Menü schließen




2021-10-01 04:57

ProSiebenSat.1, Wallstreet:Online, FlatexDegiro: Investieren in die Macht der Medien

  • Medien
Bildquelle: pixabay.com

Als vor einigen Tagen Sebastien Thill vom moldawischen Champions-League-Teilnehmer Sheriff Tiraspol gegen Ende der Spielzeit den 2:1 Siegtreffer gegen Real Madrid im altehrwürdigen Bernabeu-Stadion schoss, kannte die Euphorie kein Halten mehr. Als Thill in den Stunden nach Abpfiff auf sein Smartphone blickte, dürfte sich der Luxemburger erneut gewundert haben: Hunderte Nachrichten sind über Social Media bei ihm eingegangen. Das Beispiel des bis vor einigen Tagen weitgehend unbekannten Fußballers zeigt anschaulich die Macht der Medien. Schon wenige Sekunden im Rampenlicht reichen aus, um Millionen Menschen auf ein Thema aufmerksam zu machen. Dass sich mit diesem Phänomen auch Geld verdienen lässt, zeigen die drei Unternehmen, die wir heute vorstellen.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , PROSIEBENSAT.1 NA O.N. | DE000PSM7770 , FLATEX AG NA O.N. | DE000FTG1111

Inhaltsverzeichnis:


    ProSiebenSat.1: Diese Fallstricke drohen beim Online-Dating

    ProSiebenSat.1 gilt in erster Linie als Betreiber von Fernsehsendern. Wer mehrere Sender kontrolliert, kann Inhalte erneut verwenden oder aber bei Werbepartnerschaften bessere Konditionen herausschlagen. Wer zusätzlich zum Fernseh-Geschäft weitere Standbeine hat, profitiert sogar noch mehr. Mit Parship verfügt ProSiebenSat.1 über eine starke Marke rund um Online-Dating. In Zeiten, in denen das Flirten an der Bar von den Rahmenbedingungen der aktuell gültigen Corona-Verordnung abhängt, läuft es für Plattformen wie Parship natürlich besonders gut. Schon zuvor war das digitale Anbandeln gefragt. Eigentlich ist das ziemlich logisch, denn sowohl das offensive Anbaggern als auch das Verdauen von Abfuhren geht vom heimischen Sofa aus leichter, als in der Öffentlichkeit. Doch die Dating-Fantasie hat auch Grenzen: Konkurrenten, wie etwa Facebook, machen es Parship zunehmend schwer.

    Dennoch sehen die Eckdaten für ProSiebenSat.1 positiv aus. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um 21,5% auf 2 Mrd. EUR und auch das klassische Geschäft mit TV-Sendern übertraf die Erwartungen. Bei der Aktie ist die Luft allerdings raus. Seit Februar läuft der Wert seitwärts und schwächelte zuletzt . Bei Gegenwind vom Gesamtmarkt könnte es sein, dass die Aktie wieder unter die Marke von 15 EUR rutscht. Der Trend zeigt bei ProSiebenSat.1 eher nach unten.

    Wallstreet:Online: Hier passt vieles zusammen

    Noch im Aufwärtstrend steckt dagegen Wallstreet:Online. Die Aktie gewann allein im vergangenen Jahr 122%. Zuletzt konsolidierte der Wert ein wenig, sieht aber technisch noch immer attraktiv aus. Wallstreet:Online betreibt Webseiten mit Finanzinformationen und Foren zum Austausch für Anleger. Mit diesem klassischen Geschäftsmodell ist das Unternehmen seit vielen Jahren erfolgreich. Seit beinahe zwei Jahren ist Wallstreet:Online allerdings auch mit seinem Smartbroker am Markt und erreicht dort beeindruckende Wachstumszahlen. Allein 2021 sollen rund 120.000 neue Wertpapierdepots hinzukommen. In einer Zeit, in der Kostenlos-Broker beliebt sind, kombiniert der Smartbroker ein ansprechendes Gebührenmodell mit einem professionellen Service. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen auch eine eigene App bieten – dann hätten Kunden kaum noch Argumente für den Gang zur Konkurrenz.

