Menü schließen




12.04.2021 | 05:00

NIO, Varta, Nevada Copper: Wo in der Wertschöpfungskette die besten Chancen lauern

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die Theorie rund um die Wertschöpfung ist einfach: Je weiter ein Rohstoff veredelt oder verarbeitet ist, desto größer ist am Ende auch die Marge, die ein Unternehmen erzielen kann. Während ein Kilo Rinderfilet des Kobe-Rinds rund 400 EUR kostet, zaubert ein versierter Küchenchef daraus zehn Gerichte und nimmt vierstellige Beträge ein. Doch auch wenn es viele Gründe gibt, am Ende der Wertschöpfungskette zu investieren, so steigt damit auch das Risiko. Wenn der Küchenchef nicht kochen kann, macht er auch mit den besten Zutaten keine nachhaltigen Umsätze. Ähnlich ist das auch in der Wertschöpfungskette rund um die Elektromobilität.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA64128F1099 , US62914V1061 , DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    NIO: Meilensteine und Hindernisse

    Das chinesische Unternehmen NIO baut E-Autos und macht in den letzten Jahren vieles richtig. Die Limousine der Chinesen knackte die Weichreiten-Schallmauer von 1.000 km. Zuletzt hat NIO das 100.000 Serienfahrzeug vom Band gelassen. Auch wenn etablierte Hersteller, wie etwa VW, über solche Produktionszahlen nur lachen können, so belegt die runde Marke doch, dass NIO angetreten ist, ein etablierter Player im Bereich der Elektromobilität zu werden. Dafür sprechen auch die Wachstumszahlen: Im ersten Quartal 2021 lieferte NIO mit 7.257 Autos 373% mehr als im Vorjahresquartal aus.

    An der Börse kommen solche Wachstumszahlen seit jeher gut an. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie rund 1.170% zu. In den letzten drei Monaten schwächelt der Wert aber etwas und büßte mehr als 30% ein. Analog zum Beispiel des Küchenchefs hat die Börse NIO im vergangenen Jahr bestmögliche Produkte und ein brummendes Geschäft unterstellt – und zweifelt jetzt, ob wirklich alles so kommt. Die Theorie besagt zwar, dass sich mit komplexen Produkten, in denen Ingenieurskunst und Entwicklungsarbeit steckt, am meisten verdienen lässt, doch ist dieser Bereich auch besonders hart umkämpft. Die Elektro-Offensive deutscher Hersteller, wie etwa VW, könnte Neulinge wie NIO schnell in Bedrängnis bringen. Auch in China ist Volkswagen als Marke sehr beliebt. Im Gegenzug ist NIO in Deutschland äußerst unbekannt. Der künftige Erfolg von NIO ist nicht in Stein gemeißelt – die Aktie nach ihrer fulminanten Rally eher teuer.

    Varta: Wo ist der Haken?

    Einen Schritt vor NIO in der Wertschöpfungskette will Varta agieren. Das Unternehmen ist seit jeher für gute Batterien und Akkus bekannt. Bei Hörgeräten und Kopfhörern schätzen Kunden die Langlebigkeit und gute Qualität. Seit einigen Monaten ist klar, dass Varta auch bei der Entwicklung von Akkus für Elektrofahrzeuge mitmischen will. Die Gelegenheit erscheint angesichts der deutschen E-Auto-Offensive günstig. Wenn Batterien unweit der großen deutschen Produktionsstätten für Autos gefertigt werden, würde das einige Risiken, die mit langen Lieferketten verbunden sind, eliminieren. Außerdem macht sich „Made in Germany" gut bei einer der wichtigsten Komponenten von Premium-Fahrzeugen. Gibt es trotzdem einen Haken?

    Die Aktie von Varta ist im letzten Jahr bereits um rund 80% gestiegen. Eine Fertigung für Akkus für Elektroautos gibt es noch nicht. Hinzu kommt, dass die Chinesen in den vergangenen Jahren viel rund um die Technologie geforscht haben und aktuell führend sind, wenn es um Akkus für Elektroautos geht. Auch dürften Akkus aus China gemessen an den Kosten sehr konkurrenzfähig sein. Schon einmal sorgte die Konkurrenz aus Fernost dafür, dass deutsche Unternehmen einer nachhaltigen Branche in die Pleite schlitterten: Bei Solarzellen konnten vor etwas mehr als zehn Jahren Unternehmen wie Q-Cells oder Solarworld einfach nicht mithalten und litten unter sinkenden Margen. Es ist noch unsicher, ob die Pläne von Varta Früchte tragen. Zwar gibt es gute Argumente für eine Batterie-Fertigung in Deutschland, es gibt aber auch Gründe, die dagegen sprechen.

