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05.02.2021 | 05:40

NIO, Varta, Nevada Copper: Hier ist der E-Auto-Boom noch günstig

  • E-Auto
Bildquelle: pixabay.com

Elektroautos sind schwer angesagt. Waren Tesla und Co. vor einigen Jahren noch selten, findet man die Modelle des US-Pioniers inzwischen immer öfter auf deutschen Straßen. Auch Plugin-Hybride sind vor allem bei Premiummarken äußerst gefragt – Käufer profitieren von Förderungen und haben zugleich ein gutes Gewissen. Inwiefern es Sinn macht, mit ohnehin schon tonnenschweren Boliden auch noch schwere Akkus durch die Gegend zu chauffieren, sei dahingestellt. Fakt ist allerdings, dass der Trend intakt ist und bestehen bleibt: E-Autos boomen. Während einige Hersteller allerdings schon teuer sind, bestehen entlang der Wertschöpfungskette noch Chancen. Wir stellen drei Titel vor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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NIO hat noch viel vor

NIO, der chinesische Hersteller von Elektroautos, meldete zuletzt Rekordzahlen für die Auslieferung seiner Modelle im Januar: Um mehr als 352% legte die Zahl der ausgelieferten Modelle im Vergleich zum Januar 2020 zu. Diese Zahl zeigt, dass das Unternehmen auf einem Wachstumskurs ist – und, dass die Coronakrise an den Märkten und in den Köpfen der Konsumenten endgültig abgehakt zu sein scheint – allen Widrigkeiten zum Trotz. Zwar bleibt NIO mit insgesamt 7.225 ausgelieferten Fahrzeugen im Januar ein kleiner Autohersteller, doch zählt an der Börse allein das Wachstum – gerade in der aktuellen Hausse.

Die Aktie von NIO hat sich zuletzt zwei Mal knapp oberhalb von 50 EUR den Kopf gestoßen. Das ist zwar eigentlich ein Warnsignal, doch zeigt der Wert aktuell keine Anzeichen von Schwäche. Spekulativ ausgerichtete Investoren können auch weiter versuchen, zu günstigen Konditionen auf den Zug aufzuspringen. Chinas Zentralregierung fördert Elektromobilität auch weiter, neue Akkus sollen die Reichweiten bei NIO steigern und zudem plant das Unternehmen, seine Kapazitäten zu erweitern. All das sind gute Bedingungen, dass sich der Hype rund um die Aktie noch ein wenig fortsetzt. Allerdings ist die Fallhöhe bereits groß.

Varta: Wiederholt sich Geschichte?

Eine große Fallhöhe monierten Anleger auch beim deutschen Batterie-Spezialisten Varta – und dann setzte der Wert zur Korrektur an. Innerhalb der letzten fünf Tage ging es für die Aktie um rund 10% nach unten. Varta stellt eigentlich Batterien her, wie wir sie aus Hörgeräten, Kopfhörern und anderen Elektrogeräten kennen. Perspektivisch will das Unternehmen aber auch rund um Akkus für Elektroautos mitmischen und hat dafür eine staatliche Förderung an Land gezogen. Doch reicht das für weitere Kursgewinne?

Zwar hat Varta wegen seiner Batterien zu Recht einen guten Ruf. Vor allem die Kapazität und Langlebigkeit überzeugt. Doch wenn es um Akkus für Elektroautos geht, haben asiatische Hersteller längst die Nase vorn. Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, wie es ausgehen kann, wenn sich deutsche Unternehmen unterstützt von Subventionen mit Asiaten messen: Nach anfänglichen Erfolgen erlebte die deutsche Solarzellen-Industrie vor rund zehn Jahren ihren Niedergang. Auch damals war die Konkurrenz der Billigheimer aus Asien nicht zu knacken. Varta ist eine spannende Aktie, aber aktuell bereits sehr ambitioniert bewertet. Kurzfristig ist ein Rebound aufgrund der Marktlage aber nicht ausgeschlossen.

Nevada Copper: Turnaround-Story mit E-Auto-Fantasie

Wenn es um Investments in Elektromobilität geht, nennen immer mehr Experten inzwischen Kupfer als lohnendes Investmentziel. Die Experten des Investmenthauses Brandywine Global sehen in Kupfer eine willkommene Kombination aus Inflationsschutz und Zukunftsinvestment. Grund ist der hohe Bedarf an Kupfer für Elektrofahrzeuge und die zugehörige Infrastruktur, wie etwa Ladesäulen. Die Profi-Anleger bauen dazu zwar ausschließlich auf Anleihen größerer Unternehmen, doch können sich spekulativ orientierte Investoren auch kleinere Gesellschaften näher ansehen. Das US-Unternehmen Nevada Copper ist der erste neue US-Kupferproduzent der vergangenen zehn Jahre. Das Pumpkin-Hollow-Projekt in Nevada ist komplett genehmigt und bereits in Produktion. Aktuell laufen die abschließenden Arbeiten, um die Untergrund-Mine bis Mitte des Jahres vollständig in Produktion bringen zu können.

In unmittelbarer Nachbarschaft verfügt Nevada Copper über eine weitere, ebenfalls bereits komplett genehmigte Liegenschaft, die im Tagebau ausgebeutet werden soll. Hiervon verspricht sich das Unternehmen großes Wachstum, sobald die Bauarbeiten rund um die Untergrundmine abgeschlossen sind und das Projekt rentabel betrieben wird. Legt man für 2021 eine Kupferproduktion von insgesamt 25.000t zugrunde, könnte bei Produktionskosten von 2 USD/ Pfund und einem Verkaufspreis von 3,50 USD ein Gewinn von rund 80 Mio. USD winken. Doch noch ist das Zukunftsmusik und nicht exakt kalkulierbar. Da Nevada Copper in der Vergangenheit zahlreiche Finanzierungsrunden benötigt hat, ist die Aktie ein wenig in Verruf geraten. Mit der KfW als Finanzierungspartner soll das Pumpkin-Hollow-Projekt allerdings in Produktion geführt werden. Dies könnte für den Wert, der noch vor einem Jahr um annähernd das Dreifache höher notierte, ein Befreiungsschlag sein.

Standortvorteil Nordamerika und Europa

Während Hersteller von E-Autos an der Börse zwar gefragt wie nie, allerdings auch ambitioniert bewertet sind, fristen kleine Kupfer-Unternehmen oft noch ein Schattendasein. Die Nachfrage nach dem Industriemetall ist aber groß. Die Bestrebungen, eine Akkuproduktion zunehmend auch außerhalb Asiens zu fördern, spielen Rohstoffprojekten in Nordamerika und Europa in die Karten.


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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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