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02.09.2026 | 05:30

Gerresheimer Aktie VERKAUFEN? Stattdessen auf Kursrakten aus Raumfahrt und Gold setzen? OHB und Lahontan Gold im Check.

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Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Paukenschlag bei OHB. Die deutsche Weltraumhoffnung erhält einen Milliardenauftrag. Kann damit auch die Aktie wieder durchstarten? Zuletzt konnte auch die Aufnahme in den SDAX die starke Korrektur nicht stoppen. Stark präsentiert sich derzeit wieder der Goldpreis. Damit könnte das Timing für die Aktie von Lahontan Gold kaum besser sein. Der Explorer macht derzeit die letzten Schritte auf dem Weg zum Produzenten. Im US-Bundesstaat Nevada soll im kommenden Jahr die Mine gebaut werden. Zuletzt wurde die Ressource auf 2,4 Mio. Unzen angehoben und das Management sieht noch viel weiteres Potenzial. Geht die Rally nach über 50 % bei Gerresheimer jetzt zu Ende? Der von Gewinnwarnungen, teuren Übernahmen und Bilanzierungsproblemen gebeutelte Konzern arbeitet am Befreiungsschlag. Doch Analysten raten zum Verkauf.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , GERRESHEIMER AG | DE000A0LD6E6 , OHB SE O.N. | DE0005936124

Inhaltsverzeichnis:


    Lahontan Gold: In der Goldrally zum Goldproduzenten

    Der Goldpreis gibt wieder Gas. Innerhalb weniger Wochen schoss er von 4.000 USD je Unze auf über 4.600 USD. Dieses Niveau konnte zwar nicht gehalten werden, aber der Rücksetzer auf aktuell 4.430 USD ist gesund und der Aufwärtstrend intakt. Experten von der UBS und von Morgan Stanley sehen das Edelmetall im kommenden Jahr wieder über 5.000 USD. In dieser Goldrally macht ein Explorer in den USA die letzten Schritte zum Goldproduzenten. Die Aktie sollte davon massiv profitieren.

    Lahontan Gold treibt die Wiederinbetriebnahme seines Santa-Fe-Goldprojekts im US-Bundesstaat Nevada mit hoher Geschwindigkeit voran. CEO Kimberly Ann zufolge liegt der Fokus klar darauf, das Projekt möglichst zügig in Richtung Produktion zu entwickeln. Das Unternehmen arbeitet parallel an Genehmigungen, technischen Studien, Exploration und dem Aufbau eines Mine-Development-Teams. Ziel ist es, im kommenden Jahr die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten und mit dem Bau der Mine zu starten. Mit mehr als 12 Mio. USD Liquidität sieht sich Lahontan finanziell gut aufgestellt, um die laufenden Arbeiten und weitere Bohrungen zu finanzieren.

    Rückenwind lieferte zuletzt die neue Mineralressourcenschätzung für Santa Fe. Die Ressource ist projektweit um 22 % auf rund 2,4 Mio. Unzen Goldäquivalent gestiegen. Aus Sicht des Managements ist das Potenzial damit noch längst nicht ausgeschöpft. Ein Großteil der Bohrungen des laufenden Jahres ist in der aktuellen Ressourcenschätzung noch gar nicht enthalten. Rund 140 bis 150 Bohrlöcher befinden sich derzeit im Labor, sodass weitere Ergebnisse in den kommenden Monaten zusätzliches Ressourcenwachstum ermöglichen könnten.

    Zusätzliche Chancen sieht Lahontan bei West Santa Fe sowie bei historischen Halden und weiteren Explorationszielen. West Santa Fe ist bislang noch nicht Bestandteil der Ressourcenschätzung und soll nach weiteren Bohrungen später in das Gesamtbild integriert werden. Interessant erscheinen zudem vier historische Heap-Leach-Bereiche. Dort wurden rund 110 Bohrungen niedergebracht. Nach historischen Daten könnten in diesem bereits gebrochenen Material etwa 200.000 Unzen Gold enthalten sein. Sollten die laufenden Untersuchungen dies bestätigen, könnten diese vergleichsweise kostengünstig in einen künftigen Minenplan einfließen.

    Der nächste Meilenstein ist die neue vorläufige wirtschaftliche Machbarkeitsstudie (PEA). Mit Blick auf den aktuellen Goldpreis sollte die Wirtschaftlichkeit weiteres Kurspotenzial eröffnen. Bei der Produktionsgröße plant Lahontan derzeit mit etwa 80.000 bis 100.000 Unzen Gold pro Jahr. Kimberly Ann will möglichst schnell eine passend dimensionierte Mine in Produktion bringen. Damit könnte dann auch die weitere Exploration und Ressourcenausweitung aus dem eigenen Cashflow finanziert werden. Das Timing zum Kauf der Aktie könnte derzeit jedenfalls kaum besser sein.

    https://youtu.be/QGRV7IfTWec?si=GHVNPooFwSnStJ6n

    Gerresheimer: Nach 50 % verkaufen?

    Eine Kursrally von mehr als 50 % hat die Aktie von Gerresheimer in den vergangenen Monaten aufs Parkett gelegt. Derzeit notiert das Wertpapier über 27 EUR. Auf dem Mehrjahreschart macht sich der Sprung kaum bemerkbar. Im September 2024 stand die Aktie noch bei über 100 EUR. Anschließend sorgten mehrere Gewinnwarnungen, sinkende Margen und die nach der Bormioli-Übernahme stark gestiegene Verschuldung für den Kursverfall. Später sorgten die BaFin-Prüfungen wegen möglicher fehlerhafter Umsatzverbuchungen, weitere Prognosesenkungen und Managementwechsel für weitere Vertrauensverluste.

