08.06.2026 | 05:15
Paukenschlag bei Barrick Mining? Fusion mit Endeavour Mining? Chance bei Desert Gold?! Goldpreis auf 4.000 USD?
Während der Goldpreis schwächelt, bahnt sich in Afrika eine Megafusion an. Wie "Reuters" berichtet, prüft Barrick Mining strategische Optionen für das Afrika-Geschäft. Neben einem Börsengang in London wird eine Fusion mit Endeavour Mining durchgespielt. Barrick verfolgt bereits seit einiger Zeit eine Neuausrichtung und hatte angekündigt, das Nordamerika-Geschäft an die Börse zu bringen. Von der Aufmerksamkeit sollten auch kleinere Explorer und Produzenten in Westafrika profitieren. Ein möglicher Übernahmekandidat ist Desert Gold. Dessen CEO hat zuletzt auf einer Investorenkonferenz einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr Gold produzieren und sieht die Chance, die Ressource auf über fünf Mio. Unzen auszuweiten. Analysten raten zum Kauf. Gleichzeitig verkauft Russland Gold. Ein Grund zur Panik?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , ENDEAVOUR MINING PLC | GB00BL6K5J42
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Goldpreis schwach, Russland verkauft
Gold wird seinem Ruf als Krisenwährung derzeit nicht gerecht. Der vergangene Freitag ist dafür das jüngste Beispiel. Beim Selloff der Technologieaktien hätte man erwarten können, dass Anleger in Gold flüchten und der Preis entsprechend steigt. Doch im Gegenteil. Der Goldpreis hat allein am Freitag über 3 % verloren, ist unter die Marke von 4.400 USD gefallen und notiert nur noch knapp über 4.300 USD je Unze. Der Chart ist angeschlagen und der Preis könnte die Marke von 4.000 USD testen.
Zuletzt machten Berichte über Goldverkäufe Russlands die Runde. Nach Angaben der russischen Zentralbank sank der Goldbestand des Landes von 74,8 Mio. Unzen zu Jahresbeginn auf 74,1 Mio. Unzen Anfang April. Damit wurden innerhalb weniger Monate rund 700.000 Unzen Gold verkauft. Medienberichten zufolge summierten sich die Verkäufe seit Jahresbeginn auf einen Gegenwert von mehr als 4 Mrd. USD. Hintergrund sind die anhaltend hohen Staatsausgaben durch den Krieg in der Ukraine. Diese können nicht mehr durch den Verkauf von Öl und anderen Rohstoffen gedeckt werden. Auf den ersten Blick könnten diese Verkäufe als Warnsignal für den Goldmarkt interpretiert werden.
Kein Grund zur Panik, China kauft
Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass die Entwicklung kein Grund zur Panik ist. Die veräußerten 700.000 Unzen entsprechen weniger als 1 % der gesamten russischen Bestände. Zudem lag die weltweite Goldnachfrage im vergangenen Jahr bei über 4.500 Tonnen, während die russischen Verkäufe lediglich rund 22 Tonnen ausmachen. Vor diesem Hintergrund handelt es sich eher um eine Liquiditätsmaßnahme als um eine strategische Abkehr von Gold. Entscheidend für den Markt bleibt vielmehr die Entwicklung auf der Nachfrageseite.
Und genau dort setzt China weiterhin ein starkes Signal. Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldreserven zuletzt den 19. Monat in Folge erhöht. Allein im Mai wurden 320.000 Unzen Gold zugekauft, nachdem bereits im April weitere 260.000 Unzen erworben worden waren. Die offiziellen Goldbestände Chinas stiegen dadurch auf 74,96 Mio. Unzen. Bemerkenswert ist, dass die Käufe trotz Goldpreisen nahe den Rekordständen fortgesetzt werden. Dennoch macht Gold erst rund 8,8 % der chinesischen Währungsreserven aus, was Analysten weiteres Aufstockungspotenzial sehen lässt. Für Investoren ist dies ein wichtiger Faktor. Während Russland Gold verkauft, baut China seine Reserven konsequent aus. Die weltweiten Goldbestände werden damit nicht kleiner – sie wechseln lediglich den Besitzer. Die anhaltenden Käufe der chinesischen Zentralbank und vieler anderer Schwellenländer sprechen weiterhin für eine robuste strukturelle Nachfrage nach dem Edelmetall.
Barrick Mining: Fusion in Afrika?
Steht bei Barrick Mining ein Paukenschlag bevor? So berichtet "Reuters", dass der Goldgigant strategische Optionen für sein Afrika-Geschäft prüft. Demnach wird unter anderem über eine separate Börsennotierung der afrikanischen Aktivitäten in London nachgedacht. Eine mögliche Variante wäre ein Aktientausch mit Endeavour Mining, einem der größten Goldproduzenten Westafrikas. Ein Zusammenschluss könnte eine Gesellschaft mit einer Börsenbewertung von rund 30 Mrd. USD schaffen. Die Gespräche befinden sich allerdings noch in einem frühen Stadium, und bislang wurde keine Entscheidung getroffen. Barrick verfolgt bereits seit einiger Zeit eine Neuausrichtung und hatte angekündigt, das Nordamerika-Geschäft separat an der New Yorker Börse zu positionieren.
