03.08.2026 | 04:30
Über 200 % Kurspotenzial! Rheinmetall und Zefiro Methane KAUFEN! Hensoldt Aktie VERKAUFEN?
Geht es bei Rheinmetall wieder in Richtung 1.900 EUR? Dieses Kursziel haben Analysten nach den Quartalszahlen bestätigt. Die Aktie gehörte zu den Stars der vergangenen Handelswoche. Um rund 10 % schoss der Kurs nach oben. Der Backlog gibt Visibilität für die Zukunft. Erstmals haben sich Analysten mit dem Geheimtipp Zefiro Methane beschäftigt. Für die kommenden Jahre rechnen die Experten mit einem starken Wachstum. Das KGV von 8,5 für das kommende Geschäftsjahr erscheint zu günstig. Für die Analysten hat Zefiro über 200 % Kurspotenzial. Bei Hensoldt treten Analysten hingegen auf die Euphoriebremse. Die Quartalszahlen seien in Ordnung. Allerdings sei zu bezweifeln, ob sich der hohe Auftragseingang über mehrere Jahre so fortsetzen lasse. Daher sei die Bewertung zu hoch und die Aktie ein "Verkauf". Die Aktie verlor am Freitag rund 5 %.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Zefiro Methane: Mehr als 200 % Kurspotenzial
Wir hatten bereits mehrfach über die großen Marktchancen von Zefiro Methane berichtet. Nun haben erstmals Analysten den Geheimtipp genauer unter die Lupe genommen und kommen zu einer klaren Einschätzung. GBC Research sieht erhebliches Wachstumspotenzial, stuft die Aktie mit „Kaufen“ ein und nennt ein Kursziel von 1,50 USD. Derzeit notiert die in Deutschland auf Tradegate gehandelte Aktie an der Heimatbörse in Canada bei rund 0,60 CAD.
Zefiro Methane ist ein Umweltdienstleistungsunternehmen mit operativem Schwerpunkt in den USA. Das Unternehmen hat sich auf die Identifikation, Messung und Reduzierung von Methanemissionen aus stillgelegten, verwaisten oder unzureichend verschlossenen Öl- und Gasbohrlöchern spezialisiert. Über die Tochtergesellschaften Plants & Goodwin sowie Appalachian Well Surveys deckt Zefiro wesentliche Teile der Wertschöpfungskette ab – von Methanmessungen und technischer Planung über Cementing-, Wireline- und Transportleistungen bis zur fachgerechten Stilllegung und Rekultivierung. Ergänzt wird das Geschäftsmodell durch die Entwicklung und Vermarktung von Carbon Credits. Damit adressiert Zefiro sowohl staatlich finanzierte Sanierungsprogramme als auch private Energieproduzenten und Infrastrukturbetreiber.
Der Investmentcase basiert nach Einschätzung von GBC Research auf einem langfristig wachsenden Sanierungsmarkt. In den USA existieren Millionen unzureichend verschlossene Öl- und Gasbohrungen, die über Jahre hinweg Methan freisetzen können und entsprechend saniert werden müssen. Zefiro verfügt über eine integrierte Plattform, die zentrale Leistungen aus einer Hand anbietet. Positiv hebt GBC zudem die operative Trendwende seit dem Managementwechsel, die hohe Umsatzvisibilität durch mehrjährige staatliche Aufträge und die Erweiterung der verfügbaren Rig-Kapazitäten hervor. Zusätzliche Fantasie bietet die mögliche Wiederaufnahme des margenstarken Carbon-Credit-Geschäfts.
Die erwartete Ergebnisentwicklung unterstreicht das Wachstumspotenzial. Für das Geschäftsjahr 2025/26 (endet am 30. Juni) prognostizieren die Analysten einen Umsatz von 45,18 Mio. USD und ein EBITDA von 3,73 Mio. USD. Im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 sollen die Erlöse auf 57,92 Mio. USD und das EBITDA deutlich auf 10,02 Mio. USD steigen. Gleichzeitig wird im laufenden Geschäftsjahr der Sprung in die Gewinnzone mit einem Jahresüberschuss von 4,21 Mio. USD erwartet. Für 2027/28 rechnet GBC mit einem weiteren Umsatzanstieg auf 66,85 Mio. USD, einem EBITDA von 12,22 Mio. USD und einem Jahresüberschuss von 5,77 Mio. USD. Der Gewinn je Aktie soll sich von -0,01 USD über 0,04 USD auf 0,05 USD verbessern. Damit liegt das KGV für das laufende Jahr bei 11 und für das kommende Jahr bei 8,5. Dies scheint äußerst günstig zu sein.
https://youtu.be/J332X4Xs_kk?si=iFjzDK1iMpilmyhO
Rheinmetall: Start der vergangenen Handelswoche
Die Aktie von Rheinmetall gehörte zu den Stars der vergangenen Handelswoche. Nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal schoss die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns um 10 % nach oben. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen konnte der Kurs damit um rund 20 % steigen.
