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06.07.2026 | 04:30

TKMS vor Milliardendeal! KI-Fantasie bei OHB und Schwarz Digits! Kaufchance bei Drohnen-Spezialist Volatus Aerospace!

  • Rüstung
  • Technologie
  • Raumfahrt
Bildquelle: KI

TKMS gilt als großer Gewinner des Debakels von Rheinmetall rund um das Fregattenprogramm F126. Nachdem die Bundesregierung den Stecker gezogen hat, könnte es beim neuen Fregatten-Deal jetzt ganz schnell gehen. Wie „hartpunkt.de“ berichtet, soll der Bundestag noch vor der Sommerpause über die Bestellung von vier neuen Fregatten bei TKMS entscheiden. Wie der gesamte Rüstungssektor gehören auch Drohnenaktien im laufenden Jahr nicht zu den Anlegerlieblingen. Mit Blick auf die Zukunftsperspektiven im militärischen und zivilen Bereich kann es aber eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wann die Rally wieder startet. Ein heißer Kaufkandidat ist Volatus Aerospace. Die Kanadier profitieren von NATO-Aufträgen, haben gerade einen neuen Standort eröffnet und verfügen über eine volle Pipeline. Abgestürzt ist zuletzt die Aktie von OHB. Das deutsche Raumfahrtunternehmen hatte zuvor vom SpaceX-Hype profitiert. Dann sorgte eine Kapitalerhöhung für einen Abverkauf. Kann die KI-Partnerschaft mit Schwarz Digits für neue Kursfantasie sorgen?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , OHB SE O.N. | DE0005936124

Inhaltsverzeichnis:


    Volatus Aerospace: Heißer Kandidat für steigende Kurse

    Rüstungsaktien gehören im laufenden Jahr nicht zu den Anlegerlieblingen. Auch bei Drohnenwerten halten sich Investoren bisher zurück. Dabei ist der technologische Trend klar. Unbemannte Systeme entwickeln sich zu einem zentralen Bestandteil moderner Streitkräfte. Sie übernehmen Aufklärung, Grenzschutz sowie offensive und defensive Aufgaben. Und Drohnen erobern auch im zivilen Leben immer mehr Bereiche. Daher bietet sich Anlegern bei Drohnenaktien derzeit eine spannende Einstiegschance. Ein heißer Kandidat für steigende Kurse, sobald sich das Sentiment wieder dreht, ist die Aktie von Volatus Aerospace.

    Das kanadische Unternehmen positioniert sich zunehmend als westlicher Anbieter für Drohnensysteme mit zivilem und militärischem Einsatzspektrum. Das Technologieunternehmen verbindet unbemannte Flugsysteme mit Aufklärungs-, Daten- und Trainingsdienstleistungen sowie einer eigenen KI-gestützten Missionssoftware. Mit einer Vertriebspipeline von mehr als 500 Mio. CAD verfügt Volatus über eine breite Basis für Wachstum. Die Projekte decken Verteidigung, öffentliche Sicherheit, kritische Infrastruktur und Industrieanwendungen ab. Entscheidend wird nun sein, diese Pipeline in konkrete Aufträge und steigende Umsätze zu überführen.

    Für kräftiges Umsatzwachstum hat Volatus mit der Eröffnung einer neuen Produktions- und Integrationsanlage am Flughafen Montréal-Mirabel einen wichtigen Schritt gemacht. Der rund 53.000 Quadratfuß große Standort bündelt Fertigung, Systemintegration und Tests autonomer Systeme. Erste Drohnen-Dockingstationen werden bereits an gewerbliche Kunden ausgeliefert. Zudem soll dort zeitnah die Produktion der eigenen V-Series beginnen. Dazu zählt etwa die V200 Vantage, ein Starrflügler mit acht Metern Spannweite, bis zu 35 Stunden Ausdauer und einem maximalen Abfluggewicht von 160 Kilogramm. Die Plattform ist für Missionen wie Aufklärung, Grenzschutz, maritime Überwachung, elektronische Kampfführung und Kommunikation ausgelegt.

    Fantasie liefert die Kooperation mit dem UCan Brave Tech Centre, das Technologien zwischen Kanada und der Ukraine fördern soll. Im Fokus stehen Dual-Use-Anwendungen, Drohnenabwehr, autonome Systeme, sichere Kommunikation sowie Aufklärungs- und Überwachungslösungen. Die Ukraine gilt aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen im Drohneneinsatz und bei der Abwehr unbemannter Systeme als wichtiger Impulsgeber für westliche Streitkräfte. Volatus könnte von diesem Know-how profitieren und mit seinen kanadischen Fertigungskapazitäten dazu beitragen, erprobte Technologien für NATO-Staaten und andere verbündete Märkte zu skalieren. Damit wächst die strategische Bedeutung des neuen Standorts über die reine Produktionsausweitung hinaus.

    https://youtu.be/F4ajDCojMRo?si=XNXoEHVhjc9cyVRW

    OHB: KI-Partnerschaft mit Schwarz Digits

    OHB kooperiert mit Schwarz Digits, um Künstliche Intelligenz stärker in die Satellitenfertigung und in laufende Raumfahrtprojekte einzubinden. Schwarz Digits ist die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören, und bündelt deren Aktivitäten in den Bereichen Cloud, Cybersicherheit, Daten und Künstliche Intelligenz.

