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25.02.2022 | 06:00

Varta, Almonty Industries, NEL: Neues Batterie-Metall und Wasserstoff-Hoffnung

  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff ist tot, Akkus die Zukunft? Mitnichten! Spricht man mit Vertretern der Branche, so wird schnell klar: Energieträger für Mobilität unterliegen einem schnellen Wandel. Batterien, die gestern noch das Nonplusultra waren, können morgen schon Sondermüll sein. Der Grund: Neue Material-Mischungen machen Akkus in Elektroautos langlebiger und besser. Wer als Anleger aufs falsche Pferd setzt, ist schnell außen vor. Dass auch der lahmste Gaul langfristig noch Chancen hat, zeigen aktuelle Entwicklungen rund um Wasserstoff. Wir nehmen drei Aktien für Sie unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Varta: Profis sind überzeugt, doch die Aktie schwächelt

    Die Aktie von Varta war lange der Liebling der deutschen Anleger. Die Marke hat einen Ruf von Welt, die Produkte überzeugen Elektronik-Giganten wie Samsung und Apple und dann kamen auch noch die Pläne für eigene Akkus für E-Autos dazu. Diese Gemengelage katapultierte die Aktie im vergangenen Jahr weit in den dreistelligen Bereich. Doch schnell setzte Ernüchterung ein. Bis Varta wirklich allgegenwärtig auf unseren Straßen ist, dauert es noch ein bisschen. Anleger wurden daher ungeduldig. Auch Analysten erkannten, dass die Kurse etwas zu weit nach oben gelaufen sind und riefen Kursziele im niedrigen dreistelligen Bereich aus. Inzwischen kommt es für die Aktie aber noch schlimmer. Im Zuge der allgemeinen Marktschwäche hat die Aktie sogar die Marke von 90 EUR gerissen. Wie geht es jetzt weiter?

    Aktuell gibt es wenige Nachrichten von Varta. Das lässt den Wert ein wenig aus dem Fokus rücken. Spricht man aber mit Vertretern von anderen deutschen Industrieunternehmen, sind diese voll des Lobes für Varta und betonen deren Alleinstellungsmerkmale. Tatsächlich dürfte Varta alles mitbringen, um auch bei neuen Entwicklungen rund um Akkutechnologie konkurrenzfähig sein zu können. Noch immer handelt es sich bei Vartas E-Auto-Plänen aber um ungelegte Eier. Dass das Unternehmen nicht jedes Ereignis für eine News-Meldung nutzt, spricht sogar für Varta. Es wird eben erst vermeldet, wenn es fertig ist.

    Almonty Industries: Hier kommen Kompetenz und große Vorkommen zusammen

    Ähnlich defensiv zeigt man sich auch beim kanadischen Wolfram-Spezialisten Almonty Industries. Das Unternehmen produziert seit Jahren in Südeuropa Wolfram und konserviert so wichtige Verfahren rund um den Abbau des als herausfordernd geltenden Elements. Mit der Ssangdong-Mine in Südkorea bringt Almonty Industries das größte Wolfram-Projekt außerhalb Chinas auf den Markt. Wie es aktuell um das Unternehmen steht, hat CEO Lewis Black erst kürzlich ausführlich im Rahmen einer Präsentation auf dem International Investment Forum (IIF) erklärt.

    Dass Wolfram auch rund um Batterien für E-Autos eine wichtige Rolle spielen kann, ist schon länger bekannt. Ende vergangenen Jahres erklärte Black in einem Interview, wieso Wolfram in Zukunft für Batterien an Bedeutung gewinnt: „ Wo bisher Kobalt war, wird in Zukunft Wolfram sein. Wolfram ist extrem hitzebeständig und bietet Vorteile sowohl hinsichtlich der Lade-Leistung der Batterien als auch deren Sicherheit. Auch erlaubt es Wolfram, dass mehr Nickel in Batterien für E-Autos verbaut wird, was wiederum die Reichweite verlängert. Schnelleres Laden bei größerer Reichweite klingt doch nach Verbesserungen, die sich jeder Autofahrer wünscht, oder nicht?", so Black damals. Der CEO glaubt, dass die Technologie, die in Südkorea bereits üblich ist, nach und nach auch im Rest der Welt an Bedeutung gewinnen wird. Für Wolfram, das bisher in erster Linie in China produziert wird, wäre das ein neuerliches Signal der Verknappung. Da Almonty Industries schon bald zu den größten Produzenten der Welt gehören wird, sollten sich Anleger mit der Aktie auseinandersetzen.

    NEL: Totgesagte leben länger

    Mehr als ihnen lieb ist, haben sich viele Investoren womöglich bereits mit der Aktie von NEL auseinandergesetzt. Der Wasserstoff-Wert galt vor einem Jahr als absoluter Highflyer. Dann folgte aber der Absturz. Der Grund für die Kursverluste lag auch darin, dass sich immer mehr Unternehmen aus der Autoindustrie zur Akkutechnologie bekannten – Wasserstoff galt als außen vor. Die Ukraine-Krise hat aber gezeigt, dass es durchaus Sinn machen kann, regenerative Energie zu speichern. Hier könnte Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Auch in Schiffen oder sogar Flugzeugen könnte Wasserstoff als Energieträger langfristig eine Rolle spielen. Die Aktie ist charttechnisch extrem angeschlagen. Wenn nicht bald die Wende kommt, könnte die Aktie sogar unter 1 EUR fallen. Das heißt aber nicht, dass NEL abgeschrieben ist. Das Unternehmen bleibt umfassend positioniert und ist damit langfristig interessant.


    Der Markt für Energieträger ist immer in Bewegung. Vor einigen Jahren galt Kobalt als das Trend-Metall, jetzt scheint Wolfram diese Rolle einzunehmen. Industrieunternehmen wie Varta, dürften mit beiden Elementen arbeiten können. Entscheidend wird aber sein, wie Varta die Kosten kontrollieren kann. Selbst NEL könnte langfristig wieder interessant werden. Aktuell ist bei der Aktie aber die Luft raus. Bleibt als spekulative Chance die Aktie von Almonty, die sich zuletzt stabilisiert hat.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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