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18.11.2021 | 05:00

Commerzbank, BIGG Digital Assets, PayPal: Wo sich alles um Krypto dreht

  • Beteiligungen
Bildquelle: pixabay.com

Gerade in dynamischen Geschäftsfeldern, wie der Finanzwirtschaft, können die besseren Ideen Gold wert sein. Das Finanzwesen krempelt sich seit Jahren um. Erst wurde es nur digitaler, heute sorgen dezentrale Technologien wie die Blockchain dafür, dass Prozesse schneller, einfacher und sicherer werden – und automatisiert vonstatten gehen können. Das senkt einerseits Kosten und eröffnet andererseits riesiges Potenzial. Wir erinnern uns: In der Industriegeschichte sorgte Automatisierung schon einmal für einen Boom und neue Weltkonzerne. Werden künftig auch Geldanlagen oder der Handel mit Sachwerten automatisiert, ist das Potenzial riesengroß. Wir stellen drei Aktien rund um das Thema vor.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: BIGG DIGITAL ASSETS INC. | CA0898041086 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Commerzbank: Schlummert hier Potenzial?

Die Aktie der Commerzbank fristet aktuell im MDAX ein Schattendasein. Das Unternehmen kämpft noch immer mit seinem großen Vermächtnis. Die stolze Bank hat zahlreiche Filialen, tausende Mitarbeiter – und leidet unter dem Niedrigzinsumfeld und der schleppenden Digitalisierung. Seit Jahren erlegt sich der Konzern selbst eine Schlankheitskur nach der nächsten auf – nur um dann festzustellen, dass erneut Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden müssen. Doch die Commerzbank hat ein zweites Gesicht. Die etwas biedere Bank aus Frankfurt betätigt sich seit Jahren als Fintech-Investor und hat dabei ein erstaunlich gutes Händchen.

Als vor einigen Monaten das Fintech Marqeta in den USA an die Börse ging, dürften sich in Frankfurt einige Commerzbanker die Hände gerieben haben. Zum Börsendebut war Marqeta mehr wert als die Commerzbank selbst. Doch die Freude der Banker entsprang nicht einer Form von Masochismus. Im Gegenteil: Die Commerzbank hatte sich über Jahre immer wieder an Marqeta beteiligt. Im Sommer dürfte ein dreistelliger Millionenbetrag beim etwas angestaubten Bankhaus gelandet sein. Dass Marqueta kein Einzelfall ist, dafür sprechen zahlreiche andere Beteiligungen der Commerzbank rund um Blockchain und andere Zukunftsthemen. Die Aktie ist trotz der erfolgreichen Beteiligungen zuletzt kaum vom Fleck gekommen. Anleger tun gut daran, andere Werte zu bevorzugen.

BIGG Digital Assets: Hier kommt einiges zusammen

Einer dieser Werte könnte BIGG Digital Assets sein. Zugegeben: Blickt man auf die Volatilität, die die Aktie von BIGG Digital Assets in den vergangenen Monaten aufs Parkett gelegt hat, könnte einem schwindelig werden. Allein im vergangenen Jahr legte die Aktie von Pennystock bei 0,16 EUR auf über 3 EUR zu, um anschließend wieder auf rund 0,55 EUR abzufallen. Inzwischen hat sich der Wert stabilisiert und zuletzt Anzeichen gemacht, wieder in den Aufwärtstrend zurückkehren zu können. BIGG Digital Assets hat in erster Linie zwei Geschäftsfelder. Einerseits entwickelt das Unternehmen Software, um Missbrauch und Geldwäsche im Krypto-Sektor aktiv begegnen können. Die Software hat einen guten Ruf und wird schon heute von Strafverfolgungsbehörden und Unternehmen aus dem Finanzsektor eingesetzt. Erst vor etwas mehr als zwei Monaten schluckte der Kreditkartenanbieter Mastercard den BIGG-Konkurrenten CipherTrace. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, jedoch gehen Branchenkenner unter vorgehaltener Hand von einem dreistelligen Millionenbetrag aus.

Das zweite Standbein von BIGG Digital Assets ist die eigene Handelsplattform Netcoins. Die Kryptobörse hat vor einigen Wochen die Zulassung der kanadischen Behörden erhalten und gehört damit auch offiziell zu einem illustren Kreis weniger vergleichbarer Angebote in Kanada. In den vergangenen Monaten wuchs Netcoins immer wieder stark dreistellig. Bis Ende des Jahres sollen immer mehr Währungen auf der Plattform handelbar sein. Die dritte Säule von BIGG Digital Assets besteht in Beteiligungen und Kooperationen. Erst kürzlich steckte BIGG 100.000 CAD in LQWD Fintech, ein Unternehmen, das sich auf Lösungen für Institutionelle innerhalb des Lightning-Netzwerks spezialisiert hat. Lightning will für schnelle Zahlungen sorgen. Derartige Beteiligungen können sich indirekt auch für Aktionäre von BIGG Digital Assets auszahlen. Erstens gewinnt das Unternehmen so Einblicke in neue Geschäftsmodelle oder kann selbst neue Produkte an den Start bringen und zweitens winkt im Falle einer Übernahme der Beteiligungsziele ein warmer Geldregen. Die Aktie von BIGG Digital Assets ist ein äußerst heißes Eisen, das aber zugleich große Chancen bietet. Das Geschäft steht auf mehreren Säulen und Blockchain liegt im Trend. Wer spektakuläre Aktien sucht, sollte BIGG im Hinterkopf haben.

PayPal: Hier ist die Musik raus

Einer der potenziellen Kunden von BIGG ist PayPal. Der Zahlungsdienstleister baut sein Geschäft mit Kryptowährungen immer weiter aus. Als Folge steigen auch die Anforderungen, um Geldwäsche und ähnlichen Missbrauch effektiv zu überwachen. Im vergangenen Jahr galt PayPal wegen der Bitcoin-Fantasie lange als äußerst angesagte Aktie. Heute ist von diesem Hype nicht mehr so viel übrig. Der Grund: Der Markt hat erkannt, dass Kryptowährungen für PayPal vorerst nur ein Feigenblatt sein werden – das große Wachstum ist kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten. Die Aktie verlor in den vergangenen drei Monaten annähernd 20% und sieht auch auf Sicht von einem Jahr nicht mehr sehr dynamisch aus. Die Marktstellung rund um Bezahldienstleistungen rechtfertigt für alle Anleger mit Geduld aber ein langfristiges Engagement. Kurzfristig ist hier aber keine Musik drin.


Während Kryptowährungen und Blockchain für PayPal Bereiche sind, die das Unternehmen langfristig auf dem Schirm haben muss, dreht sich bei BIGG Digital Assets alles um Krypto. Das Unternehmen hält inzwischen auch einen vergleichsweise großen Bestand in Höhe von 450 Bitcoin. Gepaart mit den zwei Geschäftsbereichen und spekulativen Beteiligungen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Anleger sollten aber bedenken, dass die Aktie äußerst volatil sein kann. Derartige Schwankungen bleiben bei der Commerzbank aus. Die Kehrseite dieser gemütlichen Langeweile: Es fehlt die Dynamik.


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