01.09.2026 | 05:30
Kursexplosion wie bei Moderna? Übernahmekandidaten Evotec, Valneva und Vidac Pharma im Check! Analysten bullisch!
Moderna hat den Biotech-Markt mit dem Durchbruch bei der Bekämpfung von Hautkrebs wachgerüttelt. Partner Merck kommt in der Berichterstattung etwas zu kurz. Dabei bereitet sich der Pharmariese auf das Patentende eines Kassenschlagers vor. Auch andere Pharmakonzerne müssen in den kommenden Jahren die Pipeline füllen. Daher dürfte sich das Übernahmekarussell wieder schneller drehen und Anleger elektrisieren. Ein heißer Kandidat ist Vidac Pharma. Die Rekrutierung für die Phase-2B-Studie bei Hochrisiko-aktinischer Keratose (Hautkrebs) ist abgeschlossen. Die Ergebnisse sollten die Aktie treiben. Bei Valneva gab es zuletzt einen Kurssprung. Schlägt vielleicht Partner Pfizer zu? Analysten raten zum Kauf. Und was macht der ewige Übernahmekandidat Evotec? Aktionäre und potenzielle Käufer machen derzeit einen Bogen um die Aktie. Doch es gibt eine Kaufempfehlung.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Vidac Pharma: Comeback der Aktie mit Phase-2B-Studie?
Die Aktie von Vidac Pharma könnte zu einer heißen Comeback-Spekulation werden. Der Onkologie-Spezialist setzt bei seiner Forschung auf die Umkehrung des sogenannten Warburg-Effekts. So soll in den veränderten Stoffwechsel von Tumorzellen eingegriffen und dadurch unter anderem der programmierte Zelltod wieder aktiviert werden. Das Wertpapier des Biotechunternehmens hat im laufenden Jahr fast 50 % an Wert verloren. Dabei sind die Fortschritte bei der Entwicklung klar erkennbar.
Vidac Pharma hat die Rekrutierung für die Phase-2B-Studie mit VDA-1102 bei Hochrisiko-aktinischer Keratose (Hautkrebs) vollständig abgeschlossen. Alle geplanten 39 Patienten wurden innerhalb des vorgesehenen Zeitplans aufgenommen. VDA-1102 ist der führende Wirkstoffkandidat des Unternehmens und zielt über die Modulation des Hexokinase-2-(HK2)-Signalwegs auf den veränderten Stoffwechsel von Krebszellen. Nach Angaben von Vidac wurden bislang keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet.
Die Behandlung und Nachbeobachtung der Patienten laufen weiter. Laut Studienprotokoll soll das Follow-up rund drei Monate nach Aufnahme des letzten Patienten dauern. Anschließend sind Datenbankschluss und Auswertung vorgesehen. Danach will Vidac die Topline-Ergebnisse veröffentlichen. Positive Ergebnisse sollte das Interesse des einen oder anderen Pharmakonzerns wecken und die Aktie antreiben.
Und auch strategisch geht es voran, um die klinische Entwicklung und den Aufbau von Kooperationen in Europa zu beschleunigen. So plant Vidac Pharma gemeinsam mit Eutopos Pharma eine neue französische Tochtergesellschaft. Diese wurde für Quest for Health, eine führende europäische Innovationsplattform für Healthcare- und Life-Sciences-Unternehmen, ausgewählt. Das Programm ist Teil des grenzüberschreitenden BioValley-Ökosystems in Frankreich, Deutschland und der Schweiz und bietet Zugang zu Biotech- und Pharmaunternehmen, Forschungseinrichtungen, Kliniken, Investoren sowie weiteren Innovationspartnern.
Eutopos Pharma soll künftig als europäische Plattform von Vidac Pharma für Forschung und Entwicklung, klinische Studien, Geschäftsentwicklung, strategische Partnerschaften und Lizenzierungen dienen. Damit will Vidac seine Präsenz in Kontinentaleuropa ausbauen und insbesondere die Entwicklung seiner Programme in den Bereichen Onkologie und Onko-Dermatologie vorantreiben. Vidac verspricht sich von der Ansiedlung in Straßburg vor allem einen besseren Zugang zu Pharmapartnern, wissenschaftlichen Einrichtungen, Investoren und potenziellen Lizenzpartnern. Quest for Health unterstützt derzeit 60 HealthTech-Start-ups, darunter 25 Biotech-Unternehmen, und ist mit Partnern in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Belgien vernetzt.
