22.05.2026 | 05:30
RAUS aus der Renk-Aktie? Standard Lithium oder Globex Mining nach der Korrektur kaufen?
Aufregung bei Renk! Der Großaktionär KNDS hat überraschend Kasse gemacht. Der Verkauf von rund 5 % an Renk hat rund 269 Mio. EUR eingebracht. Analysten halten die Begründung für wenig plausibel. Will KNDS künftig vielleicht weniger Landsysteme entwickeln? Ein Grund zur Panik besteht aus Sicht der Experten allerdings nicht. Gründe, um die Aktie von Globex Mining zu kaufen, gibt es einige. Nach der Korrektur erscheint die Aktie des Rohstoffinkubators günstig zu sein. Wer risikoreduziert in die lukrative Rohstoffexploration investieren will, sollte genau hinsehen. Dass einzelne Explorer riskant sind, zeigt die Entwicklung bei Standard Lithium. Während die Globex-Aktie im laufenden Jahr 20 % gestiegen ist, steht Standard Lithium bei minus 20 %. Bringt der aktuelle Newsflow die Wende?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
RENK AG O.N. | DE000RENK730 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Standard Lithium: Bringen diese Meldungen den Turnaround?
Schwach hat sich im laufenden Jahr die Aktie von Standard Lithium entwickelt. Beim wahrscheinlich spannendsten Lithium-Explorer der USA ist einfach die Luft raus. Die Aktie hat im laufenden Jahr über 20 % verloren. Allein in den vergangenen fünf Handelstagen ging es um über 10 % in den Keller. Anleger warten seit Monaten vergebens auf die Nachricht, dass das Flaggschiffprojekt finanziert ist. Zuletzt wurden zwar Fortschritte für sein South-West-Arkansas-Projekt gemeldet, aber dies reicht der Börse einfach nicht. Gemeinsam mit dem norwegischen Energiekonzern Equinor treibt Standard Lithium über das Joint Venture Smackover Lithium die Entwicklung einer Anlage zur Produktion von batteriefähigem Lithiumcarbonat in den USA voran. Ziel ist es, 2029 mit der kommerziellen Produktion zu beginnen. In der ersten Ausbaustufe soll jährlich rund 22.500 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität produziert werden.
Am 14. Mai gab das Unternehmen bekannt, dass das Projekt die Umweltprüfung des US-Energieministeriums nach dem National Environmental Policy Act erfolgreich abgeschlossen hat. Die Behörde stellte dabei keine erheblichen Umweltauswirkungen fest und erteilte eine sogenannte „Finding of No Significant Impact“ (FONSI). Damit entfällt laut Standard Lithium die Notwendigkeit weiterer bundesstaatlicher Genehmigungen vor einer endgültigen Investitionsentscheidung. Die Umweltprüfung stand auch im Zusammenhang mit einem bereits 2025 zugesagten Förderpaket des US-Energieministeriums über 225 Mio. USD zur Unterstützung der ersten Projektphase.
Nur eine Woche später folgte der nächste operative Schritt. Smackover Lithium unterzeichnete mit Wood Group USA einen EPCM-Vertrag für die Entwicklung des vorgelagerten Bohr- und Soleförderfelds des Projekts. Geplant sind vier Bohrstandorte mit insgesamt zwölf Förder- und zehn Injektionsbohrungen sowie ein Pipeline- und Gassammelsystem. Wood soll dabei insbesondere Engineering-, Beschaffungs- und Baumanagementleistungen übernehmen. Die Arbeiten starten zunächst über eine begrenzte Freigabe, um Genehmigungen, Detailplanung und Beschaffung vorzubereiten.
Parallel arbeitet das Joint Venture weiter an Abnahmeverträgen, der Projektfinanzierung sowie weiteren Bau- und Engineeringverträgen. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird weiterhin für 2026 angestrebt. Zudem erwartet das Unternehmen im zweiten Quartal den Abschluss eines separaten EPCC-Vertrags für die zentrale Verarbeitungsanlage, in der die direkte Lithiumextraktion sowie die Umwandlung in Lithiumcarbonat erfolgen sollen.
Die Entwicklung der Aktie von Standard Lithium ist ein Grund dafür, dass es sich im Explorationsbereich lohnen kann, auf ein diversifiziertes Portfolio zu setzen. Dieses bietet beispielsweise Globex Mining.
Globex Mining: Hohe Zahl an möglichen Kurstreibern
Über 20 % konnte die Aktie von Globex Mining im laufenden Jahr zulegen. Dabei hat das Wertpapier in den vergangenen Wochen korrigiert. Allein wenn die Aktie das Jahreshoch aus dem März wieder erreichen würde, könnten sich Aktionäre über 40 % Kursgewinn freuen. Und Kurse von 1,80 EUR erscheinen durchaus realistisch. Der kanadische Rohstoffinkubator verfolgt ein vergleichsweise defensives Geschäftsmodell innerhalb des Explorationssektors. Statt sich auf ein einzelnes Großprojekt zu konzentrieren, agiert das Unternehmen als Projektgenerator und Royalty-Gesellschaft mit regionalem Fokus auf Nordamerika. Globex akquiriert aussichtsreiche Rohstoffprojekte in etablierten Bergbauregionen und vergibt sie anschließend über Optionsvereinbarungen an Explorationsunternehmen.