    In Zukunft will Wallstreet:Online auch seine Inhalte noch stärker mit dem Broker verzahnen. Gemeint ist damit etwa der Handel direkt aus Unternehmensmeldungen oder Analystenkommentaren auf den Webseiten der Wallstreet:Online-Kosmos. Da das Unternehmen schon ohne diese Verknüpfungen große Erfolge bei der Akquise von Kunden gefeiert hat, könnten in Zukunft noch mehr Nutzer der Webseiten zum Smartbroker finden. Der Kurs der Aktie ist zuletzt etwas zurückgekommen, doch stimmt bei Wallstreet:Online die Kombination aus Mediengeschäft und Brokerage. Das verspricht auch in Zukunft Wachstum.

    FlatexDegiro: Halten die 18,70 EUR?

    Einer der größten Konkurrenten von Wallstreet:Online ist FlatexDegiro. Allein in den vergangenen drei Monaten gab die Aktie um rund 37% nach. Trotz des Ausverkaufs gab es rund um das Unternehmen positive Analystenkommentare und auch einige Insiderkäufe von Entscheidern auf Unternehmensebene. Ob diese Nachrichten den Kurs neu beleben können, ist unklar. In Anlegerforen machen Kunden ihrem Ärger über Verwahrentgelte bei FlatexDegiro und Depotgebühren Luft. Inwiefern diese Gebührenpolitik angesichts der Konkurrenz von Kostenlos-Brokern zeitgemäß ist, muss sich in den nächsten Zahlen von FlatexDegiro zeigen. Um 18,70 EUR könnte die Aktie allerdings Unterstützung finden. Rutscht der Wert jedoch deutlich darunter, droht ein neuerlicher Ausverkauf.


    Während FlatexDegiro einer der Pioniere des kostengünstigen Brokerage in Deutschland ist, hat Wallstreet:Online vor annähernd zwei Jahren Neuland betreten. Angesichts des Zuspruchs der Kunden und der erfolgreichen Verzahnung von Brokerage und Mediengeschäft kann Wallstreet:Online auch angesichts der relativen Stärke zuletzt als vielversprechender gelten. Fundamental sieht es auch gut für ProSiebenSat.1 aus, hier stimmt das Chartbild allerdings überhaupt nicht.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 11.05.2021 | 05:00

    Aspermont, ProSiebenSat.1 Media, Alibaba: Investieren in die Macht der Medien

    • Medien

    Medienunternehmen galten lange als defizitär. Der Grund: Damals waren Medien-Konzerne weitgehend analog. Doch die Digitalisierung sorgt für enorme Chancen. Inhalte können auf verschiedenen Plattformen ausgespielt und Prozesse optimiert werden. Das sorgt dafür, dass Kosten sinken und sogar neue Geschäfte angebahnt werden können. Wie das geht, skizzieren wir am Beispiel dreier Unternehmen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 18.03.2021 | 05:00

    Walt Disney, Wallstreet:Online, ProSiebenSat.1 Media: Wachstum dank Synergien

    • Medien

    Was tun im Teil-Lockdown? Um auf dem Laufenden zu bleiben oder etwas Unterhaltung in tristen Zeiten zu haben, fragen die Menschen verstärkt Inhalte nach. Egal ob Video-Streaming, TV oder Berichterstattung rund um die Finanzmärkte – die Medienbranche hat aktuell Aufwind. Doch damit es nicht bei kurzzeitigen Corona-Effekten bleibt, kommt es entscheidend auf zukunftsträchtige Geschäftsmodelle an. Wir stellen drei Aktien vor und machen den Zukunfts-Check.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 03.03.2021 | 05:10

    ProSiebenSat.1 Media, Aspermont, Alibaba: Digitale Medien als Vervielfacher-Chance

    • Medien

    Wenn Anleger an die Medienbranche denken, dann haben sie oft noch Geschichten von sinkenden Auflagen und schwindenden Zuschauerzahlen im Hinterkopf. Dass es aber längst Medienkonzerne gibt, die aus der Not eine Tugend gemacht haben und digital unterwegs sind, wird dabei oft vergessen. Gerade dann, wenn die Qualität klassischer Medienhäuser auf die Möglichkeiten moderner Digitalkonzerne trifft, entstehen für Anleger große Chancen. Wir stellen drei Aktien vor.

    Zum Kommentar