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06.05.2026 | 05:30

180 % in 4 Wochen! AIXTRON und LPKF Laser zu teuer? Aspermont-Aktie zu günstig?

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Bildquelle: KI

Manchmal dauert es bei Smallcaps etwas länger, bis das Potenzial einer Aktie erkannt wird. Dies erscheint bei Aspermont der Fall zu sein und ermöglicht es Anlegern, noch frühzeitig dabei zu sein. Analysten sehen fast 200 % Kurspotenzial und die jüngsten Quartalszahlen bestätigen, dass die Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre realistisch sind. Mitten im Hype befinden sich derzeit LPKF Laser und AIXTRON. Die Aktien haben innerhalb von nur vier Wochen bis zu 180 % zulegen können. Damit sind die Bewertungen allerdings alles andere als niedrig. Es ist schon sehr viel zukünftiges Wachstum eingepreist. Analysten werden skeptischer.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: LPKF LASER+ELECTRON. | DE0006450000 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6 , ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP

Inhaltsverzeichnis:


    Aspermont: Transformation spricht für Analysten-Kursziel

    Wann startet die Aktie von Aspermont endlich durch? Diese Frage kann man sich mit Blick auf die Entwicklung im ersten Quartal 2026 durchaus stellen. Denn die Transformation des Geschäftsmodells vom klassischen B2B-Fachverlag in der Rohstoff- und Minenwelt hin zur abonnementgetriebenen Daten- und Intelligence-Plattform für den globalen Rohstoffsektor beginnt sich auszuzahlen. Damit erscheint die von Analysten erwartete Verdreifachung der Aktie immer realistischer. So sehen die Analysten von GBC Research den fairen Wert der Aspermont-Aktie bei 3,03 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier bei 1,06 EUR. Gerade bei Smallcaps dauert es manchmal länger, bis eine Aktie anspringt. Und genau dies bietet Chancen.

    Das Geschäftsmodell von Aspermont basiert inzwischen auf wiederkehrenden Abonnementerlösen, einem umfangreichen Content-Archiv sowie einem wachsenden Portfolio hochwertiger Daten für Entscheidungsträger im Rohstoffsektor. Denn als Herausgeber renommierter Branchenpublikationen wie dem Mining Journal sitzen die Australier auf einem echten Datenschatz. Diesen hat man in der Datenplattform Mining IQ digitalisiert. Sie ermöglicht tiefgehende Analysen von Einzelprojekten bis hin zu geopolitischen Risiken.

    Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 hat Aspermont den Umsatz um 15 % auf 3,4 Mio. AUD gesteigert. Das EBITDA war mit 0,2 Mio. AUD noch leicht negativ. Dies soll sich im weiteren Jahresverlauf jedoch spürbar ändern. So will man ab dem dritten Quartal bereits positive Cashflows generieren.

    Die GBC-Analysten erwarten, dass Aspermont im kommenden Jahr bereits 18,90 Mio. AUD umsetzen und einen Nettogewinn von 0,53 Mio. AUD erzielen wird. In 2028 soll der Umsatz dann auch 21,30 Mio. AUD und der Nettogewinn auf 1,73 Mio. AUD anwachsen. Bei einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 22 Mio. AUD erscheint die Bewertung für ein wachsendes Cloud-Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Umsätzen alles andere als teuer.

    AIXTRON: Fast 50 % in vier Wochen

    Während Aspermont noch eine interessante Einstiegschance bietet, ist bei AIXTRON die Kursrally schon weit fortgeschritten. Allein in den vergangenen vier Wochen ist die Aktie des Halbleitermaschinenbauers um fast 50 % nach oben geschossen. Auf Sicht der vergangenen 52 Wochen liegt das Kursplus bei 280 %. Inzwischen bringt das Unternehmen 5,56 Mrd. EUR auf die Börsenwaage. Nur im Hype des Neuen Marktes im Jahr 2000 waren es mal mehr. Damit wird AIXTRON inzwischen fast mit dem 10-fachen Jahresumsatz bewertet.

    Zuletzt hat das Unternehmen über eine deutliche Belebung des Geschäfts berichtet. Diese würde vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Nachfrage im Bereich Optoelektronik getrieben. So liegt der Auftragseingang im ersten Quartal mit 171,4 Mio. EUR um 30 % über dem Vorjahresniveau. Insbesondere der Bedarf an Laseranwendungen sorgte für zahlreiche Multi-Tool-Aufträge, was zu einem robusten Auftragsbestand von rund 359 Mio. EUR führte. Während der Bereich der Leistungselektronik – insbesondere bei SiC-Anlagen – noch Schwächen zeigt, blickt der Vorstandsvorsitzende Dr. Felix Grawert optimistisch in die Zukunft und sieht den Beginn eines neuen strukturellen Wachstumstrends.