Globex hält inzwischen über 100 Royalties sowie zahlreiche Optionsvereinbarungen mit Partnergesellschaften. Der große Vorteil des Geschäftsmodells ist, dass man von Explorationserfolgen profitiert, ohne die Kosten tragen zu müssen. Das Portfolio ist breit diversifiziert über Gold, Silber, Kupfer, Nickel, Seltene Erden, Antimon, Mangan und Industriemineralien. Zudem befinden sich die Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien – von früher Exploration bis hin zu Projekten mit Wirtschaftlichkeitsstudien.
Für die kommenden Quartale verfügt Globex Mining über eine hohe Zahl an möglichen Kurstreibern. Das Unternehmen verweist auf rund 300.000 Meter an geplanten Bohrungen auf Royalty-, Options- und Eigenprojekten. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Machbarkeitsstudie für Mont Sorcier, eine mögliche Erstressource auf dem Bald-Mountain-Antimonprojekt sowie zahlreiche Bohrprogramme durch Partner wie Emperor Metals, Cartier, TomaGold oder Albright Metals. Parallel treibt Globex auch die Exploration auf eigenen Goldprojekten voran, darunter Central Cadillac/Wood, Shortt Lake und Eldrich.
Für den Kauf der Aktie gibt es gute Gründe. Anleger setzen nicht auf einen einzelnen Explorationserfolg, sondern auf ein breit diversifiziertes Netzwerk potenzieller Werttreiber. Hinzu kommen eine starke Bilanz ohne Schulden, eine geringe Aktienverwässerung sowie ein erfahrenes Managementteam mit jahrzehntelanger Expertise im Rohstoffsektor. Besonders attraktiv erscheint zudem die strategische Positionierung in den großen Goldgürteln Kanadas und in kritischen Rohstoffen wie Antimon oder Seltenen Erden, die zunehmend geopolitisch an Bedeutung gewinnen.
Renk: Jetzt verkaufen?
Jetzt raus aus der Renk-Aktie? Nachdem die Aktie seit Oktober 2025 fast 50 % an Wert verloren hat und operativ eigentlich gut dasteht, erscheint ein Verkauf eigentlich nicht plausibel. Aber wenn ein Großaktionär verkauft, sollte man die natürlich hinterfragen.
Die Meldung am Dienstag hat in den Finanzmedien für Aufsehen gesorgt. KNDS hat überraschend einen Teil seiner Renk-Beteiligung versilbert. Im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens hat der europäische Rüstungskonzern 5,8 Mio. Aktien von Renk zu je 44,95 EUR abgestoßen und damit 269 Mio. EUR eingenommen. Nach der Transaktion sinkt der Anteil an Renk von zuvor rund 15,8 % auf etwa 10 %.
Offiziell begründet KNDS den Schritt mit der Stärkung der Bilanz im Vorfeld des geplanten Börsengangs. Die Analysten von mwb research halten diese Erklärung jedoch für wenig überzeugend. Angesichts eines Auftragsbestands von 23,5 Mrd. EUR, eines Neuauftragseingangs von 11,2 Mrd. EUR sowie hoher Vorauszahlungen erscheine der Mittelzufluss aus dem Aktienverkauf nicht notwendig. Zudem werfen die Analysten mehrere Fragen auf: Warum wurde die deutsche Bundesregierung offenbar nicht als möglicher Käufer eingebunden, obwohl sie Interesse an strategisch wichtigen Rüstungswerten signalisiert hatte? Ebenso überraschend sei, dass ein langfristig überzeugter Ankeraktionär mehr als ein Drittel seiner Beteiligung veräußert. Außerdem hatte KNDS erst im Juli 2025 seinen Anteil an Renk von 6,7 % auf 15,84 % erhöht. Die Analysten sehen einen möglichen Hinweise darauf, dass KNDS künftig andere strategische Schwerpunkte setzen könnte und Landsysteme womöglich nicht mehr als wichtigster Wachstumstreiber betrachtet werden.
Trotz der Überraschung bleibt der Investment Case bei Renk nach Einschätzung von mwb research jedenfalls intakt. Für die kommenden Jahre rechnen die Analysten bei Renk mit weiter kräftigem Wachstum. Nach einem erwarteten Umsatz von 1,54 Mrd. EUR im laufenden Jahr sollen die Erlöse bis 2028 auf 2,14 Mrd. EUR steigen. Beim EBITDA prognostizieren die Experten einen Anstieg von 350 Mio. EUR im Jahr 2026 auf 481 Mio. EUR im Jahr 2028. mwb empfiehlt die Renk-Aktie weiterhin zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 53 EUR. Das Wertpapier hat nicht negativ auf die Meldung reagiert und notiert derzeit bei rund 48 EUR.
Fazit
Der Kauf der Globex-Aktie drängt sich auf, wenn man risikoreduziert in die lukrative Rohstoffexploration investieren will. Auch der Zeitpunkt passt nach der Korrektur. Das Umfeld für Rüstungsaktien hat sich in den vergangenen Tagen verbessert. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist jedoch noch nicht zu beobachten. Der Kauf der Standard-Lithium-Aktie drängt sich derzeit nicht auf.
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