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28.09.2026 | 04:30

Vonovia zwischen Enteignung und Rüstungsfantasie! Verbio und RE Royalties im Energieboom!

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Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Rechenzentren, Elektrifizierung und die steigende Energienachfrage der Industrie erhöhen den Bedarf an erneuerbaren Energien in Nordamerika. Ein Profiteur ist RE Royalties. Der Heimatmarkt Kanada bietet RE Royalties eine vielversprechende Ausgangslage. Und in den USA baut man die Zusammenarbeit mit dem Solarentwickler Solaris Energy aus. Dagegen kämpft Vonovia mit steigenden Zinsen und gegen eine mögliche Enteignung in Berlin. Die Unsicherheit gefällt der Börse nicht. Derzeit kann auch Rüstungsfantasie nicht helfen. Diese hatte der Vorstandsvorsitzende zuletzt in den Raum gestellt. Stark entwickelt sich dagegen das Geschäft bei Verbio. Analysten raten zum Kauf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: VERBIO VER.BIOENERGIE ON | DE000A0JL9W6 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF

Inhaltsverzeichnis:


    RE Royalties: Profiteur des KI-Booms

    Rechenzentren, Elektrifizierung und die steigende Energienachfrage der Industrie erhöhen den Bedarf an erneuerbaren Energien in Nordamerika. Ein Profiteur ist RE Royalties. Die Kanadier stellen Entwicklern von Erneuerbare-Energien-Projekten besicherte Kredite bereit und erhalten dafür neben Zinsen langfristige Umsatzbeteiligungen, sogenannte Royalties. Nach Rückzahlung der Kredite kann das Kapital in neue Projekte fließen, während die bestehenden Umsatzbeteiligungen weiterhin Einnahmen liefern und so den Aufbau wachsender, wiederkehrender Zahlungsströme ermöglichen.

    Allein in Nordamerika ist der Markt riesig. Dort erreichte der Finanzierungsmarkt für saubere Energie 2025 ein Volumen von 120 Mrd. USD. Dies entsprach einer Steigerung um 5,8 % gegenüber dem Vorjahr. Gerade kleine und mittelgroße Projektentwickler tragen zunehmend zum Ausbau bei, werden von klassischen Finanzierungsanbietern jedoch häufig unzureichend bedient. Für RE Royalties eröffnet diese Finanzierungslücke attraktive Geschäftsmöglichkeiten.

    Der Heimatmarkt Kanada bietet RE Royalties eine vielversprechende Ausgangslage. Die installierte Kapazität von Windkraft, Solarenergie und Speichern ist dort zwischen 2020 und 2025 um 56 % auf 25 Gigawatt gestiegen. Bis 2029 wird ein weiterer Zuwachs um 32 % erwartet, bis 2035 eine Verdopplung. Zusätzlichen Rückenwind verspricht die Nachfrage großer Unternehmen. Allein die 100 größten kanadischen Unternehmen benötigen nach Angaben von RE Royalties bis 2040 zusätzliche Kapazitäten von 7,7 Gigawatt aus erneuerbaren Energien. Für einen spezialisierten Finanzierer schafft dieser Ausbau zahlreiche mögliche Ansatzpunkte für neue Transaktionen.

    In den vergangenen Jahren hat RE Royalties einen wichtigen Track Record aufgebaut. Das Unternehmen weist mehr als 82 Mio. USD an investiertem Kapital und 27 abgeschlossene Transaktionen aus. Das Portfolio umfasst über 130 Projekte und deckt unterschiedliche Technologien ab. Neben 83 Solar- und 18 Windprojekten gehören 22 Speicherprojekte, vier Wasserkraftprojekte, zwei Effizienzprojekte und ein Biogasprojekt dazu. Diese breite Aufstellung schafft eine gute Basis, um an verschiedenen Bereichen der Energiewende teilzuhaben.

    Neben Kanada sind die USA der zweite wichtige Markt für RE Royalties. Dort baut man die Zusammenarbeit mit dem US-Solarentwickler Solaris Energy aus. Zuletzt meldete man weitere Investitionen von 1 Mio. USD. Damit steigt das bisher bereitgestellte Kapital auf insgesamt 4,8 Mio. USD. Dafür erhält man Umsatzbeteiligungen an einem Portfolio aus 16 Solarprojekten mit rund 15,24 MW Leistung. Die Vereinbarung sieht Royalty-Zahlungen über zunächst 25 Jahre sowie darüber hinaus für die verbleibende Betriebsdauer der Anlagen vor. Zugleich haben beide Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung über ein potenzielles Finanzierungsvolumen von insgesamt 67,5 Mio. USD einschließlich der bereits investierten Mittel unterzeichnet. Die mögliche Ausweitung eröffnet RE Royalties erhebliches Potenzial für zusätzliche langfristige Einnahmen.

    https://youtu.be/5dQvcZkFR7E?si=jx0IeY-Wu7Cfqgm6

    Vonovia: Rüstungsfantasie?

