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29.08.2022 | 06:00

Biotech-Aktien – so muss es laufen! BioNTech, Defence Therapeutics, Bavarian Nordic

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Die Pharma- und Biotech-Branche steht für Goldgräber-Stimmung. Wie auch im Rohstoffsektor kann schon eine Entdeckung für Unternehmen alles verändern. Das beste Beispiel ist BioNTech. Bis zum Ausbruch der Pandemie war das Unternehmen allenfalls Biotech-Nerds ein Begriff. Heute sind die Pfälzer oben auf und zahlen so viele Steuern, dass die Kämmerer von Mainz die Korken knallen lassen könnten. Wir skizzieren drei Biotech-Perlen und machen den Zukunfts-Check. Los geht's direkt mit BioNTech.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAVARIAN NOR NAM. DK 10 | DK0015998017

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech: Klagewelle sorgt für Irritation

    Die Mainzer kündigten zuletzt an, schon Anfang September mit einem an Omikron angepassten Impfstoff aufwarten zu wollen. Das Vakzin gegen die Variante BA.1 könnte schon bald zugelassen werden. Zusätzlich im Rennen ist ein Produkt, das auf Basis der aktuellen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 entwickelt wurde. Laut BioNTech sei der Unterschied zwischen beiden Vakzinen nicht sehr groß. Auch der Impfstoff auf Basis des älteren Corona-Subtyps, soll einen guten Schutz bei aktuellen Virus-Varianten bieten. In Zukunft will BioNTech bei neuen Virus-Varianten noch schneller reagieren und mit neuen Impfstoffen gegensteuern. Helfen soll eine Art Frühwarn-System auf Basis von künstlicher Intelligenz , das Virus-Varianten „mit Potenzial" erkennt.

    Die Freude über eine neuerliche Impf-Welle ist dennoch getrübt: Am Freitag wurde bekannt, dass Hauptkonkurrent Moderna gegen Pfizer und BioNTech Klagen wegen Patentverletzungen bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen eingereicht hat. Die Klagen wurden sowohl in den USA als auch in Deutschland eingereicht. Zuvor hatte bereits das Tübinger Unternehmen Curevac gegen BioNTech geklagt. Zudem sind weitere Klagen anderer Unternehmen anhängig. Pfizer und BioNTech kündigten an, ihre Patente „mit Nachdruck" verteidigen zu wollen. Die Aktie von BioNTech machte zwar zwischendurch Hoffnung, sie dümpelt inzwischen aber wieder seitwärts. Die Aussicht auf juristische Auseinandersetzungen dürfte Anleger abschrecken. Bei dieser Aktie ist Vorsicht angesagt!

    Defence Therapeutics: Drei Zulassungsverfahren rund um den Kampf gegen Krebs

    Wie BioNTech vor mehr als zwei Jahren erscheint der Krebs-Spezialist Defence Therapeutics aktuell. Das Unternehmen plant ab dem kommenden Jahr gleich mehrere Phase-1-Studien für Impfstoffe gegen Krebs. Defence Therapeutics wählt dabei einen Weg, bei dem Tumorzellen nicht nur zerstört, sondern auch eine langfristige Gedächtnisreaktion des Immunsystems entstehen soll. Aktuell laufen die Vorbereitungen, um das Zulassungsverfahren beginnen zu können. Konkret arbeitet das Unternehmen an Impfstoffkandidaten gegen Haut- und Gebärmutterhalskrebs. Zentrale Technologie von Defence Therapeutics ist Accum™, die patentierte Plattform für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Diese Art von Wirkstoffverstärker kann Wirkstoffe gezielt in den Zellkern schleusen und so dessen Wirksamkeit erhöhen. Erst vor einigen Wochen wurde bestätigt, dass die Technologie für sich allein genutzt ebenfalls geeignet ist, Krebszellen so zu schädigen, dass sie absterben. Das Verfahren soll unter dem Namen AccuTOX™ ebenfalls im Rahmen einer Phase-1-Studie näher untersucht werden.

    Damit will Defence Therapeutics ab dem kommenden Jahr gleich drei Phase-1-Studien lancieren. Diese dienen dazu, die Sicherheit von Wirkstoffen zu prüfen. Danach geht es in den weiteren Studien um Wirksamkeit und Dosierung. Nach einer Erholungsphase ist die Aktie zuletzt wieder unter Druck geraten. Mittelfristig dürfte das Unternehmen auch weitere Finanzierungsrunden anstreben. Anleger mit Weitblick sollten sich dennoch schon einmal detailliert mit Defence Therapeutics auseinandersetzen. Ein Portrait sowie anschließende Updates finden sich auf researchanalyst.com. So vorbereitet, können Anleger besser reagieren, sollte die Aktie Fahrt aufnehmen. Potenzial ist angesichts der verschiedenen Projekte und dem vielversprechenden Anwendungsgebiete allemal vorhanden.

    Bavarian Nordic: Volatilität gehört dazu!

    Dass im Pharma- und Biotech-Sektor auch ein alter Esel über Nacht zum Rennpferd werden kann, zeigt die Aktie von Bavarian Nordic. Das deutsch-dänische Unternehmen hat einen Pocken-Impfstoff im Portfolio, der auch gegen Affenpocken zugelassen ist. Letztere verbreiten sich weltweit immer weiter. Obwohl die Affenpocken anfangs als wenig gefährlich abgetan wurden, gibt es doch eine hohe Nachfrage nach Impfungen. Auch nehmen offizielle Stellen das Virus inzwischen ernst. Bavarian Nordic hat in den vergangenen Monaten immer neue Bestellungen seines Vakzins erhalten – das hat die Aktie deutlich angeschoben. Seit einigen Wochen dümpelt der Wert aber vor sich hin und korrigierte zuletzt. Grund waren positive Meldungen des Konkurrenten Pfizer: Dieser hatte gute Phase-3-Daten rund um ein Vakzin gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vermeldet. Auch Bavarian Nordic arbeitet in einem ähnlichen Stadium an einer RSV-Impfung.


    Nach dynamischen Aufwärtsbewegungen, wie der von Bavarian Nordic, müssen Anleger immer mit Gewinnmitnahmen rechnen. Selbst BioNTech handelt inzwischen weit von den bisherigen Hochs entfernt. Das zeigt: Volatilität gehört im Biotech-Bereich einfach dazu. Anleger, die ihre Positionsgrößen entsprechend anpassen und antizyklisch zugreifen, sobald sie von einer Technologie überzeugt sind, können Vorteile ausspielen. Das noch vergleichsweise unbekannte Unternehmen Defence Therapeutics bietet sich für risikobewusste Anleger für einen „Deep Dive" an.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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