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01.06.2021 | 05:00

HeidelbergCement, Silkroad Nickel, BYD: Aktien mit explosiver Mischung

  • Dynamik
Bildquelle: pixabay.com

Um Chancen an der Börse bewerten zu können, muss man weder Volkswirt noch gut vernetzter Anlage-Guru sein. Oft sind es die naheliegenden Entwicklungen und Trends, die dem Markt die Richtung weisen. Für Anleger kommt es dann darauf an, diese Fakten zu interpretieren. Beispielsweise sind Baustoffe knapp wie nie – die Preise für Holz und andere Grundstoffe sind rasant gestiegen. Auch Industriemetalle sind sehr gefragt. Neue Technologie, Investitionen in Bau und Infrastruktur sowie das Ende der Pandemie sorgen für eine explosive Mischung.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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HeidelbergCement: Langeweiler auf Abwegen

Die Aktie von HeidelbergCement war lange langweilig. Dann kam die Pandemie und der Wert galt als unsicher. Doch die Realität sah schnell anders aus. Nur wenige Monate machte sich der Krisen-Dämpfer am Immobilienmarkt bemerkbar, dann kehrte schnell Normalität ein. Und die Normalität der vergangenen Jahre bedeutet: steigende Preise. HeidelbergCement ist weltweit der drittgrößte Baustoffhersteller und hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2025 will man eine EBITDA-Marge von 22% erreichen. Dazu investiert das Unternehmen unter anderem in Digitalisierung und setzt in Regionen, die sich nicht rechnen, den Rotstift an.

Eine derartige Rosskur kommt an der Börse traditionell gut an. Meist vollziehen Unternehmen solche Schritte aber aus der Not heraus. In Not ist HeidelbergCement aber keineswegs. Man sieht aufgrund von Infrastrukturprogrammen in den USA, aber auch anderen Regionen, wie etwa Indien und Australien, positiv in die Zukunft. Die Aktie legte auf Sicht von einem Jahr bereits um knapp 63% zu, in den vergangenen Monaten ging es um rund 15% nach oben. Für einen Baustoffhersteller ist das eine sehr dynamische Entwicklung. Das Unternehmen ist gesund und hat Zukunft, das Potenzial der Aktie erscheint aber begrenzt.

Silkroad Nickel: Das klingt nach einem guten Geschäft

Mehr Potenzial dürfte der indonesische Nickelproduzent Silkroad Nickel haben. Indonesien gilt als wichtiger Produzent von Industriemetallen und hat in den vergangenen Jahren auch stark in die Verarbeitung der Rohstoffe investiert. Silkroad Nickel hat langfristige Liefervereinbarungen mit chinesischen Unternehmen und liefert diesen unter anderem Produkte für rostfreien Stahl zu. Auch die Elektro-Mobilität ist für Silkroad ein Treiber. Das Unternehmen will noch stärker in nachgelagerte Industrien der Rohstoffproduktion expandieren und seine Produkte noch stärker veredeln. So will sich Silkroad Nickel neue Geschäftsfelder erschließen.

Schon heute bestehen gute Kontakte zu großen chinesischen Unternehmen. Unter anderem gehört der größte Edelstahlproduzent der Welt, Tsinghsan, zu Silkroads Kunden. Ab 2022 will Silkroad Nickel einen neuen Drehrohrofen in Produktion bringen, um dort 350.000t Ferronickel jährlich zu produzieren. Eine solche Anlage gilt in Indonesien als sehr profitabel, da die Förderkosten für Nickelerz dort besonders günstig sind. Trotz Investitionen von rund 400 Mio. USD, soll der Drehrohrofen bereits im ersten Jahr 672 Mio. USD Einnahmen generieren, was unterm Strich einen Nettogewinn von rund 200 Mio. USD bedeuten könnte. Die Marktkapitalisierung von Silkroad liegt aktuell lediglich bei rund 66 Mio. EUR. Die Aktie hat bislang wenig Aufmerksamkeit auf sich gezogen, obwohl sie kurzfristig von der anziehenden Weltwirtschaft und den Infrastrukturinvestments sowie mittelfristig von der Nachfrage rund um Elektromobilität profitieren dürfte. Über die Pläne des Unternehmens lesen Sie hier ein Interview mit Jerre Foo, Corporate Development Executive von Silkroad Nickel.

BYD: Wie geht es jetzt weiter?

Die Nachfrage nach Metallen wie Nickel und Co., die unter anderem in Batterien für Elektroautos stecken, treiben auch Unternehmen wie BYD an. Aktien aus der Branche sind zuletzt ein wenig aus dem Fokus geraten. Der Grund: Sie sind bereits sehr gut gelaufen und der Markt hat Vorschusslorbeeren verteilt. Da inzwischen auch etablierte Autobauer stark auf Elektromobilität setzen, verlieren die Elektro-Pioniere ein wenig ihr Alleinstellungsmerkmal. Hinzu kommt, dass Marken, wie etwa Volkswagen, selbst in China einen besseren Ruf haben, als viele lokale Autobauer. Doch gerade die Aktie von BYD hat sich zuletzt berappelt: Um rund 7% stieg der Wert in nur fünf Handelstagen. Wie geht es jetzt weiter?

Bis zu den Rekordkursen bei 28 EUR ist noch viel Raum. Zunächst muss die Aktie im deutschen Handel den Sprung über die Marke von 20 EUR schaffen. Dazu braucht es nur ein positives Marktumfeld. BYD ist mit einer eigenen Batteriefertigung und der Halbleiter-Sparte sehr gut positioniert und sollte auch langfristig eine tragende Rolle in der Autobranche spielen – ob als Hersteller oder Zulieferer. Ein Geheimtipp ist der Wert aber längst nicht mehr.


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