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15.02.2021 | 05:15

SAP, Revez, IBM: Wo Digitalisierung Werte schafft

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Wer heute in Digitalisierung investieren will, der findet an der Börse selten die großen Wachstumschancen. Viele innovative Unternehmen öffnen sich lediglich Risikokapitalgebern und entwickeln ihre bahnbrechenden Produkte abseits der großen Handelsplätze. Sind die Unternehmen erfolgreich, stehen große Multis bereit und machen ein Übernahmeangebot. Nicht selten geht die revolutionäre Technologie dann in Milliardenkonzernen auf – und auch ein wenig unter. Wo sich Investments in IT heute noch lohnen und wo Anleger vorsichtig sein sollten, erklären wir an den Beispielen von SAP, Revez und IBM.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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SAP: Hoffnungsträger Cloud

Wenn Deutsche in Software investieren wollen, ist die Aktie von SAP nicht mehr weit. Das Unternehmen ist mit mehr als 120 Mrd. EUR bewertet und dementsprechend ein Dickschiff. Wer hier Wachstum erwartet, sollte in Bereichen denken, die für die Branche üblich sind. Das sind Wachstumsraten zwischen 8 und 12 %. Zuletzt schaffte SAP mit seinen Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres sogar nur ein Umsatzwachstum von 1,5%. Trotzdem stand unterm Strich ein Gewinn von 3,3 Mrd. EUR. SAP macht knapp 60% seiner Umsätze mit seiner Software, die in vielen Unternehmen Standard ist. Hinzu kommt ein Cloud-Geschäft (ca. 25%) und Beratung rund um Digitalisierung und SAP-Produkte (ca. 16 %) Das größte Wachstum für SAP soll in den nächsten Jahren rund um die Cloud entstehen. Schon im Zuge der Pandemie hat das Unternehmen Remotelösungen forciert.

Für das Gesamtjahr rechnet SAP mit weniger Umsatz, aber einem steigenden Cashflow. Diese Mittel sollten sinnvoll investiert werden. Dass der Markt dem Unternehmen wirkliche Innovationen nicht zutraut, zeigt allerdings der Kurs auf Sicht von zwölf Monaten. Hier steht aktuell ein Verlust von rund 12% zu Buche. Aktuell strampelt sich die Aktie zwar frei, der große Befreiungsschlag ist aber vorübergehend nicht zu erwarten. SAP ist solide und bietet sogar eine Dividende –mehr aber auch nicht.

Revez: Digitalisierung für renommierte Kunden in Asien

Das krasse Gegenteil von SAP ist Revez aus Singapur. Mit einer Marktkapitalisierung von nur rund 20 Mio. EUR ist die Aktie des Technologiedienstleisters und Innovationstreibers ein lupenreiner Smallcap. Revez bietet Kunden Lösungen rund um virtuelle Welten und Multimedia, wie etwa virtuelle Tagungsräume, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Cyber-Sicherheit, digitale Medienangebote und Lösungen rund um Automatisierung in der Industrie. Ausgehend von Singapur bedient Revez Kunden in ganz Asien, vor allem in Abu Dhabi, China, Malaysia, Indien, Hongkong, Indonesien, Südkorea, Thailand und Vietnam. Gerade in Südostasien besteht laut Revez großes Potenzial für die Themen Digitalisierung und Automatisierung.

Das 2010 gegründete Unternehmen ist schuldenfrei und hat aktuell rund 6 Mio. SGD in der Kasse. Die Bruttomarge gibt Revez mit einer Spanne zwischen 45 und 65% an und auch die Umsätze sollen in den kommenden Monaten zwischen 10 und 15% zulegen. Revez pflegt aktuell mehr als einhundert Kundenbeziehungen, darunter Namen wie Fitness First, Pepsi, Subway oder Johnny Walker. Auch staatliche Institutionen aus Singapur vertrauen auf Revez, unter anderem auch der Verwaltungsapparat des Premierministers. Die Aktie wird erst seit einigen Wochen in Deutschland gehandelt und zeigte sich in dieser Zeit äußerst dynamisch. Anleger, die in ein wachstumsstarkes Digitalunternehmen in einer der wenigen aufstrebenden Regionen der Welt investieren möchten, orientieren sich am Kurs der Heimatbörse in Singapur und limitieren Wertpapieraufträge konsequent.

IBM lebt von der Vergangenheit

Ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten der digitale Lösungsanbieter schlechthin ist, ist IBM. Wichtige Geschäftsbereiche sind aktuell der Bereich Cloud und Software (30%), Unternehmensberatung (ca. 20%) und Technologiedienstleistungen (ca. 35%). Vor allem das Geschäft mit Software und Cloud-Lösungen entwickelt sich gut – auch wenn das Wachstum lediglich rund 5% umfasst. Andere Bereiche darben allerdings und kämpfen mit hohen Kosten. Um der Kosten Herr zu werden, plant IBM Stellenstreichungen. Auch sollen Teile des Geschäfts ausgegliedert und IBM so fit für die Zukunft gemacht werden.

IBM trägt einen großen Namen und ist sicher in vielen Bereichen noch immer innovativ. Aktuell treibt das Unternehmen ein Projekt zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems voran - die Ergebnisse können deutsche Anleger nach Abschluss der Maßnahmen selbst überprüfen. Für Anleger ist die Aktie trotz einer Dividendenrendite von rund 5% wenig interessant. Statt auf Dickschiffe wie IBM oder SAP zu setzen, könnten kleinere Werte, die einem Portfolio sorgsam beigemischt werden sollten, größere Wachstumschancen bringen.


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