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19.01.2022 | 05:00

Goldgräberstimmung am Lithium-Markt: BMW, Yorkton Ventures, Rock Tech Lithium

  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Eine ganze Branche krempelt sich um. Die Revolution am Automarkt wird in den kommenden Jahren Fahrt aufnehmen. Wie eine Studie von Deloitte zeigt, könnte der Absatz an batteriebetriebenen Fahrzeugen von 210.000 im Jahr 2022 auf 960.000 im Jahr 2030 ansteigen. Allein zwischen 2022 und 2026 rechnen die Marktkenner mit einer Verdopplung der Verkaufszahlen bei Stromern in Deutschland. Kein Wunder also, dass sich schon heute um einige Unternehmen eine Goldgräberstimmung breit macht. Wir nehmen drei Aktien unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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Inhaltsverzeichnis:


    BMW: Die Zeichen der Zeit erkannt

    Die Autos von BMW stehen seit jeher für Fahrspaß. Zwar assoziieren noch immer viele Menschen mit Fahrspaß einen blubbernden Auspuff, doch schlägt Beschleunigung im Zweifel sowohl Sound als auch den Geruch von Benzin und Gummi. Auch für sportliche Fahrer eignen sich Elektromotoren. Der E-Auto-Pionier Tesla spielt seit jeher die beiden Trumpfkarten „Innovation" und „Sportlichkeit" erfolgreich aus. Wieso sollte das nicht auch BMW gelingen?

    Dass BMW auf einem guten Weg ist, zeigen auch die Absatzzahlen. Der Verkauf von elektrischen Fahrzeugen hat sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Immerhin 231.000 E-Autos brachten die Münchner an umweltbewusste Fahrerinnen und Fahrer. Besonders gut lief es zuletzt in den USA und auch in Asien. Vor allem letzterer Markt ist für alle Autobauer besonders wichtig, da hier noch Wachstum zu erwarten ist.

    Das von BMW ab 2025 bei Stromern angestrebte Wachstum von 50% passt auch zur Studie von Deloitte. Es gibt keinen Zweifel, dass das Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt hat. Obendrauf gibt's eine Dividendenrendite von satten 4,9%. Die Aktie steht auch charttechnisch besser da als die Konkurrenz, der Wert sollte sich aber oberhalb der Marke von 95 EUR halten.

    Yorkton Ventures kauft zwei Lithium-Projekte – und jetzt?

    Während BMW ein Unternehmen von Weltrang ist, das man auch in Asien kennt und schätzt, sieht das bei Yorkton Ventures ganz anders aus. Doch Yorkton ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das Unternehmen kaufte im Dezember das Cyr-Kapiwak-Lithium-Projekt im kanadischen Distrikt Quebec. Das Projekt besteht aus drei Liegenschaften und umfasst eine Fläche von 22,2 qkm. Das Unternehmen selbst hält die Liegenschaft für äußerst vielversprechend und betont, dass Gesteinsproben relevante Lithium-Gehalte zutage gebracht haben. Der Kauf des Projektes erfolgte zudem zu äußerst günstigen Konditionen: Neben einer Barzahlung in Höhe von nur 25.000 CAD wechselten Aktien von Yorkton Ventures den Besitzer. Auch wurde eine Nettoschmelzprämie in Höhe von 2% im Erfolgsfall vereinbart, die Yorkton gegen eine Zahlung von 1 Mio. CAD halbieren kann. Vor wenigen Tagen dann der zweite Streich des umtriebigen Managements: In derselben Region kaufte Yorkton mit Sirmac East ein weiteres Projekt zu identischen Konditionen.

    An der Börse pendelt die Aktie des jungen Unternehmens im deutschen Handel aktuell um 0,35 EUR und zeigt sich äußerst volatil. Zwar ist die Marktkapitalisierung von weniger als 8 Mio. EUR für konservative Anleger ein Warnsignal, doch dürften spekulativ orientierte Marktteilnehmer darin auch Chancen sehen – wo sonst besteht die Möglichkeit, sich am Anfang einer Lithium-Story zu beteiligen? Trotz des momentanen Goldrauschs rund um Lithium sollten Anleger keinesfalls vorschnell agieren und mögliche Investments im Rahmen einer ausgewogenen Anlagestrategie maßvoll umsetzen. Wer allerdings Kapital auf der hohen Kante hat und Geduld mitbringt, kann sich diese frühe Chance näher ansehen.

    Rock Tech Lithium: Hier schauen viele Anleger drauf

    Was aus Lithium-Aktien werden kann, wenn die Equity-Story die Masse der Anleger erreicht, hat die Aktie von Rock Tech Lithium in den vergangenen 13 Monaten gezeigt. Der Wert preschte von 0,70 EUR auf in der Spitze 6 EUR. Rock Tech Lithium plant die Förderung von Lithium in Kanada und dessen Verarbeitung in Deutschland. Ab 2030 ist sogar das Recycling angedacht – der Bergbau würde dann an Bedeutung verlieren.

    Schon heute spielen umweltfreundliche Verfahren für Rock Tech Lithium eine große Rolle. Als das Unternehmen im Herbst ankündigte, in Brandenburg in der Nähe von Tesla eine Fabrik bauen zu wollen, kannte der Kurs kein Halten mehr. Inzwischen ist wieder etwas Ruhe rund um Rock Tech Lithium eingekehrt. Das Papier dürfte bei vielen Anlegern auf dem Zettel stehen. Chancen sind weiter da, ein Geheimtipp ist die Aktie aber nicht mehr.


    Um von der elektrischen Revolution zu profitieren, können Anleger je nach Risikoneigung verschiedene Wege gehen. BMW ist mit seiner starken Marke und den Fortschritten im Bereich E-Mobilität gut positioniert, dürfte aber keine großen Sprünge mehr machen. Etwas chancenreicher ist dagegen Rock Tech Lithium – hier stimmt die Equity Story. Gänzlich am Anfang steht dagegen Yorkton Ventures. Das Lithium-Unternehmen mit der einstelligen Marktkapitalisierung ist ein heißes Eisen in einem vielversprechenden Markt.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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