Rheinmetall teilte mit, dass nach vorläufigen Zahlen der Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf rund 3,289 Mrd. EUR geklettert ist. Dies waren 69 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis legte auf 562 Mio. EUR zu und lag damit deutlich über der Markterwartung von 469,9 Mio. EUR. Alle Segmente haben zu dieser starken Entwicklung beigetragen. Auch der Ausblick auf das weitere Wachstum wurde von der Börse gefeiert. Der Rheinmetall-Backlog, der aus festen Aufträgen und vereinbarten Rahmenverträgen besteht, stieg im zweiten Quartal 2026 über die Marke von 80 Mrd. EUR. Dazu trugen unter anderem der Vertrag für Kamikazedrohnen (Loitering Munition) mit der Bundeswehr und das Auftragspaket mit einem Volumen von 5,7 Mrd. EUR mit Rumänien bei. Dass der operative Cashflow aufgrund von verschobenen Anzahlungen deutlich negativ sein wird, störte Anleger nicht.
Analysten feierten die Zahlen. Bernstein hat das Kursziel von 1.900 EUR bestätigt und sieht in der Rheinmetall-Aktie einen Outperformer. Die Bewertung sei attraktiv. Jefferies ist mit einem Kursziel von 1.300 EUR etwas konservativer. Dennoch reicht es für eine Kaufempfehlung.
Hensoldt: Trotz guter Zahlen verkaufen?
Hensoldt hat im zweiten Quartal 2026 operativ kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 % auf 672 Mio. EUR und übertraf damit die Markterwartungen leicht. Das bereinigte EBITDA legte um 20,8 % zu. Allerdings blieb die bereinigte EBITDA-Marge mit 13,8 % sowohl unter dem Konsens von 14,1 % als auch knapp unter dem Vorjahreswert. Besonders stark entwickelte sich der Auftragseingang. Die 1,33 Mrd. EUR entsprechen einem Book-to-Bill-Verhältnis von 2,0.
mwb research weist jedoch darauf hin, dass ein erheblicher Teil des Wachstums qualitativ weniger überzeugend gewesen sei. Rund ein Drittel des Umsatzanstiegs entfiel demnach auf durchlaufende Erlöse. Zudem stammte der Großteil der neuen Aufträge aus dem Bereich Optronik für gepanzerte Fahrzeuge, insbesondere aus Programmen für Puma und Schakal. Die Analysten sehen darin eher bestehende beziehungsweise traditionelle Rüstungsprogramme als neue strukturelle Wachstumstreiber. Die Stornierung des F126-Fregattenprogramms sei für Hensoldt zwar finanziell nicht wesentlich. Die alternativ vorgesehene TKMS-Fregatte werde jedoch mit Saab-Systemen ausgerüstet und enthalte keine Hensoldt-Technologie.
Die Jahresprognose bleibt unverändert. Der Rekordauftragsbestand von 10,36 Mrd. EUR deckt nach Einschätzung von mwb die vom Konsens erwartete Umsatzentwicklung bis 2028 weitgehend ab. Kritisch sehen die Analysten jedoch die Annahme, dass Hensoldt auch danach dauerhaft Auftragseingänge von mehr als 5 Mrd. EUR pro Jahr erzielen kann. Die Börse preise damit nicht nur einen mehrjährigen, sondern einen jahrzehntelangen Beschaffungsboom ein. Bei einem Aktienkurs von 84 EUR werde Hensoldt auf Basis der Konsensschätzungen für 2028 mit dem 13,4-Fachen des EV/EBITDA und dem 26-Fachen des Gewinns bewertet. mwb bestätigt daher die Verkaufsempfehlung und das Kursziel von 62 EUR. In den vergangenen vier Wochen hat das Wertpapier immerhin rund 20 % an Wert gewonnen und schloss am Freitag bei 80 EUR.
Das Fazit
Rheinmetall bleibt ein Basisinvestment im europäischen Rüstungssektor. Zu günstig erscheint die Aktie von Zefiro Methane. Gemäß den Analystenschätzungen liegt das KGV für das kommende Jahr lediglich bei 8,5. Dabei sind die Wachstumsperspektiven positiv und gut planbar. Als Technologieunternehmen war Hensoldt schon immer teurer als klassische Rüstungsunternehmen. Daran scheint sich nichts zu ändern.
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