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13.07.2021 | 06:55

JinkoSolar, Barsele Minerals, Newmont: Das Übernahmekarussell dreht sich

  • Übernahmen
Bildquelle: pixabay.com

Rohstoffe sind der Schlüssel zu neuer Technologie. Egal ob Silber, Kupfer oder andere Metalle – viele Technologien, wie etwa Elektroautos oder auch Solarpanele, treiben die Nachfrage nach Metallen. Mit dem Siegeszug dieser Technologien steigt auch der Bedarf an Rohstoffen. Wir erklären am Beispiel von drei Aktien, wie Anleger profitieren können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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JinkoSolar: Wo soll das noch hinführen?

Die Aktie von JinkoSolar ist ein richtig heißes Eisen – im positiven Sinne! Allein in den vergangenen drei Monaten kletterte das Papier um beeindruckende 47%. Der Grund ist die große Nachfrage nach Solarmodulen und die guten Produkte von JinkoSolar. Das Unternehmen punktet sowohl bei Langlebigkeit als auch bei der Effizienz. Beides sind Punkte, die potenziellen Käufern von Solarmodulen wichtig sind. Der dritte Faktor ist der Preis. Auch hier ist der Weltmarktführer JinkoSolar perfekt positioniert. Wir erinnern uns an den Preiskampf rund um Solarmodule vor rund zehn Jahren. Damals schlitterten nach und nach weitere deutsche Unternehmen in die Pleite. Der Grund: Die Chinesen waren einfach günstiger. Am Ende dieses Preiskampfs und auch der Konzentration der Anbieter in Asien steht JinkoSolar als Sieger.

Angesichts der weiter wachsenden Nachfrage nach Solarpanelen ist das Unternehmen perfekt positioniert. Trotz der jüngsten Kursgewinne hat die Aktie noch ein wenig Luft. Ab 55 EUR könnte der Wert aber zunehmend auf Widerstände stoßen. Ob JinkoSolar die Marke von 74,10 EUR aus dem vergangenen Jahr so schnell wieder erreicht, ist fraglich. Das Unternehmen ist gut positioniert, doch ist die Aktie auch für ihre Volatilität bekannt.

Barsele Minerals: Ein Plan – und 18 Monate Zeit

Ein volatiler Wert ist auch Barsele Minerals. Das Unternehmen entwickelte gemeinsam mit dem Bergbau Giganten Agnico Eagle das Barsele Projekt in Schweden. Barsele hält dabei 45% und Agnico Eagle 55%. Eine Absichtserklärung ermöglicht es dem jungen Unternehmen aus Kanada nun, das gesamte Projekt zu übernehmen. Barsele müsste 45 Mio. CAD aufbringen und Agnico einen Anteil von 14,9% der eigenen Aktien überschreiben. Hinzu kämen Optionen zum Kauf weiterer 6 Mio. Aktien zu 1,25 CAD je Anteilsschein. Anscheinend glaubt man bei Agnico Eagle an einen Erfolg des Projekts und ist überzeugt davon, dass es bei Barsele Minerals besser aufgehoben ist. Das junge Unternehmen will in den nächsten 18 Monaten 30.000 Meter bohren und das Projekt so aufhübschen, dass die Finanzierung der Komplettübernahme für Barsele einfach wird.

Das Barsele-Projekt steht für vielversprechende Goldvorkommen innerhalb einer attraktiven Infrastruktur in Nord-Schweden. Schweden selbst ist ein gefragter Bergbau-Standort und glänzt mit Unternehmenssteuern von nur 22 %. Hinzu kommt, dass die hohen Umweltstandards des Landes, dem Wunsch vieler Investoren, nach nachhaltig geförderten Rohstoffen entgegenkommen. Da sich Agnico Eagle auf eine Absichtserklärung eingelassen hat, die zu großen Teilen eine Bezahlung des Projekts in Aktien von Barsele Minerals vorsieht, können Anleger das als Vertrauensbeweis werten. Aktuell notiert die Aktie bei 0,75 CAD. Bis zum Ausübungspreis der Optionen, die Agnico Eagle mit Ausübungspreis bei 1,25 CAD gewährt werden sollen, ist noch eine Menge Luft. Die Eckdaten rund um Barsele sind vielversprechend. Anleger sollten den Wert auf dem Schirm haben.

Newmont: Wird Europa für den Giganten interessant?

Eigentlich immer auf dem Schirm haben Anleger die Aktie von Newmont. Der weltgrößte Bergbau-Konzern erwirtschaftet rund drei Viertel seiner Umsätze mit Gold. Hinzu kommt ein einträgliches Kupfer-Geschäft. Newmont profitierte in den vergangenen Quartalen von den anziehenden Rohstoffpreisen. Zwar liegt die Dividendenrendite nur um 2% und auch das Kurspotenzial ist bei einem Dickschiff wie Newmont begrenzt, doch kann die Aktie für vorsichtige Anleger eine solide Depotbeimischung sein. Da das Unternehmen zuletzt auch an seinen Kosten gearbeitet hat, dürfte Newmont auch Schwankungen am Rohstoffmarkt aussitzen können.


Da Unternehmen wie Newmont ihre geförderten Rohstoffe immer auch ersetzen müssen, könnte das Unternehmen sogar in der Konstellation zwischen Barsele Minerals und Agnico Eagle eine Rolle spielen. Aktuell ist der Gigant noch nicht in Europa vertreten. Als vielversprechendes Projekt in einer gefragten Bergbau-Destination, könnte Barsele Minerals das Interesse weiterer Majors auf sich ziehen. Kein Übernahmekandidat ist dagegen JinkoSolar. Erstens ist das Unternehmen selbst gut positioniert und andererseits bereits teuer. Wahrscheinlicher ist hier, dass JinkoSolar seine eigenen Aktien als Übernahmewährung einsetzt.


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