    Rund 28 % hat die Vonovia-Aktie im laufenden Jahr verloren. Bei einem vermeintlich konservativen Investment wie einem Immobilienunternehmen ist dies schmerzhaft. Wesentlicher Grund für den Abwärtstrend sind die steigenden Zinsen. Sie erhöhen die Zinsaufwendungen für Vonovia spürbar. Und dann ist da noch die Enteignungsgefahr in Berlin. Nach dem Wahlerfolg der Linken ist das Risiko größer geworden. Auch wenn es bei der Umsetzung noch viele Fragezeichen gibt. Dies betrifft die rechtliche Grundlage genauso wie die Finanzierung. Aber was die Börse nicht mag, ist Unsicherheit und diese ist bei Vonovia derzeit groß.

    In der vergangenen Woche konnte auch die Kaufempfehlung durch Berenberg keine positiven Impulse bringen. Das Unternehmen habe die Einschätzung bekräftigt, dass eine Enteignung verfassungswidrig wäre. Die Analysten trauen der Vonovia-Aktie einen Anstieg auf 34,50 EUR zu. Derzeit notiert sie knapp über 17 EUR.

    Auch eine indirekte Rüstungsfantasie kann der Aktie derzeit keine Impulse geben. Vonovia-Vorstandschef Luka Mucic sagte der "dpa", dass man bereit sei, im Zuge der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr zusätzliche Wohnungen für Soldatinnen, Soldaten und ihre Familien zu errichten. Insbesondere in Städten wie Berlin sei der Bedarf an entsprechenden Wohnangeboten hoch. Vonovia könne mit seriellem Neubau vergleichsweise schnell zusätzliche Kapazitäten schaffen und diese gezielt an Bundeswehrangehörige vermieten. Nach Angaben Mucics hat es bereits Gespräche mit Vertretern der militärischen Ebene gegeben. Die nächsten Schritte müssten nun von der Bundeswehr beziehungsweise dem Verteidigungsministerium auf den Weg gebracht werden.

    Verbio: Analysten raten zum Kauf

    NuWays sieht bei Verbio eine klare operative Erholung. Das Unternehmen profitiere insbesondere von höheren Ethanol-Margen in Europa, deutlich gestiegenen Preisen für THG-Quoten und einer besseren Auslastung der US-Anlagen. Vor diesem Hintergrund soll erstmals wieder eine Dividende von 0,20 EUR je Aktie ausgeschüttet werden.

    Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Verbio ein EBITDA zwischen 210 und 250 Mio. EUR. Der Mittelwert dieser Spanne entspricht laut NuWays weitgehend der eigenen Prognose. Wachstumstreiber sollen höhere Produktionsmengen in den USA, steigende Biomethan-Volumina und ein größerer Ergebnisbeitrag aus THG-Quoten sein. Bereinigt um einen positiven Sondereffekt von 19 Mio. EUR im Vorjahr impliziert die Prognose nach Einschätzung der Analysten sogar ein zugrunde liegendes EBITDA-Wachstum von rund 20 bis 43 %. Zusätzlich befinden sich THG-Quoten im Buchwert von 131 Mio. EUR in der Bilanz. Deren Realisierung wird überwiegend für 2027/28 erwartet.

    Auch darüber hinaus rechnet NuWays mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Für 2026/27 erwarten die Analysten ein EBITDA von rund 230,7 Mio. EUR. In 2027/28 soll das Wachstum auf 310,7 Mio. EUR weiter gehen und für 2028/29 erwarten die Experten rund 323,9 Mio. EUR EBITDA. Gleichzeitig soll Verbio den Umsatz bis 2028/29 auf rund 2,14 Mrd. EUR steigern. Beim Nettogewinn prognostiziert NuWays einen Anstieg auf 102,5 Mio. EUR in 2026/27 und 174,1 Mio. EUR in 2028/29.

    Weitere Impulse erwartet NuWays vom Capital Markets Day am 8. Oktober, insbesondere durch Details zu erneuerbaren Chemikalien, zur CO₂-Abscheidung in Zörbig, möglichen weiteren Projekten sowie zu US-Steuergutschriften. Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 41 EUR. Derzeit notiert die Aktie bei rund 30 EUR.


    Fazit

    Unsicherheit mag die Börse gar nicht und daher drängt sich der Kauf der Vonovia-Aktie derzeit nicht auf. Zumal uns höhere Zinsen wohl noch länger begleiten dürften. RE Royalties dürfte vom Energieboom in Nordamerika profitieren. Davon sollte die Aktie auch wieder profitieren. Verbio schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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