    Trotz der positiven Auftragsentwicklung fielen Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal saisonal bedingt sowie im Jahresvergleich schwächer aus. Der Umsatz belief sich auf 59,4 Mio. EUR und lag damit innerhalb der prognostizierten Bandbreite, jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert von 112,5 Mio. EUR. Um die operative Flexibilität und Profitabilität langfristig zu sichern, hat AIXTRON bereits im ersten Quartal strukturelle Maßnahmen eingeleitet, darunter einen Personalabbau, der zu einmaligen Kosten im mittleren einstelligen Millionenbereich führte.

    Aufgrund der dynamischen Auftragsentwicklung hat AIXTRON seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben und erwartet nun einen Jahresumsatz von bis zu 590 Mio. EUR. Die EBIT-Marge soll sich auf 17 bis 20 % verbessern. Ab dem zweiten Quartal sollen größere Systemauslieferungen beginnen, die das Wachstum weiter beschleunigen dürften. Parallel dazu treibt das Unternehmen seine globale Expansion voran und plant einen neuen Produktionsstandort in Malaysia, um die Resilienz der Lieferketten zu stärken und asiatische Kunden besser bedienen zu können.

    Für einige Analysten ist die Rally auch zu weit gegangen. So empfehlen unter anderem die DZ Bank, Barclays, die UBS und die Deutsche Bank die Aktie von AIXTRON zu halten. JPMorgan und Jefferies raten zwar zum Kauf, allerdings liegen die Kursziele mit 35 EUR und 36,50 EUR deutlich unter dem aktuellen Kursniveau von über 49 EUR.

    LPKF Laser: Fast 180 % in vier Wochen

    Zu den Kursraketen der vergangenen Wochen gehört auch LPKF Laser. Hier liegt die Performance der vergangenen vier Wochen bei unglaublichen 178 %.

    Aus Sicht von Montega ist dies deutlich zu viel. In ihrem am Montag veröffentlichten Research-Update haben die Analysten zwar das Kursziel von 9 EUR auf 15 EUR angehoben, aber die LPKF-Aktie notiert bereits bei 20,80 EUR.

    Aus Sicht der Analysten hat LPKF mit den Q1-Zahlen schwach ins Jahr gestartet. Dies sei maßgeblich auf die Schwäche im Solargeschäft zurückzuführen. Der Investment Case basiere vor allem auf Wachstumserwartungen im Bereich Advanced Semiconductor Packaging. In dem Bereich habe das Management erste Aufträge für das zweite Quartal avisiert. Man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Kunden. Parallel baut das Unternehmen sein Portfolio über die LIDE-Kerntechnologie hinaus aus, u. a. in den Bereich Ablation (Materialabtragung der ABF-Schicht), Bonding (Verbindung von Glasschichten) und Co-Packaged Optics, sodass LPKF die eigene Wertschöpfungstiefe erweitert.

    Daher haben die Analysten ihr Modell angepasst. Im LIDE-Bereich erwarten sie nun einen Umsatz von rund 35 Mio. EUR im kommenden Jahr. Bisher lag die Erwartung bei 15 Mio. EUR. In 2028 könnte LPKF in dem LIDE-Bereich dann bereits rund 80 Mio. EUR umsetzen. So könnte der Konzernumsatz in 2029 auf über 200 Mio. EUR klettern. Allerdings sei dieses optimistische Szenario bereits in der aktuellen Unternehmensbewertung enthalten. Daher gibt es lediglich eine Haltempfehlung.


    Fazit

    Die Aktien von LPKF Laser und AIXTRON sind heiß gelaufen. Die aktuellen Geschäftsentwicklungen rechtfertigen nicht ansatzweise die Kursrally. Andererseits ist das Momentum stark und der Hype im Halbleitersektor groß. Doch an Gewinnmitnahmen sollte gedacht werden. Reif für eine Kursrally erscheint die Aktie von Aspermont. Bei Smallcaps kann es manchmal etwas länger dauern, aber das Geschäftsmodell und die operative Entwicklung rechtfertigen durchaus höhere Kurse.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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