    OHB soll unter anderem auf die Cloud-, KI- und Cybersecurity-Infrastruktur von Schwarz Digits zugreifen können. Ein zentraler Baustein ist das im Bau befindliche Rechenzentrum in Lübbenau, das nach Abschluss der ersten drei Module Ende 2027 den sicheren Betrieb großer KI-Modelle ermöglichen soll.

    Die Anwendungen reichen von der Optimierung des Satellitendesigns über die Auswertung großer Sensordatenmengen bis zum Training von KI-Modellen für die Datenverarbeitung direkt im Orbit. OHB sieht darin einen Hebel, um Fertigungsprozesse zu industrialisieren und die eigene Innovationskraft zu erhöhen. Zugleich betonen beide Unternehmen den Aspekt der digitalen und technologischen Souveränität Europas: Kritische Daten, KI-Modelle und Wertschöpfungsketten sollen möglichst unabhängig von außereuropäischen Plattformen kontrolliert werden.
    Noch bis Mittwoch läuft die Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die bestehenden Minderheitsaktionäre. Die Aktien können zu 300 EUR gezeichnet werden. An der Börse notiert die Aktie knapp unter diesem Niveau. Am vergangenen Montag hatte OHB gemeldet, dass Vorstand Marco Fuchs im Rahmen der Kapitalerhöhung Aktien im Wert von rund 1 Mio. EUR geordert hat.

    TKMS: Beim Fregatten-Deal könnte es ganz schnell gehen

    Nach dem Abbruch des F126-Programms will das Verteidigungsministerium offenbar zügig eine Ersatzlösung voranbringen. Wie „hartpunkt.de“ berichtet, soll dem Bundestag noch vor der Sommerpause die sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlage für vier neue Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU vorgelegt werden. Die Schiffe werden als F128 geführt und sollen von TKMS gebaut werden. Ein Vorvertrag mit dem Kieler Marinekonzern besteht bereits seit einigen Monaten, damit Langläuferteile bestellt und vorbereitende Arbeiten gestartet werden konnten. Der finale Vertrag steht jedoch noch aus.

    Wie „hartpunkt.de“ aus gut informierten Kreisen erfahren haben will, soll für das erste Los von vier Fregatten rund 6,63 Mrd. EUR brutto veranschlagt werden. Zudem soll der Vertrag eine Option auf vier weitere baugleiche Schiffe enthalten, die bis Ende 2026 gezogen werden könnte. Dieses zweite Los würde demnach weitere rund 5,3 Mrd. EUR kosten. Die Auslieferung der ersten F128 ist bereits für Dezember 2029 vorgesehen, anschließend sollen die weiteren Einheiten im Abstand von jeweils neun Monaten folgen. Damit würde TKMS deutlich schneller zum Zug kommen, als dies beim gescheiterten F126-Projekt absehbar war.

    Für Diskussionen sorgt allerdings die Preisentwicklung. Der Stückpreis einer F128 soll mit rund 1,57 Mrd. EUR etwa 70 % über früheren Annahmen liegen. Ein wesentlicher Grund ist offenbar, dass die ursprüngliche Kalkulation von acht Schiffen ausging und sich Fixkosten nun auf nur vier Einheiten verteilen. Hinzu kommen teurere Komponenten wie Startanlagen für weitreichende Flugkörper, höhere Preise bei Zulieferern sowie zusätzliche Anforderungen der Marine, unter anderem bei der Drohnenabwehr. Die F128 soll ihren Schwerpunkt auf die U-Boot-Jagd legen und unter anderem mit einem modernen Schleppsonar ausgerüstet werden. Beobachter halten zudem den Einbau eines Bugsonars für möglich, was die Fähigkeiten gegenüber der F126 erweitern würde.
    Auch bei den Zulieferern deutet sich eine deutliche Verschiebung an. Wichtigster Partner von TKMS soll Saab werden, das unter anderem das Führungs- und Waffeneinsatzsystem 9LV, Radartechnik und Integrationsleistungen liefern könnte.

    Der Bau der Schiffe soll nach Informationen von „hartpunkt.de“ bei Stahlbau Nord erfolgen, einer Gesellschaft der Heinrich Rönner Gruppe. Damit würden Rheinmetall Naval und German Naval Yards, die beim F126-Projekt eingebunden waren, voraussichtlich außen vor bleiben. Auch für Thales, Hensoldt und Rohde & Schwarz dürfte die F128 nach aktuellem Stand deutlich weniger Potenzial bieten als das ursprüngliche F126-Projekt.


    Fazit

    Der neue Fregatten-Deal wird das Auftragsbuch bei TKMS weiter füllen. Die Aktie gehört wohl zu den günstigeren Rüstungsaktien. Allerdings ist der Marinebereich eben auch hoch komplex. Volatus Aerospace ist ein heißer Kandidat für das Comeback der Drohnenaktien. Dies dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Die Aktie von OHB erscheint alles andere als günstig.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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