Von den Aktienverkäufen des Managements in den vergangenen Monaten sollten sich Anleger nicht verunsichern lassen. Dies wurde frühzeitig angekündigt und Vidac profitiert direkt. Denn die Nettoerlöse werden dem Unternehmen direkt zur Finanzierung zur Verfügung gestellt. Damit soll die Entwicklung im laufenden Jahr beschleunigt werden.
Valneva: Übernimmt Partner Pfizer?
First Berlin hat die Kaufempfehlung für die Valneva-Aktie bestätigt. Wegen schwächerer Gewinnannahmen für 2026 und einer höheren Nettoverschuldung wurde das Kursziel leicht von 4,50 EUR auf 4,40 EUR reduziert.
Aus Sicht der Analysten bleibt der Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidat LB6V der wichtigste Werttreiber. Obwohl dieser den primären Endpunkt der Phase-3-Studie knapp verfehlt hatte, sehen die Analysten die Wahrscheinlichkeit einer FDA-Zulassung weiterhin bei 67 %. Pfizer hat bereits einen Zulassungsantrag bei der EMA eingereicht und will noch 2026 auch die Unterlagen bei der FDA vorlegen. Entscheidungen beider Behörden werden innerhalb der kommenden zwölf Monate erwartet.
Nach dem Umsatzrückgang um 21 % auf 33,5 Mio. EUR im zweiten Quartal 2026 erwarten die Analysten für die zweite Jahreshälfte eine bessere Geschäftsentwicklung. Der Rückgang ist laut Studie vor allem auf Einmaleffekte und den gezielten Rückzug aus dem Vertrieb von Drittprodukten zurückzuführen. Zudem belasteten der Wechsel zu einem neuen Vertriebspartner in Deutschland sowie die gestaffelten Lieferungen des Japanische-Enzephalitis-Impfstoffs Ixiaro an das US-Verteidigungsministerium. Die Jahresprognose von 142,5 Mio. EUR Produktumsatz impliziert ein Wachstum von 17,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unterstützen sollen vor allem höhere Ixiaro-Umsätze und ein erwarteter neuer Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Auch bei der Profitabilität erwarten die Analysten eine Erholung.
Evotec: Keine Käufer in Sicht?
Und was macht der ewige Übernahmekandidat Evotec? Die Aktie notierte gestern bei 3,25 EUR und damit so niedrig wie seit 2016 nicht mehr. Heute ist es kaum vorstellbar, dass die Aktie 2021 kurzzeitig über 40 EUR notierte. Seitdem gibt es immer wieder mehr oder weniger konkrete Übernahmegerüchte. Obwohl die Aktie so niedrig notiert, fehlt davon derzeit allerdings jede Spur. Nach den enttäuschenden Halbjahreszahlen und Zweifeln an der Strategie des neuen Managements scheinen nicht nur Aktionäre, sondern auch potenzielle Käufer einen großen Bogen um die Aktie zu machen.
Immerhin hat sich zuletzt die RBC positiv zur Aktie geäußert. Die Halbjahreszahlen seien im Rahmen der Erwartungen gewesen. Die Analysten stufen die Evotec-Aktie mit "Outperform" ein und sehen den fairen Wert bei 10 EUR.
Fazit
Das Übernahmekarussell im Pharma- und Biotechbereich kommt wieder in Schwung. Ein spannender Kandidat ist Vidac Pharma. Die Aktie erscheint äußerst günstig. Sollten die nächsten Studiendaten erneut positiv ausfallen, wäre alles andere als ein Kurssprung eine Überraschung. Bei Valneva ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise Partner Pfizer zuschlägt. Bei Evotec ist es derzeit so ruhig, dass schon alles Negative eingepreist sein könnte.
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