    Aus Sicht von mwb Research sollten Anleger nach dem Kursanstieg die Aktie verkaufen. Gerresheimer ist mit vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 in die reguläre Finanzberichterstattung zurückgekehrt. Doch operativ bleibt das Bild laut den Analysten enttäuschend. Der Umsatz lag mit 524 Mio. EUR zwar rund 3,6 % über dem Konsens und leicht über dem Vorjahreswert, das bereinigte EBITDA fiel jedoch von 81 Mio. EUR auf 66 Mio. EUR. Damit wurde die Markterwartung um rund 20 % verfehlt.

    Die geplanten Verkäufe von Centor und Primary Packaging Plastics an Apax für zusammen 1,5 Mrd. EUR sowie die Vorbereitung einer Trennung von Moulded Glass verändern Gerresheimer aus Sicht der Analysten fundamental. Insgesamt stehen damit Geschäftsbereiche mit rund 1,3 Mrd. EUR Jahresumsatz beziehungsweise etwa 56 % des Umsatzes von 2025 zur Disposition. Dadurch dürfte sich die Bilanz deutlich entspannen und der Verschuldungsgrad nach Abschluss der Transaktionen auf unter 3x EBITDA sinken. Gleichzeitig fehlt Investoren laut mwb weiterhin eine belastbare Grundlage zur Bewertung des verbleibenden Konzerns. Gerresheimer hat weder die EBITDA-Beiträge der verkauften Bereiche noch die erwarteten Nettoerlöse oder eine Pro-forma-Ergebnisrechnung für "die neue Gerresheimer" veröffentlicht.

    Aufgrund des tiefgreifenden Konzernumbaus wechselt mwb bei der Bewertung von einem DCF-Modell zu einer vorläufigen Sum-of-the-Parts-Bewertung. Für Centor und PPP werden die vereinbarten 1,5 Mrd. EUR Unternehmenswert angesetzt, Moulded Glass mit rund 0,3 Mrd. EUR und das verbleibende Geschäft mit etwa 0,85 Mrd. EUR bewertet. Nach Abzug der Nettofinanzschulden ergibt sich daraus ein Eigenkapitalwert von rund 700 Mio. EUR beziehungsweise etwa 20 EUR je Aktie. Daher hebt mwb das Kursziel von 12,50 EUR auf 20 EUR an, bleibt aber bei "Verkaufen". Die Analysten sehen zwar eine deutlich bessere Bilanzperspektive, aber keine überzeugende Equity Story. Die Ergebnisentwicklung ist schwach, die Transparenz gering, die BaFin-Untersuchung läuft weiter und endgültige Q1-Zahlen werden erst im September erwartet.

    OHB: Startet die Kursrakete jetzt?

    Zündet bei OHB jetzt wieder die Kursrakete? Die Bremer gelten als die große deutsche Weltraumhoffnung. Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten europäischen Anbietern von Satelliten, Raumfahrtsystemen und technologischen Lösungen für institutionelle und kommerzielle Kunden. Bis Mai explodierte die Aktie von rund 120 EUR auf über 600 EUR. Dann setzte eine heftige Korrektur ein und derzeit notiert das Wertpapier bei rund 200 EUR. Damit bringt man 4,25 Mrd. EUR auf die Börsenwaage. Nachdem die Aufnahme in den SDAX Mitte August für eine Kursdynamik sorgen konnte, schafft es vielleicht ein Milliardenauftrag.

    OHB hat von SES einen Auftrag im Wert von knapp 1 Mrd. EUR für die Entwicklung und den Bau von 18 Satellitenplattformen für das europäische Satellitenkommunikationssystem IRIS² erhalten. Die Satelliten bilden einen zentralen Bestandteil des MEO-Segments der geplanten europäischen Multi-Orbit-Konstellation, die insgesamt aus 348 Satelliten in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen bestehen soll. SES ist innerhalb des SpaceRISE-Konsortiums für den MEO-Anteil verantwortlich. Neben dem Unternehmen aus Luxemburg gehören Eutelsat und Hispasat zum Konsortium. Der Auftrag ist der erste Großauftrag im Rahmen der IRIS-Konzession und folgt auf den Start der Umsetzungsphase Anfang August 2026.

    Für OHB ist der Auftrag strategisch besonders wichtig, da das Unternehmen damit seine Position bei den europäischen Flaggschiffprogrammen weiter ausbaut. Nach Galileo und Copernicus wird OHB nun auch einen wesentlichen Beitrag zu IRIS leisten. Die 18 MEO-Satelliten sollen jeweils rund 2,6 Tonnen wiegen und eine maximale Leistung von etwa 15 Kilowatt erreichen. IRIS soll Europas Abhängigkeit bei sicherer Satellitenkommunikation verringern, kritische Infrastrukturen widerstandsfähiger machen und staatlichen wie privaten Nutzern souveräne Kommunikationsdienste bieten. Der Start der ersten Satelliten ist für 2029, die Bereitstellung erster Dienste ab 2030 vorgesehen.


    Fazit

    Gerresheimer arbeitet am Befreiungsschlag. Ob dieser gelingt und was dann vom Konzern übrig bleibt, ist allerdings noch nicht klar. Klar ist, dass der Goldpreis wieder nach oben will. Mit dem Produktionsstart im Fokus und weiterem Ressourcenpotenzial könnte das Timing für den Kauf der Aktie von Lahontan Gold kaum besser sein. OHB dürfte weiter von den massiven Investitionen in die europäischen Weltraumaktivitäten profitieren.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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