Für die Goldindustrie wäre eine Transaktion ein weiteres Zeichen der fortschreitenden Konsolidierung im Sektor. Barrick möchte sich verstärkt auf Kernregionen konzentrieren und sein Engagement in Ländern mit erhöhten politischen Risiken reduzieren. Endeavour Mining könnte dabei aufgrund seiner starken Präsenz in Afrika ein natürlicher Partner sein. Branchenbeobachter sehen in den Überlegungen einen Hinweis darauf, dass große Produzenten weiterhin auf der Suche nach hochwertigen Goldprojekten und zusätzlichen Ressourcen sind. Gerade für kleinere Explorer und Produzenten in Westafrika könnte dies positiv sein, da attraktive Lagerstätten und strategisch gelegene Projekte zunehmend in den Fokus potenzieller Käufer rücken. Ein möglicher Übernahmekandidat ist Desert Gold.
Desert Gold wird zum Produzenten und Übernahmekandidaten
Mit seinem Auftritt auf dem International Investment Forum (IIF) hat Desert Gold Ventures eindrucksvoll gezeigt, warum das Unternehmen zu den spannendsten Goldwerten im westafrikanischen Rohstoffsektor zählt. CEO Jared Scharf präsentierte das 440 Quadratkilometer große Vorzeigeprojekt SMSZ entlang der Senegal-Mali-Scherzone, einer der produktivsten Goldregionen der Welt. Besonders bemerkenswert ist die Nachbarschaft zu großen Produzenten wie Allied Gold, Endeavour Mining, Barrick Mining und B2Gold. Desert Gold verfügt bereits über eine Ressource von rund 1,2 Mio. Unzen Gold, die nach Angaben des Managements in sämtliche Richtungen offen ist. Gleichzeitig betonte Scharf die massive Unterbewertung des Unternehmens. Ein vergleichbares Landpaket in dieser Lage sei heute praktisch nicht mehr reproduzierbar.
Daher bestehe erhebliches Übernahmepotenzial. Desert Gold befindet sich in unmittelbarer Nähe mehrerer bestehender Verarbeitungsanlagen der Goldkonzerne. Die Lagerstätten liegen zudem in wirtschaftlicher Transportdistanz zu den großen Minenkomplexen Sadiola von Allied Gold und Sabodala-Massawa von Endeavour Mining. Angesichts der anhaltenden Konsolidierung in Westafrika könnte Desert Gold damit zu einem attraktiven Übernahmekandidaten für etablierte Produzenten werden, die zusätzliche Ressourcen in einem bewährten Bergbaurevier suchen.
Parallel dazu treibt das Unternehmen den Übergang zum Produzenten voran. Mit Barani-East bringt man einen kleineren Abschnitt des riesigen SMSZ-Projekts in Produktion. Bereits im Juli 2026 soll das erste Gold gefördert werden. Dies wäre ein echter Meilenstein für das Unternehmen, würde Cashflows ermöglichen und für Aufsehen in der Branche sorgen. Gemäß der Studie von GBC Research sollen die Betriebskosten je Unze bei überschaubaren 1.100 USD liegen. Die Analysten schätzen, dass Desert Gold in 2027 schon bei einem sehr konservativen Verkaufspreis von 2.850 USD je Unze bereits 33,06 Mio. USD umsetzen und ein EBITDA von 20,19 Mio. USD erzielen könnte. Allein mit diesem kleinen Teil des SMSZ-Projekts könnte Desert Gold einen freien Cashflow von mehr als 155,9 Mio. USD generieren. Dabei ist das gesamte Unternehmen derzeit keine 50 Mio. CAD wert.
Um die Ressource weiter zu erhöhen, läuft bei SMSZ ein neues Bohrprogramm. Und dann ist da noch das 300 Quadratkilometer große Tegba-Projekt in der Elfenbeinküste. Scharf zeigte sich überzeugt, dass das Gesamtpotenzial der Projekte deutlich über den bisherigen Ressourcen liegt. Langfristig hält das Management ein Ressourcenvolumen von über 5 Mio. Unzen Gold für möglich. Entsprechend positiv fällt das Fazit aus.
https://youtu.be/MK7Gjlfn0jg?si=TP5wJJQq2lK5tWGz
Fazit
Die aktuelle Schwäche des Goldpreises sollte nicht überbewertet werden. Nach der historischen Rally bis Anfang 2026 ist eine längere Verschnaufpause durchaus gesund. Auf dem aktuellen Preisniveau können auch kleinere Goldproduzenten glänzend verdienen. Ein Beispiel dafür ist Desert Gold. Auch ohne Übernahmefantasie erscheint die Aktie zu günstig. Barrick Mining scheint derzeit wirklich alle Optionen durchzuspielen. Eine klare Strategie des Managements wäre wünschenswert.
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