tuch ist und vermutlich nie mehr die Rekordkurse der Jahrtausendwende erreichen wird, gilt die Aktie als solider Inflations-Wert. Wie auch bei Amazon, spielen auch bei der Telekom die robusten Cashflows eine Rolle. Bei der Telekom sind diese und die Preissetzungsmacht womöglich noch ein wenig besser ausgeprägt. Während jede Kaufentscheidung bei Amazon neu gefällt werden muss, ist die Deutsche Telekom ein Versorger geworden. Verträge laufen in der Regel für zwei Jahre und eine Verlängerung erledigen wir nach kurzen Verhandlungen am Telefon. Von einem Inflations-Hype ist die Aktie der Telekom aktuell jedoch noch weit entfernt – auf Sicht von drei Monaten ging es um knapp 12% nach unten. Knackt der Wert aber die Marke um 17 EUR, könnte die Aktie in ein positives Fahrwasser kommen. Einen Hype wie vor 25 Jahren wird es aber nicht mehr geben.


    Die Aktie der Telekom und auch von Amazon sind solide Titel, wenn es um den Inflationsschutz geht. Der US-Wert bietet mehr Wachstum, der ehemalige Volksaktie mehr Dividende. Wer seinem Portfolio allerdings dynamische Titel beimischen will, sollte auch die Aktie von Desert Gold im Hinterkopf behalten. Die inflationäre Situation hat Gold bislang noch nicht wachgeküsst. Desert Gold bietet zudem operativ gute Rahmenbedingungen. First Mover könnten langfristig belohnt werden. Spekulativ ist die Aktie aber dennoch.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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