    Nevada Copper: Klare Verhältnisse und 4,4 Mrd. Pfund Kupfer

    Anders ist die Situation bei Nevada Copper. Der Kupfer-Produzent ist gerade dabei, seine Untergrund-Mine im US-Bundesstaat Nevada vollständig in Produktion zu bringen. Noch im ersten Halbjahr verspricht man sich, dieses Ziel zu erreichen. Kupfer spielt bei der Elektromobilität eine zentrale Rolle: In jedem Elektroauto steckt rund drei Mal mehr Kupfer, als in klassischen Verbrennern. Die Reserven von Nevada Copper umfassen aktuell rund 4,4 Mrd. Pfund Kupfer. Der Kupferpreis ist in den vergangenen Monaten bereits deutlich angestiegen – der vollständige Produktionsbeginn könnte zum richtigen Zeitpunkt kommen.

    Während es bei komplexen Produkten, wie Batterien oder fertigen E-Autos, sehr stark darauf ankommt, Endkunden zu überzeugen, ist die Situation bei Rohstoffen eine andere. Kupfer wird in vielen Bereichen benötigt und findet auch außerhalb der Elektromobilität Abnehmer – etwa bei großen Bau- und Infrastrukturprojekten. Auch gibt es anders als bei Automarken vereinfacht gesagt weniger Qualitätsunterschiede – Kupfer ist und bleibt Kupfer. Gelingt es, dieses innerhalb einer intakten Infrastruktur kostengünstig zu fördern, stehen die Chancen auf ein gutes Geschäft gut. Anders als bei Unternehmen, die heute von der elektrifizierten Zukunft träumen, geht es bei Nevada Copper, wo unter anderem die KfW als Kapitalgeber an Bord ist, schon bald richtig los. Hinzu kommt, dass die Aktie keine Rally hinter sich hat, wie etwa NIO oder Varta. Investments am Anfang der Wertschöpfungskette haben ihren Reiz und bieten manchmal sogar bessere Chancen auf ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 27.09.2022 | 06:00

    Wo Schatten ist, ist auch Licht: Plug Power, dynaCERT, Varta

    • GreenTech
    • Elektromobilität
    • Wasserstoff

    GreenTech-Aktien hatten während der vergangenen Wochen zu Recht Sonderkonjunktur: Regenerative Energiequellen und innovative Antriebe sind inzwischen oftmals sogar günstiger, als bewährte Technologie. Wenn wundert dies eigentlich noch, es ist schließlich eine kaufmännische Entscheidung. Gepaart mit Null-Emissionen ist dies ein entscheidender Vorteil. Wir erklären, wieso manche Aktien dennoch schwächeln und zeigen auf, wo es interessante Chancen gibt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 17.08.2022 | 06:00

    E-Autos? Darauf kommt es jetzt an! Mercedes-Benz Group, Altech Advanced Materials, Varta

    • Elektromobilität
    • E-Auto
    • Nachhaltigkeit

    Höher, schneller, weiter: Das ist der Anspruch der Autoindustrie bei neuen E-Auto-Modellen. Tatsächlich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Von E-Autos aus französischer Fabrikation, die allenfalls um die 200km schafften, bis hin zu Limousinen, die heute 1.000km weit fahren, ist die Entwicklung groß. Dennoch hinkt der Vergleich zwischen Kleinwagen, Limousine oder SUV. Grund genug, sich am Beispiel von drei börsennotierten Unternehmen genauer anzusehen, was E-Autos wirklich besser macht.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 16.08.2022 | 06:00

    Gamechanger für Chip-Hersteller: Infineon, BYD, BrainChip, Volkswagen

    • Elektromobilität

    Computer-Chips bleiben gefragt. Wie der deutsche Hersteller Infineon kürzlich im Handelsblatt mitteilte, plane das Unternehmen gemeinsam mit Kunden Lieferungen mit einer Vorlaufzeit von rund zwei Jahren und mehr. Wie die Zeitung schätzt, sei diese Marktsituation für Investoren günstig und sorge für robuste Margen. Wir gehen dem Chip-Boom auf den Grund und erklären, wo Anleger Chancen finden und wo Risiken liegen.

    Zum Kommentar