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26.05.2021 | 05:00

Biontech, PsyBio Therapeutics, Bayer: Die Chancen von morgen

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Auch nach der Pandemie soll es im Gesundheitswesen kein „Weiter so!" geben. Das zeigte vor einigen Monaten eine Umfrage des Barmer Instituts für Gesundheitsforschung auf. Befragte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mahnten tiefgreifende Reformen an. Neben der Verbesserung der Abrechnung und einheitlichen Regeln hierzu, sei insbesondere die Digitalisierung ein Schlüssel zu sinnvollen Reformen. Auch innovative Medikamente spielen eine Rolle, wenn es darum geht, Covid-19 und entsprechende Begleiterkrankungen zu therapieren.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA6936971044 , US09075V1026 , DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Biontech: Gekommen um zu bleiben

    Ständiger Begleiter der Menschen könnte in Zukunft der Impfstoff von Biontech sein. Virusvarianten entstehen ständig neu und der Schutz bestehender Vakzine nimmt nach und nach ab. Bislang zeigt Biontech eine gute Schutzwirkung gegen Mutationen. Doch erste Stimmen erwarten bereits eine Auffrischung ab Herbst 2021. Für Biontech ist dieser Umstand eine gute Nachricht – schließlich dürfte der auf die mRNA-Technologie spezialisierte Impfstoffhersteller so noch jahrelang Aufträge erhalten.

    Die Diskussion um die Aufhebung des Patentschutzes dürfte Biontech weniger stark tangieren, als zunächst gedacht. Das Mainzer Unternehmen will auf den Patentschutz nicht verzichten, ärmeren Ländern aber entgegenkommen. Diese Praxis könnte ein Kompromiss sein, der Biontech auch weiter gutes Geschäft sichert. An der Börse bewegt sich die Aktie aktuell seitwärts. Angesichts des deutlichen Anstiegs in den Monaten zuvor, ist das aber kein Beinbruch . Hinzu kommt, dass Biontech mit seiner Expertise rund um die mRNA-Technologie auch in anderen Bereichen punkten kann. Die Aktie ist teuer, aber das Unternehmen gut. Das Kurspotenzial aber begrenzt.

    PsyBio Therapeutics: Biotech-Newcomer sammelt weiter Patente

    Was vor einigen Jahren die mRNA-Technologie war, das ist heute der Wirkstoff Psilocybin. Der psychoaktive Stoff aus Pilzen soll schon bald als Medikament auf den Markt kommen. Das US-Biotech-Unternehmen PsyBio forscht rund um Psilocybin und verwandte Wirkstoffe. Hierfür arbeitet das Unternehmen eng mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Dank der Forschungsarbeit, ist es dem Unternehmen gelungen, mehrere Patente anzumelden. Zuletzt kam eines rund um verbesserte Methoden zur Herstellung von Psilocybin und Nebenprodukten hinzu. PsyBio fokussiert sich darauf, Wirkstoffe mit Hilfe von Bakterien synthetisch herzustellen und nicht aus Pilzen zu gewinnen.

    Damit geht das Unternehmen ähnlich vor, wie das Bayer vor vielen Jahren mit Aspirin gemacht hat. Der ehemals pflanzliche Wirkstoff wurde synthetisiert und so zu einem effektiven Medikament mit gleichbleibender Dosis und Qualität. Einen ähnlichen Weg will PsyBio auch mit seinen Wirkstoffen gehen und damit Depressionen bekämpfen. Während klassische Medikamente gegen Depressionen noch immer stark in den Körper von Patienten eingreifen, bergen psychoaktive Substanzen rund um Psilocybin die Chance, schnell Wirkung zu zeigen. Nutzer berichten von prägenden Erfahrungen bereits nach einmaliger Anwendung. So könnten beispielsweise Ängste rund um eine Palliativbehandlung adressiert werden. Die Aktie von PsyBio leidet aktuell unter dem Marktumfeld. Anleger sollten sich den Wert aber vormerken – mit einer Marktkapitalisierung von nur rund 20 Mio. EUR kann es hier schnell gehen.

    Bayer: Es geht voran!

    Dass Unternehmen, deren Kurs am Boden ist, durchaus vielversprechend sein können, zeigt aktuell Bayer. Gebeutelt vom Glyphosat-Skandal verlor die Aktie in den letzten Jahren stetig. Noch immer leidet das Unternehmen unter anhängigen Rechtsstreitigkeiten. Doch die Aktie verspricht viel: Neben einer Dividendenrendite von mehr als 5%, glänzt das Unternehmen auch mit einer hohen EBITDA-Marge. Zwar baut sich Bayer um und hat noch nicht alle Problemfelder beackert, die Aktie des Chemie-Konzerns ist jedoch in den letzten Monaten bereits gestiegen. Die Marke von 56 EUR könnte sich kurzfristig als Widerstand erweisen.

    Der Pharma- und Chemiebranche stehen spannende Jahre bevor. Neue Technologie könnte nach dem Corona-Desaster weniger als Risiko, sondern eher als Chance gesehen werden. Das gilt einerseits für digitale Lösungen, aber auch für neuartige Wirkstoffe. Im Zuge der Pandemie wurden Zulassungsverfahren beschleunigt – bestes Beispiel sind die Corona-Impfstoffe. Von der Erkenntnis, dass es auch schneller geht, könnten im nächsten Schritt auch Biotech-Unternehmen profitieren. Während Titel, wie Biontech, bereits in aller Munde sind, ist das deutlich spekulativere PsyBio noch gänzlich unbekannt. Chancenorientierte Investoren können sich diesen Wert näher ansehen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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