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24.06.2021 | 05:00

Plug Power, NEL, Pure Extraction: Wasserstoff im Wartestand – so geht’s weiter

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff ist sauber und dazu geeignet, große Mengen an Energie zu speichern. Vor allem rund um Lastwagen, Schiffe oder sogar Flugzeuge ist die Technologie im Gespräch. Wird der Wasserstoff mit Hilfe regenerativer Energien hergestellt, ist die Energiequelle sogar weitgehend klimaneutral. Trotzdem hängt der Himmel aktuell nicht für alle Unternehmen rund um Wasserstoff voller Geigen – warum? Die Konkurrenz wächst und nicht jedes Einsatzgebiet erweist sich als zukunftsträchtig.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: PURE EXTRACTION CORP. | CA74622J1012 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Plug Power: Achtung, Strohfeuer!

Das US-Unternehmen Plug Power veröffentlichte zuletzt Zahlen. Der Umsatz lag mit 72 Mio. USD zwar über den Erwartungen, dafür machte das Unternehmen aber auch mehr Verluste. Mit 12 Cent je Aktie ist das Unternehmen in den roten Zahlen. Der Spezialist für Brennstoffzellen fokussiert sich neben Flurfahrzeugen auch auf die dezentrale Energieversorgung und gilt als eines der angesagten Wasserstoff-Unternehmen weltweit. Doch die jüngsten Verluste zeigen, dass die Marktlage für Unternehmen rund um Wasserstoff aktuell nicht gerade rosig ist. Vor allem die bereits sehr ambitionierte Bewertung macht Sorgen: Die Aktie von Plug Power ist an der Börse aktuell rund 17 Mrd. EUR wert. Auch angesichts der wachsenden Konkurrenz ist das zu viel.

Die Aktie sprang im Zuge der Zahlen zwar nach oben, ein Ruhmesblatt sind die Ergebnisse aber keineswegs. Es darf bezweifelt werden, ob der Wert die verschiedenen charttechnischen Widerstände überwinden kann, um wieder in ein besseres Fahrwasser zu kommen. Jenseits der Marke von 30,54 EUR können Anleger auf Schlusskursbasis wieder mehr Hoffnung schöpfen. Bis dahin droht Verkaufsdruck.

NEL: Comeback-Aktie ohne Comeback

Verkaufsdruck hat auch die Aktie von NEL erfahren. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist gilt seit Wochen als Comeback-Aktie. Doch Schwung kommt in den Kurs trotzdem nicht. Nachdem der Wert Kurse jenseits der Marke von 3 EUR erzielt hatte, setzte Anfang 2021 der Ausverkauf ein. In mehreren Wellen ging es für den Wert nach unten. Oberhalb von 1,60 EUR scheint die Aktie zwar einen Boden gefunden zu haben, doch bleibt ein echter Rebound bisher aus – das kann als Warnsignal gewertet werden. Die Aktie ist aktuell 2,6 Mrd. EUR wert – angesichts eher überschaubarer Zahlen und viel Zukunftsfantasie ein fairer Wert. Die Luft bei NEL ist vorerst raus.

Auch wenn Aktien wie Plug Power oder auch NEL aktuell wenig interessant erscheinen, so könnten neue Bedingungen am Markt, wie etwa staatliche Förderungen oder ein technologischer Durchbruch, die Werte auch wieder anschieben. Wasserstoff-Aktien sind von einer gehörigen Portion Zukunftsfantasie getrieben. Kommt diese zurück, können auch die Kurse wieder Gas geben.

Aus Pure Extraction wird First Hydrogen

Ein Wasserstoff-Wert, der noch ganz am Anfang steht, ist Pure Extraction. Das Unternehmen plant bereits die Umfirmierung und wird in wenigen Wochen First Hydrogen heißen. Obwohl die Aktie noch einen anderen Namen trägt, wird hinter den Kulissen bereits an der Zukunft des Unternehmens gearbeitet. First Hydrogen will Lieferwagen auf Wasserstoff-Basis auf die Straße bringen und hat dazu mit Ballard Power und AVL bereits zwei Partner gewonnen. Bei First Hydrogen ist man davon überzeugt, dass der globale Markt für Brennstoffzellen in den nächsten Jahren jedes Jahr um mehr als 20% wächst. Vor allem Lieferdienste, für die bislang kleine Nutzfahrzeuge eingesetzt werden, könnten dank der Wasserstoff-Technologie klimaneutral und kostengünstig auf die Straße kommen.

Gegenüber Elektrofahrzeugen mit Lithium-Ionen-Batterien verspricht sich das Unternehmen eine höhere Effizienz und Reichweiten zwischen 400 und 600 km. Mit einem Kapitaleinsatz von 2 Mio. EUR soll ein Prototyp entstehen, der Investoren und Kunden die Vorzüge des Ansatzes näher bringt. Im Herbst dieses Jahres sollen dann die ersten Weichen für eine kommerzielle Produktion gestellt werden. First Hydrogen wird dabei auf etablierte Zulieferer setzen. Die Aktie ist aktuell mit rund 87 Mio. EUR bewertet. Zwar ist das Unternehmen noch am Anfang, doch liegt auf der Hand, wohin die Reise für First Hydrogen gehen könnte. Zahlreiche Lieferdienste und Paketzusteller arbeiten aktuell an ihrem ESG-Profil. Setzen sich die Vorteile gegenüber E-Autos durch, könnte First Hydrogen bei potenziellen Kunden einen Nerv treffen.


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